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Langlebigkeitsgene und Biomarker: Altersbedingte Erkrankungen können durch Gesundheitschecks reduziert werden

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Für alle wichtigen Erkrankungen spielt der menschliche Alterungsprozess
eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig verläuft er sehr heterogen und ist
formbar, wie Professorin Eline Slagboom in den letzten 25 Jahren erforscht
hat. Die renommierte Molekularbiologin vom Medical Center der
niederländischen Universität Leiden interessiert sich derzeit vor allem
für die Frage: Wie lässt sich das Wissen über biologische
Alterungsprozesse konkret nutzen, damit Menschen länger gesund und vital
bleiben?



Dafür hat sie mit ihrem Forschungsteam einen eigenen Score namens
„Personal-MetaboHealth“ entwickelt, den sie am 23. September 2026 in
Frankfurt am Main auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen
Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für
Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vorstellt.

Genvarianten beeinflussen Langlebigkeit

„Wir wissen heute viel darüber, wie Alterungsprozesse und
Alterungsmechanismen auf zellulärer Ebene funktionieren“, erklärt die
bekannte Biologin. „Die große Herausforderung ist es, dieses Wissen so zu
übersetzen, dass es für die Gesundheit eines einzelnen Menschen nutzbar
wird.“ In oft aufwändigen Studien erforscht Slagboom seit vielen Jahren
klinische und molekulare Parameter des physiologischen Abbaus, des
Ausbruchs von Krankheiten, der (Multi-)Morbidität, der Mortalität oder der
Langlebigkeit.

Die Niederländerin und ihr Team suchen deswegen in Familien, deren
Lebenserwartung über mehrere Generationen hinweg zu den höchsten zehn
Prozent der jeweiligen Generation gehört, nach genetischen Erklärungen.
„Unsere Untersuchungen weisen hier auf Genom-Regionen und -Varianten in
entzündungs- und immunbezogenen Signalwegen hin“, erklärt sie.

Biomarker für altersbedingte Risiken könnten in Gesundheitschecks
integriert werden

Spezielle Biomarker können mittlerweile die Risiken für Funktionsverlust,
Multimorbidität oder Mortalität im Alter verlässlich vorhersagen. In der
Altersforschung lag der Fokus dafür zunächst auf dem Prozess der
sogenannten CpG-Methylierung, bei dem chemische Bausteine an DNA
angelagert werden. In jüngerer Zeit wurde stärker mit Proteinen geforscht.
In ihrer eigenen Arbeit verbindet Professor Slagboom die Erforschung von
Proteinen mit bestimmten Stoffwechselprodukten, den Metaboliten.

„Aus sehr großen Datensätzen haben wir Scores generiert, die das Risiko
für Gebrechlichkeit, kognitiven Verfall, kardiovaskuläre Erkrankungen,
Krebs und Ateminsuffizienz anzeigen. Um die Umsetzung solcher
Informationen als umfassenden Gesundheitscheck zu erwägen, haben wir uns
auf einen Score namens ,Personal-MetaboHealth’ konzentriert, der
skalierbar, kostengünstig und in Interventionsstudien mit älteren
Erwachsenen umsetzbar ist”, sagt Eline Slagboom.

Wie dieser Score konkret zur Gesundheit von Menschen ab 50 Jahren
beitragen und in der Altersforschung eingesetzt werden kann, wird die
Expertin dann auf dem Geriatrie- und Gerontologiekongress dem Fachpublikum
aufzeigen.

Keynote / Vortrag:
Prof. Eline Slagboom
Molecular Epidemiology of human ageing: On Resilience, Risk and Restore
https://www.gerontologie-geriatrie-kongress.org/mittwoch/session/kn2.html

Gemeinsamer Jahreskongress von DGG und DGGG
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Westend
Hörsaal 5
Mittwoch, 23. September 2026, 15:15 Uhr
https://www.gerontologie-geriatrie-kongress.org/

Über die Person:
Prof. Eline Slagboom leitet die Abteilung für Molekulare Epidemiologie
innerhalb des Fachbereichs Biomedizinische Datenwissenschaften am Medical
Center der Universität Leiden (Niederlande). Sie war Vorsitzende des LUMC-
Forschungsprofils zum Thema Altern sowie der DUSRA, der Niederländischen
Gesellschaft für Altersforschung. Slagboom ist Projektleiterin der „Leiden
Longevity Study“ und Fellow am Max-Planck-Institut für Biologie des
Alterns in Köln. Sie war Vorstandsmitglied von BBMRI-NL (Biobanking and
Biomolecular Resources Research Infrastructure) und leitete nationale
Studien im Bereich der Metabolomik. Slagboom war Mitglied des
Organisationskomitees verschiedener renommierter internationaler
Konferenzen (wie beispielsweise des Wellcome Trust, Großbritannien) und
kann über 400 wissenschaftliche Publikationen vorweisen.

Interviews und Hintergrundgespräche

Sie möchten mit Eline Slagboom sprechen, suchen Expertise für ein
bestimmtes Thema oder möchten einzelne Veranstaltungen des
Gemeinschaftskongresses besuchen? Wir unterstützen Sie gerne bei der
Organisation von Interviews und Hintergrundgesprächen – vorab oder direkt
in Frankfurt.