Zum Welt-Alzheimertag: Comic klärt über Demenz auf
In Deutschland leben Schätzungen zufolge 1,8 Millionen Menschen mit einer
Demenz. Trotzdem wird die Erkrankung häufig zu spät erkannt. Genau hier
setzt die Junge Geriatrie, die Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft
für Geriatrie (DGG), an: Eine kostenlose Broschüre erzählt die Geschichte
eines Betroffenen als Comic – ergänzt um verständlich aufbereitete
Fachinformationen zu Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig nimmt die Comic-Broschüre die Angehörigen in den Blick – denn
mit einer Demenz verändert sich nicht nur das Leben der Betroffenen,
sondern auch das von Familienmitgliedern und anderen nahestehenden
Personen, die einen großen Teil der Versorgung im Alltag übernehmen.
„Demenz ist noch immer mit vielen Vorurteilen behaftet“, sagt Dr. Beatrice
Heck, Administratorin der Jungen Geriatrie. „Zwar gibt es bislang keine
Medikamente, die die Krankheit heilen – aber ein individueller
Behandlungsplan kann den Alltag deutlich verbessern und weitere Verluste
hinauszögern.“ Dazu zählen etwa eine gezielte kognitive Stimulation, die
Anpassung des häuslichen Umfelds gemeinsam mit Ergotherapeuten, die
Versorgung mit Hör- und Sehhilfen oder ein Sprachtraining mit Logopäden.
Auch Angehörige brauchen Hilfe, denn wenn sie die Symptome kennen, können
sie angemessen darauf reagieren und eigene Kompensationsstrategien
entwickeln. „Genau deshalb ist eine frühzeitige Diagnose von Demenz so
wichtig: Sie eröffnet Zugang zu Unterstützungsangeboten für Betroffene und
ihre Angehörigen. Mit der Comic-Broschüre wollen wir Berührungsängste
abbauen und in einer zugänglichen, einfühlsamen Form aufklären.“
Aufklärung zum Mitnehmen
Comics eignen sich besonders gut, um komplexe medizinische Themen
verständlich zu vermitteln: Durch die Geschichte und die Identifikation
mit den Figuren erreichen sie ihre Leser auf eine Weise, die reine
Sachinformation oft nicht schafft. Vorbild war dabei eine französische
Graphic Novel zu acht geriatrischen Syndromen, entwickelt von der
Association des Jeunes Gériatres (AJG) gemeinsam mit dem auf Aufklärung
spezialisierten Verein The Ink Link. Die Junge Geriatrie hat das Kapitel
zum Thema Demenz nun ins Deutsche übersetzt.
Die Comic-Broschüre richtet sich an ein breites Publikum und soll unter
anderem in Hausarztpraxen und Kliniken ausliegen, um Patienten und
Angehörige direkt vor Ort zu erreichen. Sie steht ab sofort kostenlos zum
Download und Selbstausdruck zur Verfügung:
https://www.dggeriatrie.de/ima
druckformat.pdf
