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Von der parodontalen Diagnostik zur ersten Implantation

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Warum anspruchsvolle zahnmedizinische Weiterbildung Flexibilität und
klinische Praxis unter Supervision verbinden muss
Moderne Parodontologie und Implantattherapie erfordern mehr als die
sichere Beherrschung einzelner Verfahren. Zahnärzt:innen müssen
Prävention, Risikobewertung, evidenzbasierte Therapieplanung,
Parodontaltherapie & -chirurgie, Implantattherapie, Weichgewebsmanagement
und den Umgang mit periimplantären Erkrankungen in einem schlüssigen
klinischen Konzept zusammenführen.


Besonders deutlich wird dies bei komplexen Therapieentscheidungen: Kann
ein parodontal geschädigter Zahn erhalten werden? Wann ist eine
Implantatversorgung die geeignetere Option? Welches regenerative oder
plastische parodontalchirurgische Verfahren ist indiziert? Und wie lassen
sich chirurgische Eingriffe möglichst minimalinvasiv durchführen und
zugleich vorhersagbare klinische Ergebnisse erzielen?
Für berufstätige Zahnärzt:innen kommt eine weitere Herausforderung hinzu.
Anspruchsvolle klinische Weiterbildung muss sich in einen bereits
fordernden Berufsalltag integrieren lassen. Gleichzeitig können
chirurgische Fertigkeiten nicht allein in Online-Vorlesungen erworben
werden. Sie erfordern Demonstration, praktisches Training, strukturierte
Reflexion und die Behandlung von Patient:innen unter fachlicher
Supervision.

Klinische Kompetenz über einzelne Techniken hinaus entwickeln

Diese Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und praktischer Ausbildung
bildet die Grundlage des neuen internationalen Studiengangs
„Periodontology & Implant Therapy (M.Sc.)“ an der Dresden International
University (DIU), der exzellenten Bildungspartnerin der TU Dresden. Die
erste Kohorte startet am 1. Oktober 2026. Der viersemestrige,
berufsbegleitende Masterstudiengang wird in englischer Sprache angeboten
und richtet sich an praktizierende Zahnärzt:innen mit mindestens zwei
Jahren Berufserfahrung.
Das Curriculum orientiert sich am klinischen Entscheidungsprozess, statt
einzelne chirurgische Techniken isoliert zu betrachten. Zu Beginn stehen
Diagnostik, Dokumentation, systemische Zusammenhänge,
Risikofaktorenmanagement, Paradontaltherapie und evidenzbasierte
Therapieplanung.
Darauf aufbauende Module umfassen Parodontalchirurgie, regenerative und
resektive Verfahren, chirurgische Kronenverlängerung, mikrochirurgische
Tunneltechniken, Rezessionsdeckung, Alveolenerhalt nach Zahnextraktion
(Socket Preservation), Kieferkammaugmentation, Implantattherapie,
Weichgewebsmanagement sowie Prävention und Therapie periimplantärer
Erkrankungen. Kieferorthopädische, restaurative, prothetische und
implantologische Aspekte werden im gesamten Curriculum berücksichtigt und
unterstützen eine interdisziplinäre klinische Entscheidungsfindung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf minimalinvasiven,
patient:innenzentrierten Behandlungskonzepten. Ziel ist nicht nur,
chirurgische Verfahren zu vermitteln. Entscheidend ist vielmehr die
diagnostische und therapeutische Kompetenz, für den individuellen Fall die
geeignete Intervention auszuwählen und sie in eine langfristige
Behandlungsstrategie einzubetten.

Blended Learning in der zahnmedizinischen Weiterbildung – online &
persönlich.

Für Zahnärzt:innen, die sich parallel zu ihrer klinischen Tätigkeit
weiterqualifizieren, spielt auch das Studienformat eine entscheidende
Rolle. Eine kürzlich im European Journal of Dental Education
veröffentlichte 15-Jahres-Fallstudie untersuchte einen postgradualen
Blended-Learning-Masterstudiengang in Parodontologie und Implantattherapie
an der Universität Freiburg. Analysiert wurden Daten von 106 Alumni sowie
eine Alumni-Befragung, Interviews, wissenschaftliche Publikationen,
Masterarbeiten und akademische Auszeichnungen.
Die Studie identifizierte eine flexible Struktur, persönliche Betreuung
und die Verbindung von Online-Lernen und Präsenzphasen als wichtige
Faktoren für die langfristige Etablierung des Programms. Das Modell
erleichterte Vollzeitbeschäftigten und Selbstständigen, Personen mit
familiären Verpflichtungen sowie Teilnehmenden unterschiedlicher
Altersgruppen und geografischer Herkunft den Zugang zu postgradualer
Weiterbildung.
Für die zahnmedizinische Weiterbildung wird damit deutlich, wie sich die
Stärken beider Formate sinnvoll verbinden lassen: Digitale Lehre schafft
Flexibilität für theoretische Vorbereitung und kontinuierliches Lernen,
während gezielt geplante Präsenzphasen Raum für klinisches Training und
direkten fachlichen Austausch bieten. Scientific Director Univ.-Prof. Dr.
Johan Wölber ist Mitautor der Studie und war von 2019 bis 2023
stellvertretender Leiter des Freiburger Masterstudiengangs. Seine
langjährige Erfahrung mit postgradualen Blended-Learning-Formaten prägt
die Konzeption des neuen DIU-Studiengangs.

Von der Online-Lehre zur klinischen Praxis unter Supervision

Der DIU-Studiengang verbindet wöchentliche Online-Lehre und begleitetes
Selbststudium mit praktischem Training in drei intensiven klinischen
Blöcken in Dresden und Ferrara. Die Studierenden trainieren zunächst an
Simulationsmodellen und Tierkiefern, bevor ausgewählte Eingriffe unter
fachlicher Supervision an Patient:innen durchgeführt werden. Dazu zählen
plastische, regenerative und resektive parodontalchirurgische Verfahren
ebenso wie das Setzen von Implantaten.
Für Zahnärzt:innen, die diese Eingriffe bislang noch nicht selbstständig
durchgeführt haben, ermöglicht das klinische Training, zentrale praktische
Schritte in einem strukturierten und begleiteten Rahmen zu gehen: den
ersten parodontalchirurgischen Eingriff unter Supervision und das Setzen
des ersten Implantats.
Die praktische Erfahrung ist eng mit wissenschaftlicher Reflexion
verknüpft. Klinische Fälle werden dokumentiert, analysiert, präsentiert
und diskutiert. Eine Prüfungsleistung im Bereich Implantologie verbindet
beispielsweise eine klinische Leistung unter Supervision mit einer
schriftlichen Reflexion, in der die praktische Erfahrung anhand aktueller
wissenschaftlicher Literatur eingeordnet wird. Der Studiengang schließt
mit einer Masterarbeit und einer mündlichen Verteidigung ab.

Internationale Expertise in Pardontologie und Implantattherapie

Die wissenschaftliche Verantwortung für den Studiengang liegt bei
Scientific Director Univ.-Prof. Dr. Johan Wölber, Professor für
Parodontologie und Leiter des Bereichs Parodontologie an der Medizinischen
Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. 2025 war er Vorsitzender der
Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Dresden e. V.; seit 2026
ist er Editorial Board Member des Journal of Clinical Periodontology. Das
internationale Lehrteam vereint Spezialist:innen verschiedener
europäischer Universitäten und Universitätskliniken. Dazu gehören Prof.
Christoph Ramseier von der Universität Bern, Prof. (apl.) Dr. med. dent.
Maurice Rütters vom Universitätsklinikum Heidelberg und Prof. Dr. Moritz
Kebschull von der University of Birmingham.
Mit „Periodontology & Implant Therapy (M.Sc.)“ startet die DIU einen
internationalen Masterstudiengang, der aktuelle wissenschaftliche Evidenz,
flexible akademische Weiterbildung und klinische Praxis unter Supervision
miteinander verbindet. Dabei geht es nicht darum, lediglich einzelne
chirurgische Techniken zum eigenen Behandlungsspektrum hinzuzufügen.
Vielmehr sollen Zahnärzt:innen die klinische Entscheidungskompetenz
entwickeln, komplexe parodontale und implantologische Fälle fundiert zu
beurteilen, evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu treffen,
anspruchsvolle Verfahren durchzuführen und diese in langfristige,
patientenzentrierte Behandlungskonzepte zu integrieren.


Periodontology & Implant Therapy (M.Sc.)

Studienstart 1. Oktober 2026 (jährlich)
Studiendauer 4 Semester (24 Monate)
Studienort wöchentliche Online-Lehre & ca. 75 Stunden Hands-on-Training in
Dresden & Ferrara (Italien)
Studienart berufsbegleitend
ECTS-Punkte 60
Sprache Englisch
Studiengebühren 1.195,00 € im Monat

Scientific Director Univ.-Prof. Dr. Johan Wölber
Professor für Parodontologie und Leiter des Bereichs Parodontologie an der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden; Scientific
Director der Studiengänge „Periodontology & Implant Therapy (M.Sc.)“ und
„Dentalhygiene (B.Sc.)“ an der Dresden International University (DIU)