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Gesund beginnt im Mund: Warum Zähne und Kiefer so wichtig sind

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Am 25. September ist der Tag der Zahngesundheit.
Anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September macht die
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) darauf
aufmerksam, wie eng Mundgesundheit mit wichtigen Funktionen des Körpers
und mit dem Wohlbefinden verbunden ist. Denn Zähne und Kiefer sind nicht
nur dafür da, Nahrung zu zerkleinern. Sie ermöglichen uns zu kauen, zu
schlucken und zu sprechen – und spielen auch für unser Aussehen, unsere
soziale Interaktion und damit für unser Wohlbefinden eine Rolle.

Kauen ist der erste Schritt der Verdauung

Das diesjährige Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ rückt eine
Funktion in den Mittelpunkt, die oft selbstverständlich erscheint: das
Kauen. „Kauen ist weit mehr als das Zerkleinern von Nahrung“, sagt Peter
Proff, Professor für Kieferorthopädie und Präsident der DGZMK. „Es
bereitet die Nahrung für das Schlucken und die weitere Verdauung vor.
Dabei spielen die Kaubewegungen auch für den Transport des Speisebreis und
seine weitere Verarbeitung im Verdauungstrakt eine wichtige Rolle.“

Wie wichtig eine funktionierende Kaufunktion für die Verdauung sein kann,
zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen. Sie weisen auf einen
Zusammenhang zwischen einer verminderten Kauleistung und Beschwerden des
Magen-Darm-Trakts hin. Bei Menschen mit einem Fehlbiss wurden zudem
Veränderungen der Verdauung und eine verzögerte Magenentleerung
beobachtet.

Zahn- und Kieferfehlstellungen beeinflussen nicht nur das Aussehen

Das Gesicht ist für die Begegnung mit anderen Menschen von besonderer
Bedeutung. Dabei richten wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf Augen und
Mund. Auffälligkeiten im Bereich von Zähnen und Kiefer können deshalb die
Wahrnehmung durch andere beeinflussen. Gerade wenn Menschen aufgrund ihres
Aussehens negative Reaktionen oder Bewertungen erfahren, kann dies
wiederum die eigene Selbstwahrnehmung und das emotionale Wohlbefinden
belasten.

Auch für Zahn- und Kieferfehlstellungen gibt es Hinweise darauf, dass sie
über die reine Funktion und das Aussehen hinaus das Wohlbefinden
beeinflussen können. Studien zeigen Zusammenhänge mit geringerem
Selbstwertgefühl, Mobbingerfahrungen und einer eingeschränkten
Lebensqualität. Dabei geht es nicht darum, dass jede Zahnfehlstellung
automatisch psychische Belastungen verursacht. Entscheidend ist vielmehr,
wie stark eine Auffälligkeit wahrgenommen wird und welche Erfahrungen ein
Mensch damit macht.

Wie sich Zahn- und Kieferfehlstellungen langfristig auf die Mundgesundheit
auswirken können, zeigt das EFAFU-Projekt aus Greifswald. In der über 20
Jahre angelegten Untersuchung eines interdisziplinären Teams aus Zahn- und
Humanmedizinern zeigte sich, dass bestimmte Zahnfehlstellungen mit einem
erhöhten Risiko für Zahnverlust verbunden waren.

„Zahn- und Kieferfehlstellungen können damit mehr als eine Frage der
Ästhetik sein. Sie können die Kaufunktion beeinträchtigen und sich auf die
Mundgesundheit, die Lebensqualität und das Wohlbefinden auswirken“, fasst
Proff zusammen.

Gesundheit beginnt im Mund – und wirkt darüber hinaus

Die Beispiele zeigen: Mundgesundheit betrifft den ganzen Menschen. Kauen,
Schlucken und Sprechen sind elementare Funktionen. Zugleich beeinflussen
Zähne und Kiefer unser Aussehen, unsere Kommunikation und unser soziales
Miteinander. Erkrankungen und Fehlstellungen können diese Funktionen
beeinträchtigen und damit auch die Lebensqualität berühren. Zahnmedizin
ist deshalb weit mehr als die Behandlung einzelner Zähne. Von der
Kieferorthopädie über die Prothetik und Chirurgie bis zur Parodontologie
tragen die verschiedenen Disziplinen innerhalb der Zahnmedizin dazu bei,
wichtige Funktionen, Gesundheit und Lebensqualität möglichst ein Leben
lang zu erhalten.

Wissenschaftliche Quellen

Fehlbiss und Magenentleerung
•       Koike S, Sujino T, Ohmori H, Shimazaki K, Fukuyama E, Kanai T,
Hibi T, Ono T. Gastric emptying rate in subjects with malocclusion
examined by [(13) C] breath test. J Oral Rehabil. 2013 Aug;40(8):574-81.
doi: 10.1111/joor.12073.
•       Kumar A, Almotairy N, Merzo JJ, Wendin K, Rothenberg E,
Grigoriadis A, Sandborgh-Englund G, Trulsson M. Chewing and its influence
on swallowing, gastrointestinal and nutrition-related factors: a
systematic review. Crit Rev Food Sci Nutr. 2023 Nov;63(33):11987-12017.
doi: 10.1080/10408398.2022.2098245.

Zahn- und Kieferfehlstellungen und emotionales Wohlbefinden/Lebensqualität
•       Seehra J, Fleming PS, Newton T, DiBiase AT. Bullying in
orthodontic patients and its relationship to malocclusion,self-esteem and
oral health-related quality of life. J Orthod. 2011 Dec;38(4):247-56; quiz
294. doi: 10.1179/14653121141641.
•       Dimberg L, Arnrup K, Bondemark L. The impact of malocclusion on
the quality of life among children and adolescents: a systematic review of
quantitative studies. Eur J Orthod. 2015 Jun;37(3):238-47. doi:
10.1093/ejo/cju046.

Zahn- und Kieferfehlstellungen und Zahnverlust
•       Mundt T, Bernhardt O, Krey KF, Splieth C, Völzke H, Samietz S,
Schwahn C. The impact of malocclusion on tooth loss over a 20-year period:
Findings from the Population-Based Study of Health in Pomerania (SHIP). J
Dent. 2025 Feb;153:105502. doi: 10.1016/j.jdent.2024.105502.