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Stellungnahme: DGTHG begrüßt neue CE-Kennzeichnung des da-Vinci-5-Systems für bestimmte Herzeingriffe in Europa

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Ein weiterer Meilenstein für die robotische Herzchirurgie in Deutschland
ist erreicht: Der „da Vinci 5“, die fortschrittlichste Generation der da-
Vinci-Operationssysteme, hat die CE-Kennzeichnung für bestimmte
herzchirurgische Eingriffe bei Erwachsenen in Europa erhalten. Damit
erweitert sich das Einsatzspektrum des da Vinci 5 Systems um
thorakoskopisch unterstützte Eingriffe im Herzen sowie minimalinvasive
Koronare Bypassoperationen. Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz-
und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich und
sieht darin einen weiteren wichtigen Impuls für die feste Etablierung der
robotergestützten Herzchirurgie in Deutschland.

Robotik in der Herzchirurgie ist dabei keineswegs neu. In einigen
deutschen Kliniken werden bereits heute bestimmte herzchirurgische
Eingriffe robotergestützt durchgeführt – mit großen Vorteilen für die OP-
Teams und Patient:innen, sagt Prof. Dr. Jochen Börgermann, 1.
Vizepräsident der DGTHG. „Der Einsatz von Robotik ermöglicht eine sehr
präzise Steuerung der Instrumente und bietet dem Operationsteam eine
detaillierte dreidimensionale Sicht auf das Operationsfeld.“

Die robotischen Instrumente verfügen über sieben Freiheitsgrade und
ermöglichen damit eine außergewöhnlich präzise Beweglichkeit selbst auf
kleinstem Raum. Eine Tremorreduktion filtert unwillkürliche Bewegungen des
Operateurs heraus, zugleich können größere Handbewegungen in feinste
Instrumentenbewegungen übersetzt werden. So lassen sich auch schwer
zugängliche anatomische Strukturen sicher und präzise erreichen. Der
Zugang erfolgt über sogenannte Ports – kleine, zwischen den Rippen
eingebrachte Arbeitshülsen für Kamera und Instrumente – oder über kleinste
Schnitte. Hieraus resultieren kaum sichtbare Wunden, eine schnellere
Rekonvaleszenz und weniger Schmerzen für die Patient:innen.

Neue Möglichkeiten und breitere Anwendung in Deutschland erwartet

Mit dem „da Vinci 5 System“ kommen zu diesen Vorteilen nun weitere
technische Möglichkeiten hinzu. Gegenüber früheren Generationen bietet das
System eine Reihe technologische Weiterentwicklungen, darunter noch
kompaktere Roboterarme, die insbesondere bei Eingriffen auf engem Raum die
Bewegungsabläufe erleichtern können, sowie ein erweitertes
Instrumentenangebot und eine deutlich höhere Datenverarbeitungsleistung.
Zu dem System gehört außerdem ein integrierter Trainingssimulator. „Dank
der europäischen Zulassung des da Vinci 5 Systems für bestimmte
herzchirurgische Eingriffe können nun auch deutsche Kliniken diese
technologischen Fortschritte nutzen“, sagt Herzchirurg Jochen Börgermann.
Der Chef der Klinik für Herzchirurgie und Kinderherzchirurgie am
Herzzentrum Duisburg rechnet künftig mit einer deutlich breiteren
Anwendung von Robotersystemen in Deutschland. Eine innovative und
zukunftsweisende Entwicklung aus Sicht des DGTHG-Vizepräsidenten. In den
kommenden Jahren erwartet er eine schrittweise Weiterentwicklung der
robotischen Herzchirurgie, jedoch keinen grundlegenden Umbruch. „Für eine
umfänglichere und dauerhafte Etablierung benötigen wir weitere
wissenschaftliche Untersuchungen, die den Nutzen systematisch erfassen und
evidenzbasiert bewerten.“ Die neuen technologischen Möglichkeiten des „da
Vinci 5 Systems“ könnten dies vorantreiben: Dank der digitalen Architektur
des Systems lassen sich Operationsabläufe strukturiert nachvollziehen und
auswerten.

All das lässt Jochen Börgermann zuversichtlich in die Zukunft blicken:
„Ich bin überzeugt davon, dass die Robotik in der Herzchirurgie einen
festen Platz einnehmen wird – für eine noch bessere Versorgung unserer
Patient:innen.“