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Stadt Duisburg Infos:Tagung des Zentrums für Erinnerungskultur zur „Erinnerungskultur in der migrantischen Stadtgesellschaft“

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Das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie veranstaltet am 20. und 21. September im Hotel Montan auf der Dahlstraße 1 in Marxloh eine Tagung zur „Erinnerungskultur in der migrantischen Stadtgesellschaft“.

 

Seit der Gründung im Mai 2014 hat sich das Zentrum für Erinnerungskultur als Schwerpunkt mit der Aufarbeitung der Geschichte Duisburgs im Nationalsozialismus beschäftigt, entwickelt und profiliert mit dieser Tagung eine neue thematische Säule seiner Arbeit. Die Tagung markiert dabei den Anfangspunkt eines längerfristigen Arbeitsprozesses im Zentrum für Erinnerungskultur und schafft erste Grundlagen zur Aufarbeitung der Anwerbung „ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ nach Duisburg. Am Beispiel des Stadtteils Marxloh sollen Migrationsprozesse der Nachkriegszeit und ihre Auswirkungen untersucht werden.

 

Wie in vielen anderen Ruhrgebietsstädten haben die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften und die daraus erwachsenen Folgen die Entwicklung der Stadtgesellschaft in Duisburg nachhaltig geprägt. Die Tagung geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen und unter welchen politischen, ökonomischen und sozialen Voraussetzungen die Arbeitsmigration stattgefunden hat. Einleitend richtet sich dabei der Blick auf langfristige Migrationsbewegungen in Nordrhein-Westfalen seit Ende des 19. Jahrhunderts sowie auf die konkreten Bemühungen um eine politische Steuerung der Migrationsprozesse auf Bundesebene in den 1950er bis 1970er Jahren. Die anschließenden Fallbeispiele aus dem Stadtteil Marxloh bemühen sich darum, die historischen Migrations- und Integrationsprozesse multiperspektivisch herauszuarbeiten und in den Kontext der allgemeinen Stadtgeschichte einzubetten.

 

Neben und in Verbindung mit der migrationshistorischen Aufarbeitung geht die Tagung der Frage nach, welche Bedeutung die Arbeitsmigration in der kollektiven Erinnerung hat. Eine Erinnerungskultur, verstanden als lebendige und für die Gegenwart noch immer relevante Aneignung der Vergangenheit, muss neben einer soliden und interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Grundlage das Wissen der vielfältigen Akteure von damals aus Politik, Wirtschaft und Nachbarschaft einbinden. Nicht zuletzt aus diesem Grund gehört zum Programm der Tagung auch eine Talkrunde mit Zeitzeugen. Die Zeitzeugen eröffnen aus ihrer persönlichen Perspektive den Blick auf vielschichtige Erinnerungen und Deutungen der Migrations- und Integrationsprozesse seit den 1970er Jahren.

 

Die Tagung wird am Ende des ersten Tages abgerundet durch eine historische Stadtteilführung und am Ende des zweiten Tages wahlweise durch eine Führung im Grillo-Museum zu Aspekten der Firmen- und Familiengeschichte oder eine Stadtteilführung der EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg zu ausgewählten Projekten der Stadtteilerneuerung.

 

Das Programm der Tagung ist online unter www.duisburg.de/erinnerungskultur abrufbar. Die Teilnahme an der Tagung steht allen Interessierten offen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bis Montag, 17. September, wird gebeten.