Stadt Bochum Infos: 5. Bochumer Kinderschutzkonferenz: „Was tun mit aggressiven Jugendlichen?“
Als Hausherr begrüßte Professor Dr. Thomas Lücke, Direktor der Universitätskinderklinik Bochum, gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Schirmherr der Veranstaltung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hörsaalzentrum des St. Josef Hospital. Über 200 Teilnehmende informierten sich in Fachvorträgen, Workshops und an den Ständen der Bochumer Hilfs- und Beratungseinrichtungen über den Opferschutz, über die pädagogischen, über medizinische und psychosoziale Hilfen sowie über die Angebote im Rahmen der Hilfen zur Erziehung.
Das Tagungsthema beschäftigt auch das Bochumer Jugendamt in seinem Alltag. 2017 wurden insgesamt 482 Inobhutnahmen, 1.134 ambulante Fälle und 745 stationäre Fälle registriert. Hinter diesen Zahlen, so Ruth Piedboeuf-Schaper, Leiterin des Sozialen Dienstes des Jugendamts, verbergen sich vielschichtige Problemlagen und natürlich auch schwierigste Fälle. In diesem Zusammenhang wurde auch auf den Kindernotruf hingewiesen.
In Bochum überprüfte der Soziale Dienst des Jugendamtes in 2016 insgesamt 910 Meldungen zur „Kindeswohlgefährdung“, in 2017 waren es 909 Überprüfungen. Der Kinderschutzbeauftragte für Bochum, Peter Kraft, berichtete, dass im Gegensatz zum Bundestrend (ein Anstieg um 5,7 Prozent der Fälle gegenüber dem Vorjahr) diese Zahlen in Bochum stabil bleiben. Dies ließe sich erklären durch die Präventionsarbeit vor Ort in den Kitas und Schulen durch die Kita- und Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie durch ein gutes Netzwerk in Beratungsarbeit. Aktuell seien in Bochum 79 so genannte „insoweit erfahrene Fachkräfte“ in der Beratung und Prozessbegleitung im Kinderschutz bei den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe sowie an den Grundschulen tätig.
Die nächste Kinderschutzkonferenz findet am 19. September 2020 statt.
