Fossil Free Münster Trotz Baumhausprotest - LWL hält an destruktiver Finanzpolitik fest
Nach dem Beschluss des Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Juni, 75%
seiner 6,6 Mio. RWE-Aktien zu halten, wurde heute entschieden, die
Erlöse der zu verkaufenden 25% ohne ethisch-ökologische Anlagekriterien
erneut in Aktien zu investieren.
Klimaaktivist*innen, die seit drei Tagen vor dem Landeshaus einen Baum
besetzen, kritisieren den Beschluss scharf.
"Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich seit Jahren für
konsequenten Klimaschutz engagieren", erklärt Lea Naendrup-Poell von
Fossil Free Münster. Vor dem Hintergrund des LWL-Slogans "Wir tun Gutes"
bezeichnen die Aktivist*innen den Beschluss als nicht tragbar. "Sich auf
der einen Seite dafür zu preisen, Kultur und Soziales zu fördern, auf
der anderen Seite in Kauf zu nehmen, dass das eigene Geld bei Konzernen
wie RWE oder Rheinmetall Klimazerstörung oder Krieg mitfinanziert, ist
einfach heuchlerisch", kritisiert Naendrup-Poell. "Wir werden
diskutieren müssen, wie wir auf diesen Beschluss reagieren."
Fossil Free Münster fordert seit Jahren vom LWL, mit Anlagekriterien
auszuschließen, dass ihr Geld in ethisch-ökologisch bedenkliche
Unternehmen investiert wird.
Um den Druck auf den LWL im Vorfeld der heutigen Debatte zu erhöhen,
hatten die Aktivist*innen zuletzt am Sonntag morgen ein Baumhaus vor dem
Landeshaus errichtet.
