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Photovoltaik auf Schuldächern und in Workshops: Stadt Duisburg bringt „PV2School“

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An Duisburger Schulen geht schon bald die Sonne auf. Die Stadt Duisburg
plant ab 2025 bis zu 130 Schulgebäude Stück für Stück mit dezentralen
Photovoltaik-Anlagen auszustatten.

Und die Schülerinnen und Schüler
bekommen im Projekt „PV2School“ sogar Wissen zu den Themen
Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien vermittelt. Interessierte Kinder und
Jugendliche können an Workshops teilnehmen und dabei den Aufbau und die
Funktion sogenannter Balkonsolaranlagen kennenlernen.
Einen Sonnen-Unterricht gab es heute am Steinbart-Gymnasium in der
Stadtmitte, wo einige Schülerinnen und Schüler erste Module
zusammenbauten. Oberbürgermeister Sören Link lobt das Ökologie-Projekt:
„PV2School schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Umweltschutz,
Zukunftsfähigkeit und Bildung. Dass Schülerinnen und Schüler unmittelbar
vor Ort lernen und erleben, wie Energiewende funktioniert, macht dieses
Projekt besonders wertvoll. Der Aufbau vieler, kleiner Solar-Anlagen auf
Schulen ist zudem innovativ, weitgehend unbürokratisch und ein wichtiger
Teil unseres Klimaschutzkonzeptes.“
Finanziert wird das Projekt über den städtischen Haushalt. Die Kosten liegen
bei rund 220.000 Euro. Auf 20 Jahre hochgerechnet eine lohnende
Investition: So ist von einer CO2-Vermeidung von 2330 Tonnen auszugehen.
Im Gegenzug rechnen die Experten der Stabsstelle Klimaschutz mit einer
Stromproduktion von insgesamt rund 4160 Megawattstunden. Das führt zu
einer Energiekostenersparnis in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Eine
gewinnbringende Kosten-Nutzen-Rechnung sowohl für den städtischen
Haushalt als auch für die Umwelt.
„Klimaschutz und damit einhergehend die Energiewende ist die
Herausforderung unserer Zeit. Die Stromerzeugung durch Photovoltaik ist
dabei ein wichtiger Baustein. Dabei ist insbesondere der Direktverbrauch von
PV-Strom wünschenswert, da dieser zu einer hohe Kostenersparnis führt, die
Strom-Netze nicht belastet und keine Speicherung erforderlich ist“, erklärt
Umweltdezernentin Linda Wagner.
Kleinere PV-Anlagen haben einige Vorteile: Aufgrund ihres geringen
Gewichts sind statistische Überprüfungen der Dächer nicht nötig. Sie
brauchen zudem wenig Platz, sind fast schon „kinderleicht“ zu installieren,
sind wartungsarm und haben so gut wie keinen Einspeiseverlust: Verbraucht
wird, was produziert wird. Der Eigenverbrauchsanteil beträgt somit circa 100
Prozent.
Und sie haben Wachstumspotenzial, können auch je nach Bedarf zu einer

größeren Anlage in Modulbauweise erweitert werden. Ein weiteres Plus-
Argument für Kommunen: Stecker-Solargeräte wie Balkonkraftwerke sind

aufgrund ihrer Einspeiseleistung von 800 Watt nahezu auflagenfrei.
„Es ist geplant, zunächst mit zehn Schulen zu starten und die dort

gesammelten Erfahrungen anschließend in den Aufbau der weiteren PV-
Anlagen einfließen zu lassen“, sagt Projektleiter Matthias Klockhaus von der

Stabsstelle Klimaschutz.
Um die Erträge des dezentralen PV-Kraftwerks zu erfassen, werden die
einzelnen Anlagen über das Internet ausgelesen und mit der Cloud-Software„ClimateView“ bilanziert. Somit können die Werte mit den Verbrauchsdaten
der vergangenen Perioden verglichen werden.
Da die Schülerinnen und Schüler in Arbeitsgruppen Wissenswertes zur
Funktionsweise und Installation von Balkonsolaranlagen erlernen, hat
„PV2School“ auch eine pädagogische Wirkung. Die Kinder und Jugendlichen
übernehmen eine Multiplikatoren-Rolle für erneuerbare Energien in ihren
Familien.