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Urban Mining Lab: Bochumer Forschung für eine nachhaltige Zukunft

Urban Mining Lab Symbolbild pixabay
Urban Mining Lab Symbolbild pixabay
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Das Urban Mining Lab an der Hochschule Bochum ist ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Ressourcennutzung in der Metropole Ruhr. Ziel ist es, Rohstoffe aus urbanen Abfallströmen – von alten Smartphones bis zu ausgedienten Möbeln – systematisch zu erfassen, zu analysieren und in neue Stoffkreisläufe einzubringen. Jährlich werden im Lab rund 1.000 Produkte untersucht und in einer offenen Datenbank mit über 5.000 Einträgen dokumentiert. Diese Datenbank hilft, Recyclingprozesse gezielt zu verbessern und die Rückgewinnungsquote von Wertstoffen um bis zu 15 % zu steigern. Angesichts eines anthropogenen Materialbestands von 50 Milliarden Tonnen in Deutschland und jährlich 2,5 Millionen Tonnen Möbelabfall ist das Potenzial enorm.

Daher arbeitet man eng mit Studierenden, Unternehmen und Behörden zusammen, um innovative Recyclingtechnologien zu entwickeln und die Kreislaufwirtschaf nicht nur in der Region voranzutreiben.

 

Urban Mining = Ressourcengewinnung

Die Bedeutung von Urban Mining zeigt sich eindrucksvoll in den aktuellen Kennzahlen: In Deutschland werden jährlich etwa 200 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle erzeugt, von denen 75 % recycelt werden. Im Bereich Möbel und Büroausstattung liegt die Recyclingquote jedoch erst bei rund 15 %. Hier setzt das Urban Mining Lab an und zeigt, dass man durch gezielte Analyse und innovative Verfahren die Verwertungsquote auf bis zu 80 % steigern kann. Dies entspricht einer zusätzlichen Rückgewinnung von 1,6 Millionen Tonnen Möbelmaterial pro Jahr.

Der Effekt für Klima und Umwelt ist erheblich: Allein durch verbessertes Möbelrecycling könnten jährlich 1,3 Millionen Tonnen CO eingespart und über 4 Millionen Megawattstunden Energie gewonnen werden. Das ist ausreichend, um mehr als eine Million Haushalte mit Strom zu versorgen. Der daraus resultierende wirtschaftliche Nutzen liegt bei rund 244 Millionen Euro jährlich. Diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig die Verbindung von Forschung, Praxis und Industrie für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist.

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Vepa als praktisches Beispiel für industrielle Kreislaufwirtschaft

Ein herausragendes Beispiel für die industrielle Umsetzung von Urban Mining ist das Wiederaufarbeitungszentrum von Vepa. Das Unternehmen hat sich auf die hochwertige Wiederverwendung und das Recycling von Büro- und Projektmöbeln spezialisiert. Im Zentrum werden gebrauchte Möbel, Fehlbestellungen und Ausstellungsstücke zentral gelagert, geprüft und nach strengen Qualitätsstandards aufbereitet. Möbel, die nicht mehr direkt wiederverwendet werden können, werden in ihre Einzelteile zerlegt und die Rohstoffe – wie Stahl, Holz oder Kunststoff – in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Dank des durchdachten Designs lassen sich die Komponenten mit minimalem Aufwand trennen und wiederverwenden.

Und Qualitätseinbußen sind dabei kein Thema: Die aufbereiteten Möbel erreichen in allen Gesichtspunkten die Qualität von Neuprodukten. Vepa investiert kontinuierlich in Lagerflächen und Aufarbeitungskapazitäten und setzt damit Maßstäbe für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft.

 

Das Urban Mining Lab und Vepa weisen in eine nachhaltige Zukunft

Wenn wissenschaftliche Forschung und industrielle Praxis Hand in Hand gehen, kann man Großes erreichen. Dementsprechend optimistisch können sowohl die Forschenden als auch die Möbelbauer in die Zukunft blicken: Während das Urban Mining Lab die Datenbasis und innovative Recyclingmethoden liefert, setzen Unternehmen wie Vepa diese Erkenntnisse in großem Maßstab um. Beide Akteure tragen dazu bei, die Kreislaufwirtschaft in Deutschland voranzutreiben, Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck der Städte zu verringern.

 

Fazit: Urban Mining ist schon heute die Blaupause für die künftige Kreislaufwirtschaft

Urban Mining und die Kreislaufwirtschaft sind zentrale Bausteine für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Das Urban Mining Lab der Hochschule Bochum und industrielle Beispiele wie das Wiederaufarbeitungszentrum von Vepa zeigen, wie innovative Forschung und industrielle Umsetzung gemeinsam große Wirkung entfalten können. Mit messbaren Erfolgen bei Ressourcenschonung, CO-Reduktion und wirtschaftlichem Nutzen setzen sie branchenübergreifende Maßstäbe und erlauben schon heute einen Blick in eine saubere, klimafreundliche Zukunft.