Schüler der VHS Duisburg werden bei bundesweitem Schreibwettbewerb ausgezeichnet
Ein Zeichen für Zusammenhalt und gegen das Vergessen: Der aktuelle
Vorkurs im Zweiten Bildungsweg der Volkshochschule Duisburg, bei dem
Teilnehmende Schulabschlüsse nachholen können, hat sich beim
bundesweiten Wettbewerb „Schreib für Hanau – Deine Worte für
Zusammenhalt in Vielfalt“ gegen zahlreiche Einsendungen aller Schulformen
aus ganz Deutschland durchgesetzt.
Gemeinsam mit den Schülerinnen und
Schülern der zehn weiteren ausgezeichneten Schulen ging es für die
Duisburger Delegation zur Preisverleihung nach Berlin.
Der von der „Initiative Kulturelle Integration“ ins Leben gerufene Wettbewerb
erinnert an den rechtsextremistischen Anschlag vom 19. Februar 2020. Ziel
ist es, der Opfer zu gedenken und ein Signal für gesellschaftliche Vielfalt zu
setzen. Eine hochkarätige Jury wählte aus über hundert Einreichungen die
zehn besten Texte sowie eine Gruppenarbeit aus.
Bildungsdezernentin Astrid Neese zeigt sich beeindruckt und stolz: „Mit ihren
Texten haben sie nicht nur literarisches Talent bewiesen, sondern auch
Haltung, Mut und gesellschaftliche Verantwortung gezeigt. Ihr Erfolg macht
deutlich, wie viel Kraft, Reflexion und Engagement in ihnen steckt.“
Bei der Preisverleihung in der Staatsbibliothek zu Berlin trugen die
Schülerinnen und Schüler aus sieben Bundesländern ihre Texte vor. Diese
thematisieren in verschiedenen literarischen Formen Ausgrenzung durch
Mobbing, Rassismus, Homophobie und Islamophobie und erinnern an die
Menschen, die in Hanau zu Opfern wurden.
Die sieben Teilnehmenden der VHS Duisburg, deren eigenen Biografien zum
Teil von Flucht und Neuanfang geprägt sind, sorgten für einen besonderen
Moment: Im Publikum saß Serpil Temiz Unvar, die Mutter des beim Anschlag
ermordeten Ferhat Unvar. Sie hörte vor Ort den Brief, den die Jugendlichen
vorlasen und der direkt an ihren Sohn Ferhat gerichtet war. Diese
unmittelbare Begegnung zwischen den Verfassern und der Mutter des Opfers
berührte Jury und Publikum gleichermaßen.
Möglich wurde diese Leistung das große Engagement der Lehrkräfte Julia
König und Michael Hinssen. Bereits wenige Tage vor der Berlin-Reise hatte
VHS-Leiter Volker Heckner den Erfolg im Rahmen der Zeugnisübergabe
gewürdigt: „Der Erfolg unseres Vorkurses erfüllt uns mit großer Freude und
tiefem Respekt. Die Teilnehmenden haben mit beeindruckender Sensibilität,
sprachlicher Stärke und viel Empathie gearbeitet. Dieser Gewinn zeigt, was
möglich wird, wenn junge Menschen ernst genommen, begleitet und ermutigt
werden.“
