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Betriebsratswahlen Wissenschaftlicher Rechercheservice

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vom 1. März bis zum 31. Mai finden die Betriebsratswahlen 2026 statt.
Millionen Beschäftigte in Deutschland können wählen. Im Folgenden finden
Sie Daten und Forschungsergebnisse zur Wirkung von Mitbestimmung auf
Arbeitsbedingungen und Unternehmen, zur Verbreitung von betrieblicher
Mitbestimmung, zu Aktivitäten von Arbeitgebern gegen
Betriebsratsgründungen, zu sinnvollen Reformen sowie einordnende Zitate
von Experten.



Dr. Ernesto Klengel: "Digitalisierung und Künstliche Intelligenz,
klimagerechter Umbau, weltwirtschaftliche Erschütterungen: Viele
Beschäftigte erleben grundlegende Veränderungen in ihrem Arbeitsalltag,
auch die Sorge um den Arbeitsplatz steigt. Die aktuellen Forschungsdaten
zeigen nicht nur, dass funktionierende Mitbestimmung am Arbeitsplatz
langfristig positive Effekte bringt. Mitbestimmung trägt auch dazu bei,
dass in der Arbeitswelt der Zukunft der Mensch im Zentrum steht", sagt der
wissenschaftliche Direktor des Hugo Sinzheimer Instituts (HSI) der Hans-
Böckler-Stiftung. "Bestehende Mitbestimmungsstrukturen müssen daher besser
abgesichert werden, gerade bei wirtschaftlichen Umstrukturierungen und
digitalisierten Strukturen. Betriebsratswahlen bedürfen einer besseren
Absicherung, etwa durch einen besseren Schutz der Initiatoren vor
fristlosen Kündigungen. Ebenso wie Gewerkschaften den analogen Betrieb
aufsuchen können, braucht es zudem dringend einen gesetzlich abgesicherten
Zugang zu digitalisierten Arbeitsumgebungen."

Dr. Daniel Hay: "Zahlreiche Studien belegen den Mehrwert der Mitbestimmung
– gerade auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.
Mitbestimmungsakteure sind insbesondere dann, wenn Strukturen in den
Unternehmen neu geordnet werden, keine bloßen Adressaten von
Entscheidungen, sondern wichtige Mitgestalter*innen. In der Praxis
entwickeln Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter*innen in Aufsichtsräten
tragfähige Konzepte für Qualifizierung, Beschäftigungssicherung und die
sozialverträgliche Ausgestaltung von notwendigen Umstrukturierungen", sagt
der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Mitbestimmung und
Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung. "Sie wirken
maßgeblich an Zukunftsvereinbarungen mit, verhandeln Rahmenregelungen zum
Einsatz digitaler Technologien und sorgen dafür, dass
Innovationsstrategien mit verbindlichen Investitionen in Kompetenzen und
Standorte abgesichert werden. Wo Mitbestimmung frühzeitig eingebunden ist,
entstehen nicht nur rechtssichere, sondern vor allem auch strategisch
klügere und nachhaltigere Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte
gleichermaßen."

In mitbestimmten Betrieben sind Arbeitsbedingungen besser, es wird mehr
für Weiterbildung, Gleichstellung oder Gesundheitsprävention getan, zudem
zeigen sich Vorteile für das gesamte Unternehmen. Beispielsweise sind
Betriebe mit Betriebsrat produktiver. Einen Kurzüberblick über
Forschungsergebnisse finden Sie hier: https://www.boeckler.de/de/boeckler-
impuls-was-betriebsrate-leisten-74600.htm


Einen ausführlichen Forschungsüberblick finden Sie hier, wobei zusätzlich
zu Studien zur betrieblichen Mitbestimmung auch Studien zur
Unternehmensmitbestimmung im Aufsichtsrat berücksichtigt sind: https://www
.imu-boeckler.de/data/Hans-Boeckler-
Stiftung_Mitbestimmung_Gestaltungsprinzip-der-.pdf


Die Anteile, wie viele Beschäftigte einen Betriebsrat an ihrer Seite haben
bzw. in wie vielen Betrieben es eine Vertretung gibt, erhebt das Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB):
https://www.boeckler.de/data/wsimit_2025_04_hohendanner-1.pdf (Hinweis:
Aus methodischen Gründen lässt sich aus den Quoten keine absolute Zahl der
Betriebsräte errechnen). Trotz der erschwerten Ausgangslage durch die
Corona-Pandemie lag die Wahlbeteiligung bei der letzten Betriebsratswahl
2022 bei 71,5 Prozent im Betriebsdurchschnitt.

Meistens kommen Betriebsräte und Management ganz gut miteinander klar.
Trotzdem sind Behinderungen von Betriebsratswahlen keine Einzelfälle,
insbesondere, wenn Beschäftigte erstmals eine Vertretung wählen wollen,
zeigt eine Studie unseres Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen
Instituts (WSI): https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675
-betriebsratsgruendungen-behindert-in-unternehmen-63283.htm


Deshalb sind besserer Schutz und geringere Hürden für Betriebsratswahlen
zentrale Punkte gesetzlicher Reformen: https://www.boeckler.de/de
/boeckler-impuls-betriebsratswahlen-rechtlich-besser-absichern-75029.htm


Die Grundhaltung, dass Mitbestimmung ein wichtiger Faktor für eine
erfolgreiche und menschengerechte wirtschaftliche Transformation ist,
prägt einen Gesetzesvorschlag zur Modernisierung des
Betriebsverfassungsgesetzes, der 2022 vorgelegt wurde: https://www.hugo-
sinzheimer-institut.de/pressemitteilungen-1904-eine-betriebsverfassung-
fur-das-21-jahrhundert-40292.htm