Studentischer Dokumentarfilm erfolgreich bei internationalen Filmfestivals
Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich Studien zufolge immer
einsamer. Doch woran liegt das? Mit dieser Frage hat sich ein
studentisches Filmteam des Studiengangs Digitale Medienproduktion (DMP)
der Hochschule Bremerhaven im Rahmen des Medienprojekts „Dokumentarfilm“
beschäftigt und damit die Jurys internationaler Filmfestivals überzeugt.
„Mehr als allein“ wurde bisher nicht nur vier Mal als bester Film
ausgezeichnet, sondern lief auch bereits auf zehn internationalen
Filmfestivals. Damit startet er erfolgreicher als alle bisherigen Filme
Bremerhavener Studierender in die Festivalsaison.
Studiengangsleiter Prof. Dr. Holger Rada, der das Projekt betreut hat, ist
selbst ein wenig überrascht von diesem Erfolg: „Ich habe nicht damit
gerechnet, dass der Film so toll durchstartet. In der Vergangenheit hatten
wir mit unseren Filmen zumeist eine Quote von 5:1 - was bedeutet, dass auf
fünf Einreichungen eine Festivalaufführung kommt. Und jetzt haben wir eine
Quote von fast 80 Prozent. Letztlich ist das aber eine Bestätigung für die
tolle Arbeit unseres Teams.“
Für Katharina Pohlen, die das Projekt auf studentischer Seite koordiniert
hat, unterstreicht diese außergewöhnliche Quote die Qualität, die
erzählerische Stärke und die professionelle Umsetzung des Projekts:
„Dieser Erfolg bedeutet für uns vor allem Bestätigung. Wir haben sehr viel
Zeit, Leidenschaft und Überzeugung in den Film investiert. Dass unsere
Arbeit nun auf so vielen Festivals wahrgenommen und ausgezeichnet wird,
zeigt uns, dass wir uns für ein wichtiges Thema entschieden haben.“ Nach
nur wenigen Wochen wurde der Film bereits viermal als bester Film
ausgezeichnet – unter anderem in Indien, Mannheim und Paris. Nach den
ersten 13 Einreichungen lief der Dokumentarfilm bisher bei zehn
internationalen Filmfestivals.
Einsamkeit ist ein relevantes Thema
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht das Thema Einsamkeit - ein
sensibles und gesellschaftlich hoch relevantes Thema, das das Team bewusst
in den Fokus gerückt hat. „Einsamkeit ist ein sehr schwieriges Thema, um
es filmisch sensibel und gleichzeitig authentisch umzusetzen“, erklärt
Kameramann Piero Gaytan De la Fuente. „Gerade zu Beginn des Projekts
standen wir vor großen Herausforderungen, weil es nicht einfach war,
Protagonist:innen zu finden, die bereit sind, so persönliche Einblicke in
ihr Leben zu geben. Umso dankbarer sind wir, dass wir Menschen gefunden
haben, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, und dass sich am Ende alles
so positiv entwickelt hat.“ Für das Team zeigt der Erfolg auch, wie
wichtig es ist, gesellschaftlich relevante Themen sichtbar zu machen und
ihnen Raum zu geben.
Für die Beteiligten ist die Auszeichnung nicht nur eine Würdigung der
bisherigen Arbeit, sondern auch ein wichtiger Ansporn für zukünftige
Projekte. „Wir hätten am Anfang niemals erwartet, dass der Film so viel
Aufmerksamkeit bekommt. Zu sehen, dass unsere Arbeit international gezeigt
und ausgezeichnet wird, ist ein unglaublich schönes Gefühl. Es zeigt uns,
dass sich die viele Arbeit wirklich gelohnt hat.“, sagt Laura Schönborn,
die für den Schnitt verantwortlich war. Gleichzeitig stärke die Resonanz
den Zusammenhalt innerhalb des Teams und bestätige die gemeinsame
Arbeitsweise. Für das Team ist dies eine besondere Anerkennung ihres
Engagements und ein bedeutender Moment in ihrer bisherigen gemeinsamen
Arbeit.
Teilnahme an Symposium
Nicht nur der Erfolg des Films, sondern auch das Engagement des Teams war
außergewöhnlich groß. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass die
Studierenden mit ihrem Projekt auf einem wissenschaftlichen Symposium
vertreten waren. Im Rahmen der Themenwoche Einsamkeit präsentierten sie in
Hannover erstmals öffentlich Auszüge aus ihrem Dokumentarfilm und sprachen
über Hintergründe und Herausforderungen der Produktion. Prof. Holger Rada
zeigt sich beeindruckt von diesem Engagement: „Das ist schon etwas
Besonderes, denn die Studierenden haben alles selbst organisiert. Sie
haben sich um Sponsoren und Übernachtungsmöglichkeiten gekümmert, aktiv am
Symposium teilgenommen und nebenher noch Interviews mit Betroffenen
geführt.
„Gerade, weil wir ein studentisches Team sind, war vieles für uns ein
Ausprobieren und Lernen. Wir sind gemeinsam an den Herausforderungen
gewachsen. Das hat uns nicht nur fachlich, sondern auch persönlich
weitergebracht.“, so Aike Gerken, der für den Ton zuständig war.
Im Studiengang Digitale Medienproduktion entstehen jedes Jahr
Dokumentarfilme, die auf verschiedenen Filmfestivals mit Preisen
ausgezeichnet werden - zuletzt „Männer“, „3 Uhr 8° Ost“ und „Zusammen“.
Aktuell warten die Studierenden und ihr Professor Holger Rada auf
Rückmeldungen weiterer Festivaljurys.
