Duisburger Grundstücksmarkt zeigt deutliche Aufwärtstendenz – Werte steigen in fast allen Bereichen – Innenstadt zeigt leicht abweichende Tendenz
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Duisburg hat in seiner Jahres-
sitzung am 17. März 2026 die Bodenrichtwerte, den Grundstücksmarktbericht und die sonsti-
gen für die Wertermittlung erforderliche Daten zum Stichtag 1. Januar 2026 als Übersicht über
den Grundstücksmarkt in der Stadt Duisburg ermittelt. Grundlage bildet die gemäß § 195 Bau-
gesetzbuch (BauGB) geführte Kaufpreissammlung.
Der Duisburger Immobilienmarkt hat im vergangenen Jahr eine spürbare positive Entwicklung
erlebt. In vielen Bereichen wurde mehr gekauft, mehr investiert und es wurden höhere Werte
erzielt. Wie aus den aktuellen Auswertungen hervorgeht, zeigen sowohl die Transaktionszahlen
als auch der Geldumsatz eine klare Wachstumsrichtung. Die Immobilientransaktionen nahmen
über alle Bereiche hinweg zu, während sich gleichzeitig eine spürbare Wertsteigerung bei
Grundstücken und Wohnimmobilien abzeichnet. „Wir sehen, dass Wohnungen und Häuser in
Duisburg weiterhin sehr gefragt sind. Viele Bürgerinnen, Bürger und Investierende möchten
hier bauen, kaufen oder investieren und das zeigt sich auch besonders im Neubau, wo wir eine
spürbare Belebung feststellen. Diese Entwicklungen prägen den gesamten Markt und stimmen
insgesamt positiv“, so Alexander Bernt, Vorsitzender des Gutachterausschusses.
Erneut deutlich mehr Verkäufe
Im Jahr 2025 hat der Gutachterausschuss insgesamt 3717 Kaufverträge über Verkäufe von
Grundstücken, Häusern und Wohnungen (19 Prozent mehr als im Vorjahr) ausgewertet. Auch
der Geldumsatz im Duisburger Stadtgebiet ist leicht gestiegen und liegt bei rund 1,1 Milliarden
Euro. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von rund vier Prozent.
Ein Blick auf die Teilmärkte zeigt folgende Entwicklungen gegenüber dem Vorjahr:
- Kaufverträge über unbebaute Grundstücke:
Besonders deutlich bekommt man die Entwicklung bei den unbebauten Grundstücken zu
spüren. Hier gab es 170 Verkäufe und einen Umsatz von 78,9 Millionen Euro.
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Auffällig ist:
o Der Umsatz bei den Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken hat deutlich zugelegt
mit einem Plus von 77 Prozent auf 10,59 Millionen Euro.
o Auch Grundstücke für Mehrfamilienhäuser waren sehr gefragt. Der Umsatz lag bei
11,59 Millionen Euro. Dies ist doppelt so viel verglichen mit dem Vorjahr.
- Kaufverträge über bebaute Grundstücke:
Bei den bebauten Grundstücken gab es 1576 Verkäufe und einen Geldumsatz von 771,6
Millionen Euro. Besonders im Neubau (Bauträgerobjekte) hat sich viel getan: Der Umsatz
mit neu errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern ist fast auf das Dreifache gestiegen – von
rund 30 auf fast 80 Millionen Euro.
Der Durchschnittspreis für neuerstellte Ein- und Zweifamilienhäuser im Stadtgebiet beträgt
rund 670.000 Euro.
- Kaufverträge über Wohnungs- und Teileigentum:
Dieser Teilmarkt war 2025 der Motor des Duisburger Immobiliengeschehens. Mit 1885
ausgewerteten Kaufverträgen wechselten rund 30 Prozent mehr Objekte den Eigentümer
als im Vorjahreszeitraum. Der Geldumsatz ist dabei um rund 33 Prozent gestiegen auf rund
244,4 Millionen Euro. Auch die Erstverkäufe von Neubauwohnungen entwickelten sich be-
merkenswert dynamisch: Die Umsätze stiegen von 31,4 Millionen auf 58,8 Millionen Euro.
Insgesamt konnten 158 Erstverkäufe von Wohnungen nach Neubau registriert werden. Die
erzielten Quadratmeterpreis lagen dabei in guten Wohnlagen bei durchschnittlich 5687 Eu-
ro pro Quadratmeter und in mittleren Wohnlagen bei 4752 Euro pro Quadratmeter.
„Die Entwicklung bei den Eigentumswohnungen zeigt eindrucksvoll, wie groß das Interesse
an dieser Wohnform in Duisburg aktuell ist. Wir sehen eine deutliche Belebung sowohl im
Neubausegment als auch im Bestand, was auf ein breites Vertrauen der Käuferinnen und
Käufer hinweist“, erklärt Alexander Bernt, Vorsitzender des Gutachterausschusses.
Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktdaten 2026
Die Bodenrichtwerte wurden auf Basis der bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses
geführten Kaufpreissammlung einer detaillierten Analyse unterzogen und hinsichtlich ihrer Ab-
grenzung, der wertbestimmenden Merkmale sowie des Wertes zum Stichtag untersucht. Er-
gebnis dieser Untersuchung ist ein Aufwärtstrend bei den Bodenrichtwerten für Wohnbebau-
ung. Im Stadtgebiet wurden die Bodenrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhausbebauung
durchschnittlich um sieben Prozent und die Bodenrichtwerte für Mehrfamilienhausbebauung
um durchschnittlich drei Prozent angehoben. Ein neue Bodenrichtwertzone für eine Mehrfamili-
enhausbebauung ist für den Bereich des Seequartiers in 6 Seen Wedau mit 950 Euro pro
Quadratmeter gebildet worden.
Im Außenbereich liegen die aktuellen Bodenrichtwerte je nach Lage im Stadtgebiet zwischen
140 und 210 Euro pro Quadratmeter.
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Eine steigende Preisentwicklung konnte auch bei Ackerlandflächen verzeichnet werden. Für
das Stadtgebiet wurde der Bodenrichtwert für Ackerlandflächen (ohne Grünlandflächen) auf
11,00 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche angehoben.
Punktuelle Ausnahmen bestehen jedoch im Innenstadtbereich insbesondere entlang der König-
straße, wo die Bodenrichtwerte aufgrund veränderter Marktentwicklungen um etwa zehn Pro-
zent zurückgingen.
Die Bodenrichtwerte stehen kostenfrei im zentralen Informationssystem der Gutachteraus-
schüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Land Nordrhein-
Westfalen unter www.BORIS.nrw.de zur Verfügung. Unter der Internetadresse kann auch der
Grundstücksmarktbericht, der einen umfassenden Überblick über den Grundstücksmarkt in
Duisburg gibt, kostenfrei abgerufen werden.
Neben den aktuellen Daten können unter der Internetadresse auch alle Bodenrichtwerte ab
2011 und Grundstücksmarktberichte ab dem Jahr 2005 kostenfrei abgerufen werden.
Index und Immobilienrichtwerte für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen
In seiner Sitzung am 3. März 2026 hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der
Stadt Duisburg den Index und die Immobilienrichtwerte für Einfamilienhäuser und für Eigen-
tumswohnungen 2026 beschlossen. Es zeigt sich bei den Einfamilienhäusern und bei den Ei-
gentumswohnungen ein deutlich steigendes Wertniveau. Der Preisindex legte bei den Eigen-
tumswohnungen um rund 14 Prozent auf 145,4 zu und bei den Ein- und Zweifamilienhäusern
um rund 10 Prozent auf 118,2.
Unter www.BORIS.nrw.de steht ein „Immobilienpreiskalkulator“ für beide Teilmärkte zur Verfü-
gung. Mit dessen Hilfe und den bereitgestellten Informationen aus der örtlichen Fachinformati-
on kann ein Immobilienrichtwert leicht von jedem auf das vorläufige Vergleichswertniveau des
zu bewertenden Objektes angepasst und gegebenenfalls sachverständig weiter modifiziert
werden.
