Duisburg, Untere Naturschutzbehörde macht auf die „Stunde der Gartenvögel“ aufmerksam
Die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ des
Naturschutzbundes Deutschland (NABU) findet vom 8. bis 10. Mai 2026
bereits zum 22. Mal statt. Auch in Duisburg sind Bürgerinnen und Bürger
eingeladen, eine Stunde lang Vögel in ihrer direkten Umgebung zu
beobachten und zu zählen – etwa im eigenen Garten, auf dem Balkon oder
in Parks. Ziel der Aktion ist es, Veränderungen in der Vogelwelt sichtbar zu
machen und wichtige Erkenntnisse für den Natur- und Artenschutz zu
gewinnen.
Ein Blick auf die Ergebnisse des Vorjahres zeigt, wie wichtig diese Zählung
ist. 2025 wurden bundesweit durchschnittlich nur noch etwa 28 Vögel pro
Garten gezählt. Das war der niedrigste Wert seit Beginn der Aktion vor mehr
als zwanzig Jahren. In Nordrhein-Westfalen lag der Durchschnitt mit rund 27
Vögeln pro Garten sogar noch darunter. Auch die Meldungen aus Duisburg
flossen in die NRW-Auswertung ein und spiegeln damit die Situation der
Vogelwelt im Duisburger Stadtgebiet wider.
Trotz des generellen Rückgangs blieb die Rangfolge der häufigsten
Gartenvögel im Jahr 2025 weitgehend stabil. Nach wie vor wurden der
Haussperling, die Amsel sowie Kohl- und Blaumeise am häufigsten gemeldet,
gefolgt vom Star. Diese Arten profitieren bislang noch von menschlichen
Siedlungen, ihre Bestände gehen jedoch ebenfalls seit mehreren Jahren
zurück. Der Eindruck, dass ehemals alltägliche Vogelarten seltener werden,
bestätigt sich damit auch wissenschaftlich.
Ein besonderer Schwerpunkt der Auswertung 2025 lag auf den Finkenarten,
da sie in vielen Regionen deutlich seltener beobachtet wurden. Besonders
beim Grünfinken zeigten sich deutliche Bestandsverluste. Ursachen sind
unter anderem Krankheitserreger sowie der Rückgang von samenreichen
Wildpflanzen und naturnaher Lebensräume. Auch der Buchfink, lange Zeit
ein typischer und weit verbreiteter Gartenvogel, zeigt einen negativen Trend.
Die Ursachen für den Rückgang vieler Vogelarten sind vielfältig. Weniger
Insekten führen bei vielen Arten zu Nahrungsmangel. Auch längere Trocken-
und Hitzeperioden erschweren die Nahrungssuche. Hinzu kommen
Krankheiten wie das Usutu-Virus bei Amseln oder Trichomonaden bei Finken
sowie die zunehmende Versiegelung und intensive Pflege von Grünflächen.
Städte wie Duisburg können jedoch durch naturnahe Gestaltung öffentlicher
Flächen, artenreiche Gärten und insektenfreundliche Balkone einen
wichtigen Beitrag zum Erhalt der Vogelwelt leisten.
Die „Stunde der Gartenvögel“ 2026 bietet die Gelegenheit, diese
Entwicklungen weiter zu beobachten und zu dokumentieren. Jede Zählung
aus Duisburg hilft dabei, Trends frühzeitig zu erkennen und den Naturschutz
zu stärken. Die Teilnahme ist einfach und ohne besondere Vorkenntnisse
möglich; gezählt wird eine Stunde lang die jeweils höchste Anzahl gleichzeitig
beobachteter Vögel pro Art. Die Beobachtungen können online unter
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-
gartenvoegel/index.html oder über die NABU-App „Vogelwelt“ gemeldet
werden. Meldeschluss ist der 18. Mai 2026.
