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DIOR-Nachwuchspreise für FH-Studentinnen Auszeichnung auf renommiertem Fotografie-Festival in Frankreich

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Zum Auftakt ein doppelter Erfolg für die Fachhochschule Dortmund: Mit ihren fotografischen Werken haben zwei Design-Studentinnen jeweils einen der begehrten DIOR-Nachwuchspreise gewonnen. Die Auszeichnungen erfolgten während des weltweit renommierten Festivals „Rencontres de la Photographie“ in der südfranzösischen Stadt Arles.„Dieses Jahr durften wir uns als Hochschule zum ersten Mal am internationalen Wettbewerb für den DIOR-Nachwuchspreis beteiligen und haben bei insgesamt über 600 Einreichungen gleich zwei von zehn Plätzen bekommen“, berichtet Prof. Dr. Marcel René Marburger, der die beiden Preisträgerinnen mit weiteren Studierenden zur Ehrung begleitete. Die Kandidat*innen waren aufgefordert, sich mit dem Thema „Von Angesicht zu Angesicht“ auseinanderzusetzen.

 

 

„UNCOOL“ von Debora Brune:

Die Fotoserie „UNCOOL“ von Debora Brune untersucht, wie Körper durch visuelle Konventionen gesehen, kategorisiert und normalisiert werden, und hinterfragt die Hierarchien zeitgenössischer Repräsentationssysteme: In 27 farbigen, nach Vornamen betitelten Porträts zeigt Debora Brune sichtbare Behinderungen – Narben, Verbrennungen, Gliedmaßenstümpfe, Blindheit oder Albinismus – ohne Stilisierung oder Beschönigung. Mit neutralen Hintergründen, direktem Licht und Frontalaufnahmen lenkt sie den Blick auf die Dynamik des Sehens und Gesehenwerdens und verleiht den Porträtierten Autorität statt Symbolik. Die Bilder zielen darauf ab, die oft vorsichtige, sentimentalisierende oder ausgrenzende Darstellung von Behinderung in der Bildkultur zu durchbrechen. Debora Brune, selbst Rollstuhlfahrerin, verbindet in ihrer Arbeit persönliche Erfahrung mit ästhetischer Reife und einer entschlossenen, nüchternen Bildsprache, die die Spannung zwischen individueller Präsenz und kollektiver Wahrnehmung in einer Gesellschaft, die häufig wegschaut, sichtbar macht.

 

Debora Brune, Jahrgang 1996, lebt und arbeitet in Berlin und London. Nach ihrem Bachelor-Abschluss absolvierte sie auch ihren Master in Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.

 

 

„ORIGIO“ von Milena Schilling:

Milena Schilling legt mit der Serie „ORIGIO“ über drei Jahre entstandene Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen vor, für die sie 45 nackte Personen im Alter von 18 bis 73 Jahren mit unterschiedlichen Körpertypen choreografisch im Bodensee inszenierte: Intensiv vorbereitet – fast neun Stunden pro Bild – tauchten Model und Team in nur 12 °C kaltes Wasser, hatten pro Tauchgang lediglich wenige Minuten für ein einziges, unbearbeitetes Foto; die Abläufe übten sie zuvor an Land. Die Bilder verbinden poetische, fast sakrale Ruhe mit einer Feier der körperlichen Vielfalt und dem thematischen Bogen zum Element Wasser: Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Menschen zu 60 bis 70 % aus Wasser bestehen und die Erde zu 71 % von Wasser bedeckt ist. Als Ursprung allen Lebens und verbindendes Element stellte Milena Schilling daher Wasser ins Zentrum ihrer Arbeit.

 

Milena Schilling, ebenfalls Jahrgang 1996, lebt und arbeitet in Konstanz. Ihren Bachelor-Abschluss erwarb sie an der Universität Konstanz, ihren Master-Abschluss in Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.

 

 

Hintergrund zum Nachwuchspreis:

Der „Dior Photography and Visual Arts Award for Young Talents“ wurde 2018 von Christian Dior Parfums in Zusammenarbeit mit dem interdisziplinären Kulturzentrum LUMA Arles und der „École Nationale Supérieure de la Photographie“ (ENSP) ins Leben gerufen. Der internationale Wettbewerb richtet sich an Studierende und Absolvent*innen führender Kunst- und Fotoschulen. Den Vorsitz der Jury hatte in diesem Jahr der britische Fotograf David Sims. Mehr zum Wettbewerb: https://prix-dior.luma.org/