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Energetische Sanierung im Ruhrgebiet – Welche Maßnahmen sich für Eigenheimbesitzer lohnen

Energetische Sanierung im Ruhrgebiet
Energetische Sanierung im Ruhrgebiet Symbolfoto
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Reihenhaus aus den Sechzigern, einfache Ziegelwand, Ölheizung im Keller – so sieht es in vielen Straßen rund um Gelsenkirchen und Buer aus. Dass die Heizkostenabrechnung jedes Jahr höher ausfällt, überrascht da kaum. Trotzdem schieben viele Eigentümer eine Sanierung vor sich her. Dabei lassen sich mit den richtigen Maßnahmen Energieverbrauch und Kosten deutlich drücken.

Altbauten im Ruhrgebiet – warum hier besonders viel Potenzial steckt

Ein Großteil der Wohngebäude in der Region stammt aus der Nachkriegszeit.

Gebaut wurde schnell und günstig, an Wärmedämmung dachte damals niemand. Laut einer Analyse des DIW Berlin flossen 2023 bundesweit rund 72 Milliarden Euro in energetische Gebäudesanierungen. Preisbereinigt lag das Niveau allerdings kaum über dem von vor zehn Jahren. Der Rückstau bleibt gewaltig, das Einsparpotenzial ebenso.

Fassade dämmen – und dabei gleich aufwerten

Die Außenwand ist bei vielen Altbauten die größte Schwachstelle. Hier geht im Winter am meisten Wärme verloren. Eine ordentliche Fassadendämmung senkt den Heizenergiebedarf erheblich und verbessert gleichzeitig das Raumklima im Sommer. Immer mehr Eigentümer setzen bei der Verkleidung auf natürliche Materialien. Eine Holzfassadenverkleidung etwa dämmt hervorragend, wirkt optisch ansprechend und hält bei sachgemäßer Pflege mehrere Jahrzehnte. Ganz nebenbei ergibt sich so die Chance, den Charakter eines älteren Hauses zu bewahren und es trotzdem energetisch auf den neuesten Stand zu bringen.

Heizung tauschen – aber nicht isoliert betrachten

Alte Öl- oder Gasheizungen treiben den Verbrauch nach oben. Ein Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme rechnet sich langfristig. Allerdings bringt eine neue Heizung allein wenig, wenn die Gebäudehülle weiterhin Energie nach draußen lässt. Dämmung und Heizungstausch gehören zusammen. Ob eine Wärmepumpe für das eigene Haus taugt, hängt von der Bausubstanz ab – und davon, ob die vorhandenen Heizkörper groß genug dimensioniert sind. Ein Energieberater hilft, die passende Lösung zu finden.

Fenster und Türen erneuern

Zweifachverglaste Fenster aus den Siebzigern lassen Wärme fast ungehindert nach draußen. Dreifachverglasung verringert den Verlust erheblich. Nebenbei wird es ruhiger in der Wohnung, was in dichter besiedelten Vierteln wie Buer ein willkommener Nebeneffekt ist. Dass der Austausch veralteter Technik messbar Kosten senkt, zeigt auch die Stadt Gelsenkirchen: Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Leuchten hat den kommunalen Energieverbrauch nach unten gedrückt.

Dach und Kellerdecke mitdenken

Diese beiden Stellen werden bei Sanierungsplanungen regelmäßig vergessen. Dabei entweicht über ein ungedämmtes Dach viel Heizenergie. Die Kellerdecke zu dämmen zählt zu den günstigsten Maßnahmen überhaupt und braucht keinen großen Umbau. Beim Dach ist der Aufwand höher, dafür steigt neben der Energiebilanz auch der Wohnkomfort unterm First.

Förderung mitnehmen

Komplett aus eigener Tasche zahlen braucht niemand. Die wichtigsten Anlaufstellen:

 

  • KfW: zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für Einzelmaßnahmen oder Effizienzhaussanierungen

  • BAFA: direkter Zuschuss beim Heizungstausch

  • Kommunale Beratung: Gelsenkirchen bietet Eigentümern Energieberatung an

 

Wer sich vorab informiert, kombiniert staatliche Hilfe mit dauerhaft niedrigeren Energiekosten und macht das Projekt wirtschaftlich tragfähig.

Alles auf einmal angehen? Das braucht es gar nicht. Schritt für Schritt vorgehen, mit Fassade oder Heizung anfangen und nach und nach ergänzen – so wird aus dem Altbau ein Zuhause, das weniger Energie frisst und trotzdem seinen Charakter behält.

 

Mit Fahrplan sanieren – und mehr Förderung mitnehmen

 

Wer nicht sicher ist, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen am meisten bringen, sollte über einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) nachdenken. Ein zertifizierter Energieberater schaut sich das Haus vor Ort an, prüft Bausubstanz, Heizung und Verbrauch und erstellt daraus einen konkreten Stufenplan. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst die Beratung, und wer die einzelnen Maßnahmen später gemäß Plan umsetzt, bekommt zusätzlich einen iSFP-Bonus von fünf Prozent auf die BAFA- oder KfW-Förderung obendrauf. Gerade bei Altbauten im Ruhrgebiet, wo mehrere Sanierungsschritte anstehen, spart das über die Jahre einen vierstelligen Betrag – und schützt davor, mit der falschen Maßnahme zu beginnen und später teuer nachbessern zu müssen.