Ausrufung des Klimanotstandes im LWL
Klimanotstand ohne Divestment ist leeres Versprechen.Die Klimaschutzinitiative Fossil Free Münster kritisiert den Beschluss vom 12.7.19 mit dem der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Klimanotstand ausgerufen hat. Der von SPD,
CDU und Grünen eingebrachte Beschluss enthält keine Aussagen zum Umgang des LWL mit
Geldanlagen in fossile Brennstoffe.
Seit über vier Jahren fordert Fossil Free Münster als Teil der globalen Klimaschutzbewegung den
Verkauf der 6,6 Millionen RWE-Aktien, die der LWL noch immer hält. In der gleichen Sitzung, in
der auch der Klimanotstand beschlossen wurde, entschied der LWL auch, mit Aktien im Wert
von über 100 Millionen Euro am Kohlekonzern RWE beteiligt zu bleiben. Der RWE-Konzern ist
einer der größten CO2-Emittenten in Europa und der LWL einer der größten kommunalen
Anteilseigner.
„Der LWL kann nicht einerseits den Klimanotstand ausrufen und andererseits die
Klimakatastrophe mitfinanzieren,“ so Friederike Kunz von Fossil Free Münster. Im Beschluss zum
teilweisen Verkauf der RWE-Aktien heißt es, die Fraktionen von SPD und CDU sähen sich in der
Verantwortung, mit dem Erbe der Beteiligung an RWE verantwortungsvoll umzugehen. „Der
einzig verantwortungsvolle Umgang wäre ein vollständiger, zeitnaher Verkauf der Aktien“, so
die Aktivistin weiter.
Fossil Free Münster begrüßt zwar, dass der LWL in seiner Entscheidung zum Klimanotstand der
Eindämmung des Klimawandels höchste Priorität einräumt, fordert jedoch, dass dieser
Erkenntnis auch verantwortungsbewusstes Handeln folgt.
Gestern hatten sich bei der Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses ca. 20
Aktivist*innen von Fossil Free Münster aus Protest gegen die Entscheidung des LWL, mit knapp
5 Mio. RWE-Aktien an RWE beteiligt zu bleiben, mit Öl beschmiert.
- Aufrufe: 451