Vereinsflagge VFL Bochum Foto Pixabay
Vereinsflagge VFL Bochum Foto Pixabay

Der VfL Bochum ist in der Saison 2009/10 aus der Bundesliga abgestiegen. Seitdem versucht der Traditionsklub vergeblich, den Sprung ins deutsche Oberhaus zu realisieren. Mehr als Rang fünf war seit neun Jahren nicht mehr möglich. Auch in der laufenden Spielzeit ist die Konkurrenz wieder groß. Dennoch ist mit dem VfL zu rechnen. Die Vereinsführung hat den Kader in der abgelaufenen Transferphase ordentlich verstärkt. Offiziell ist der Aufstieg zwar kein Thema, doch insgeheim wird man sich rund um Ruhrstadion durchaus was ausrechnen.

 

Bochum im Kreis der Favoriten

 

Das ist nur verständlich, denn auch bei den Online-Wetten wie bei bet365 zählen die Bochumer zum Kreis der Meisterschaftsanwärter. Mit einer Quote von 13,00 muss der VfL lediglich dem Hamburger SV (3,50), Hannover 96 (6,00) und Fortuna Düsseldorf (6,00) den Vortritt lassen. Der Saisonstart begann durchaus vielversprechend. Nach drei Spieltagen sind die Bochumer noch ungeschlagen und im oberen Tabellendrittel dabei.

 

Vor allem seit dem Jahr 2020 scheint die Mannschaft die Vorgaben von Trainer Tomas Reis immer besser verinnerlicht zu haben. Bis zum 17. Februar hat Bochum unter Reis sieben von 18 Pflichtspielen verloren. Seitdem musste sich der VfL nur noch einmal in 16 Begegnungen geschlagen geben. Hätten die Bochumer vergangene Saison von Beginn an so souverän agiert, wäre man bereits damals ein heißer Anwärter für den Aufstieg gewesen. So aber fehlten am Ende neun Punkte auf den Relegationsplatz.

 

Reis schweißt die Mannschaft zusammen

 

Die Baustellen der Vorsaison sind mittlerweile abgearbeitet, was in erster Linie dem Trainer zu verdanken ist. Seit Reis die Mannschaft Anfang September 2019 von Robin Dutt übernommen hat, tritt der VfL endlich wieder als Einheit auf. Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft gehören der Vergangenheit an. Für dieses Ziel hat Reis hart durchgegriffen, Sanktionen wegen Disziplinlosigkeiten ausgesprochen und das Wohl der Mannschaft über das des Einzelnen gestellt.

 

Darüber hinaus hat der 47-Jährige ein gutes Händchen bei Transfers bewiesen. Spieler wie Vasilios Lampropoulos und Robert Zulj haben sich nach anfänglichen Schwierigkeiten als echte Verstärkungen herausgestellt. Ersterer wurde daher zu Saisonbeginn auch fest von Deportivo La Coruna verpflichtet. Ähnliches erhofft man sich nun von den weiteren Sommertransfers wie Tasis Bonga (Chemnitz), Herbert Bockhorn (Huddersfield), Gerrit Holtmann (Mainz) oder Erhan Masovic (FC Brügge). Insgesamt wurden sieben neue Spieler verpflichtet, die dem Kader noch mehr Qualität verleihen sollen.

 

Zurückhaltung statt großer Sprüche

 

Der Ball rollt Foto Pixabay
Der Ball rollt Foto Pixabay

Dass in Bochum gute Arbeit geleistet wird, hat man auch bei der Konkurrenz registriert. Beispielsweise in Hannover, deren Sportdirektor Gerhard Zuber die Bochumer auf der Liste hat, wenn es in dieser Saison um den Aufstieg geht. In Bochum selbst wird man solche Ansagen dagegen niemals öffentlich kommunizieren. Träumen sei erlaubt, doch wichtig ist, was auf dem Platz passiert. Vielleicht kann man nach der Hinrunde ein erstes Fazit ziehen und personell nochmal nachlegen.

 

Bis dahin heißt es, Ergebnisse liefern und oben dranbleiben. Denn dass man nicht unbedingt der Top-Favorit auf die Meisterschaft und den Aufstieg sein muss, um am Ende den Sprung ins Oberhaus zu schaffen, hat sich am Beispiel Hamburger SV ganz deutlich gezeigt. Der HSV hat den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Zweimal in Folge ist man an dieser Zielsetzung krachend gescheitert. In Bochum will man nicht denselben Fehler machen. Deswegen sieht man sich natürlich nicht als Aufstiegskandidat.