Abgrenzung der StadtRegionen 2020  © ILS, Kartografie: Jutta Rönsch
Abgrenzung der StadtRegionen 2020 © ILS, Kartografie: Jutta Rönsch

Auf der Internetseite www.ils-stadtregionen.de können Nutzerinnen und
Nutzer ab sofort online Informationen zu 33 deutschen Städten und ihrem
Umland abrufen. Das ILS – Institut für Landes- und
Stadtentwicklungsforschung stellt damit seine Daten aus dem
institutseigenen Monitoring StadtRegionen digital aufbereitet zur
Verfügung.

„Dieser Webauftritt bietet erstmalig die Möglichkeit, Trends der
Raumentwicklung mit ausgewählten Indikatoren interaktiv zu erforschen“,
berichtet ILS-Projektleiter Prof. Dr. Stefan Fina. „Die Daten und
Darstellungen sind so aufbereitet, dass disparitäre Entwicklungen zwischen
den Zentren von StadtRegionen und ihren Pendlereinzugsbereichen erkennbar
werden, auch im Vergleich mit Gebieten außerhalb der StadtRegionen und den
Trends in Gesamtdeutschland.“

Für den Aufbau dieser Anwendung hat der Bereich Geoinformation und
Monitoring des ILS Zeitreihen aus der Regionalstatistik und aus den
Beständen der Bundesagentur für Arbeit von 2001 bis 2017 harmonisiert und
in einem ersten Schritt in Kernindikatoren für die Themenbereiche
Bevölkerung, Beschäftigung, Soziales und Flächennutzung überführt. „Die
interaktive Kartendarstellung und Grafiken geben einen Überblick über die
Raumentwicklung in deutschen Städten und ihrem Umland in den vergangenen
knapp zwanzig Jahren und lassen Trends von Konzentration und Verdrängung
nachvollziehbar werden“, so Fina. Weitere ergänzende Indikatoren, zum
Beispiel zum Themenbereich Mobilität, werden folgen.

Für das interaktive WebGiS, dessen Entwicklung vom MagicMappingClub Berlin
unterstützt wurde, wurden in den vergangenen Monaten die genannten
Datenreihen aus der Regionalstatistik der Statistischen Ämter von Bund und
Ländern aufbereitet. Es richtet sich an Raumwissenschaftlerinnen und
Raumwissenschaftler ebenso wie an Interessierte, die mehr über ihre Region
erfahren möchten. Neben dem Regionsvergleich besteht die Möglichkeit,
Unterschiede zwischen den Kernstädten und Umlandgemeinden einzelner
StadtRegionen nachzuvollziehen. Auf diese Weise stellt die Anwendung
Forschungsdaten bereit, um Nutzerinnen und Nutzern Unterschiede in der
Raumentwicklung von Regionen wie Berlin, Düsseldorf, Chemnitz oder Kiel
näherzubringen. Als Download gibt es ergänzend kompakte Steckbriefe mit
den wichtigsten ausgewählten Informationen zu einer StadtRegion.

Hinweise zur Methodik: Der Definition als StadtRegion liegt die Annahme
zugrunde, dass Pendlerverflechtungen die Beziehungen zwischen Kernstadt
und dem dazugehörigen Umland maßgeblich prägen und sich je nach räumlicher
Zuordnung zu Zentren auch überlappen können (z. B. im Ruhrgebiet oder in
der Region Rhein-Neckar). Per Definition werden Städte mit einer
Bevölkerung von mindestens 200.000 Personen und 100.000
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen sowie mittels des
Einzugsbereichs der Kernstadt in Fahrzeitminuten als StadtRegion
bezeichnet. Diese Großstädte haben eine besondere funktionale Rolle für
ihr Umland und eine übergeordnete zentralörtliche Bedeutung als
Wirtschaftsknoten und Beschäftigungszentrum.