Zwei Schüler pro Klasse betroffen // Online-Austausch, Selbsttest und
digitaler Notfallkoffer für Jugendliche auf www.fideo.de

Leipzig/Dresden, 25.02.2021 – Wie finde ich als junger Mensch heraus, ob
ich eine Depression haben könnte? Was kann ich tun, wenn Freund*innen an
Depression erkrankt sind? Wie können Eltern oder Lehrer*innen betroffenen
Jugendlichen mit Depression helfen? Antworten auf diese und viele andere
Fragen zu Depression im Jugendalter gibt www.fideo.de (FIDEO heißt
„Fighting Depression Online“). Die neue Webseite des Diskussionsforum
Depression e.V. für Jugendliche ab 14 Jahren vermittelt Informationen zur
Erkrankung Depression, wie Symptome, Ursachen und
Behandlungsmöglichkeiten. Zugleich können sich Jugendliche und junge
Erwachsene in einem Chat miteinander austauschen, von ihren Erfahrungen
profitieren und sich gegenseitig unterstützen. Darüber hinaus findet sich
auf www.fideo.de ein schneller Selbsttest und ein digitaler Notfallkoffer,
der in schwierigen Zeiten Unterstützung bietet. Neben diesen Inhalten für
Jugendliche gibt es auch einen Bereich, der sich speziell an
Familienangehörige, Schulen oder Freund*innen richtet.

Pro Klasse zwei Schüler an Depression erkrankt

Aktuelle Studien zeigen, dass pro Schulklasse im Schnitt zwei
Schüler*innen an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt sind.
„Depression im Jugendalter zeigen sich oft daran, dass sich ein junger
Mensch zurückzieht, eigenen Interessen und Aktivitäten nicht mehr
nachgeht, niedergeschlagen und antriebslos wirkt, keine Freund*innen mehr
treffen möchte, die Schulleistungen nachlassen und Stimmungsschwankungen
über mindestens zwei Wochen zu beobachten sind“ sagt Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeutin Julia Ebhardt, die www.fideo.de
mitentwickelt hat. Fachlich zur Seite stand Professor Martin Holtmann,
Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LWL-
Universitätsklinik Hamm. Eltern und Lehrer*innen empfiehlt er: „Sprechen
Sie Ihr Kind darauf an, dass fast jeder mal Zeiten von gedrückter Stimmung
kennt, dass Sie aber den Eindruck haben, dass dies bei ihm/ihr nun schon
länger anhält. Bieten Sie an, nun jemanden einzuschalten, der sich damit
gut auskennt und der helfen kann. Das kann der Kinderarzt sein, aber auch
ein Kinder- und Jugendpsychiater*in oder Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeut*in, vielleicht auch der
Schulsozialarbeiter*in.“

Digitale Hilfe für Jugendliche – fachlich betreut

„Viele junge Menschen scheuen sich, bei anhaltend depressiver Stimmung
professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wird eine Depression
jedoch früh erkannt und behandelt, können viel Leid und ein ungünstiger
Krankheitsverlauf verhindert werden“, erklärt Julia Ebhardt. Die in Form
einer Web-App neugestaltete Plattform www.fideo.de ist rund um die Uhr
anonym zugänglich und kann damit einen hilfreichen Beitrag leisten. Ein
textbasierter Chat-Bot führt die Jugendlichen durch die Seite. In einem
Selbsthilfe-Chat haben junge Betroffene die Möglichkeit, sich
untereinander auszutauschen – sei es über ihre konkreten Erfahrungen mit
der Erkrankung oder einfach nur über die Frage „Habe ich eine
Depression?“. Das Selbsthilfeforum wird fachlich moderiert von einer
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie bietet Schutz und meldet
sich, wenn nötig, zu Wort.

Projekt leistet Beitrag zur Bewältigung einer Volkskrankheit

Die BARMER finanziert das Online Selbsthilfeforum www.fideo.de für
Jugendliche seit 2011 über die Selbsthilfeförderung nach § 20 h SGB V.
„Menschen mit einer chronischen Krankheit, ihre Angehörigen und Freunde
müssen ihren Alltag bewältigen und mit der Krankheit einen Umgang finden.
Online-Selbsthilfeforen bieten die Möglichkeit für einen Austausch auf
Augenhöhe“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER
Sachsen. „Die einmal gemachten Erfahrungen und Strategien zur
Gesundheitskompetenz sind so wertvoll, dass sie hier mit anderen geteilt
werden können. Hilfreich ist zudem die fachliche Moderation von Profis,
die im Krisenfall eingreifen können. Das Angebot richtet sich an Alle, die
Erfahrungswissen von Betroffenen erwerben möchten“, so Magerl weiter.

Weitere Anlaufstellen für betroffene Jugendliche und deren Angehörige:

•       Stiftung Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-
depressionshilfe.de
•       Info-Telefon-Depression: 0800 3344533
•       Suche nach Beratungsstellen, bundesweit: www.dajeb.de
•       Nummer gegen Kummer: telefonisch unter 116 111
•       Online-Beratung für Jugendliche: www.jugendnotmail.de
•       Mailberatung in Krisen und bei Suizidgedanken:
www.u25-deutschland.de