Prof. Michael Hoffmann vor einem Laufband zur Untersuchung der Wechselwirkung von Sehbeeinträchtigung und Mobilität.  Sarah Kossmann  Universitätsmedizin Magdeburg
Prof. Michael Hoffmann vor einem Laufband zur Untersuchung der Wechselwirkung von Sehbeeinträchtigung und Mobilität. Sarah Kossmann Universitätsmedizin Magdeburg

Die Universitätsaugenklinik Magdeburg bildet wissenschaftlichen Nachwuchs
in dem europäischen Doktorandenprogramm „OptiVisT“ aus
Störungen des Sehvermögens können Betroffene im Alltag stark
beeinträchtigen. Diese Menschen sind in ihren Möglichkeiten zu arbeiten,
Sport zu treiben und in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe, oftmals
erheblich eingeschränkt. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
(OVGU) mit der Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) ist einer von 26
Projektpartnern in dem interdisziplinären Forschungsverbund OptiVisT –
einem europaweiten Zusammenschluss von über 30 Wissenschaftler*innen aus
den Bereichen Sehwissenschaften, Technologien und Gesundheit. Das
Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, das alltägliche Sehen dieser
Menschen durch innovative und umfassende Versorgung zu verbessern. Unter
der Leitung von Prof. Dr. Michael Hoffmann wird dazu an der
Universitätsaugenklinik Magdeburg geforscht und in den kommenden vier
Jahren zwei von insgesamt 15 Nachwuchswissenschaftler*innen in dem
Doktorandenprogramm auf dem Gebiet der Sehforschung und der Augenheilkunde
ausgebildet. Das Projekt ist am 1. März gestartet.

„In diesem Programm wollen wir den wissenschaftlichen Fortschritt im
Bereich der translationalen Sehforschung stärken. Wir trainieren damit die
Sehforscher von morgen. Das sind junge Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler, die die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Forschung
und Patientenversorgung bilden. Bestenfalls gründen sie anschließend ein
Start-up“, beschreibt Prof. Hoffmann das Vorhaben. Er leitet seit 2004 die
Sektion für klinische und experimentelle Sinnesphysiologie an der
Universitätsaugenklinik in Magdeburg. Sein Team forscht in zwei von
insgesamt 15 Teilprojekten innerhalb dieses Forschungsverbundes, der von
dem Academisch Ziekenhuis Groningen in den Niederlanden koordiniert wird.

„Wir wollen die Auswirkungen der Sehbehinderung auf das funktionelle Sehen
bei der alltäglichen Fortbewegung besser bestimmen können. Dazu erforschen
wir Ansätze für neuartige visuelle Funktionstests, zum Beispiel mit Hilfe
von Virtual Reality“, erzählt Prof. Hoffmann. In einem zweiten Projekt
geht es um die Beurteilung der Sehschärfe im Kindesalter. Laut Prof.
Hoffmann müsse man sich hier bisher auf subjektive Antworten zu abstrakten
Abbildungen verlassen. „Wir wollen in der Diagnostik im Gegenzug zur
bisherigen Praxis mit natürlichen und für die Kinder interessanten Reizen
arbeiten“, so Prof. Hoffmann.

Die OptiVisT-Projekte werden von weltweit führenden Instituten in der
Wissenschaft durchgeführt, darunter die VU Amsterdam, die CITY University
London und das University Medical Center Groningen.

Das Projekt wird mit insgesamt 4,0 Mio. Euro durch das EU-Rahmenprogramm
für Forschung und Innovation - Horizont 2020 gefördert (Marie Sklodowska-
Curie grant agreement No 955590). Die OVGU erhält 505.576,8 Euro
Projektförderung.