Hochschule Stralsund unterstützt „HyExpert“-Region Rügen-Stralsund
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zeichnet
Akteursnetzwerk mit neuem Titel und finanziellen Mitteln aus, Hochschule
Stralsund steuert die Expertise für konkrete Wasserstoffprojekte in der
Region bei.
Potentiale von Wasserstoff entdecken und umsetzen – das ist am Institut
für Regenerative Energie Systeme (IRES) der Hochschule Stralsund schon
seit Jahren eine Maxime, die in der anwendungsorientierten Forschung
beeindruckende Früchte getragen hat. Um die reale Umsetzung vor Ort – in
Stralsund und im Landkreis Vorpommern-Rügen – voranzubringen, unterstützt
die Hochschule Stralsund mit ihrer Expertise ein regionales Team, in dem
neben Vertreter*innen von Hansestadt und Landkreis auch die
Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen, die Weisse Flotte GmbH, die
Landesenergie- und Klimaschutzagentur M-V GmbH, die SWS Seehafen Stralsund
GmbH, SWS Energie GmbH, der Tourismusverband Rügen e. V., die UmWeltSchule
Rügen e. V., die EnergieWerk Rügen e. G., der Zweckverband
Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) sowie der Mukran
Port organisiert sind – mit großem Erfolg.
Konkrete Projekte für die Region
In der zweiten Runde des Wettbewerbs „HyLand – Wasserstoffregionen in
Deutschland“ hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur die Region Rügen-Stralsund zum „HyExpert“ gekürt. „Mit der
Bewilligung als „HyExpert“-Region haben wir nun nach „HyStarter“ den
zweiten Schritt erreicht, um konkrete Wasserstoffprojekte in der Region
vorzubereiten, für deren Umsetzung dann „HyPerformer“-Mittel beantragt
werden können, die mit Investitionskostenzuschüssen für die
Wasserstofferzeugung und -Anwendung einhergehen“, erklärt Prof. Dr.
Johannes Gulden, Leiter des IRES-Institutes an der Hochschule Stralsund.
Er war am 14. September 2021 der Einladung zum „HyLand“-
Vernetzungstreffen im Rahmen der Messe Husum Wind gefolgt. Dort berichtete
er über die bisherigen „HyStarter“-Erfahrungen der Region Rügen-Stralsund
und nahm gemeinsam mit Ralf Bernhardt, Geschäftsführer der SWS Energie
GmbH, die offiziellen Glückwünsche entgegen – stellvertretend für das
gesamte Kernteam der „HyExpert“-Gewinner-Region Rügen-Stralsund. „Für die
Region des Landkreises Vorpommern-Rügen ist das ein wichtiger Schritt für
den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft“, so Prof. Dr. Gulden. Konkrete,
finanziell gut bezuschusste und dadurch umsetzbare Projekte könnten neben
den regionalen Wertschöpfungseffekten durch die dezentrale Nutzung von
regenerativ erzeugtem Strom auch weitere Ansiedlungen von Unternehmen mit
sich bringen. „Damit hat die Region die Chance, die Energiewende vor Ort
selbst zu gestalten“, ordnet Gulden ein. Für die Hochschule Stralsund
bedeutet das: Weitere neuere Kooperationspartner*innen in der Region für
Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie für Transferaktivitäten und
damit auch einen weiteren Standortvorteil.
400.000 Euro Förderung für ein umsetzungsfähiges Konzept
Anerkennung für die Auszeichnung kam auch aus dem Energieministerium des
Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Ich freue mich sehr, dass ihr jahrelanges
Engagement im Bereich Wasserstoff und unser ebenso langes Netzwerken auf
verschiedenen Ebenen nun solch‘ erfreuliche Früchte trägt“, hatte Minister
Christian Pegel öffentlich über das Ministerium erklärt. Als „HyExpert“
erhält die Region 400.000 Euro, mit denen sie Beratungs-, Planungs- sowie
Dienstleistungen für ein umsetzungsfähiges Gesamtkonzept für eine
regionale Wasserstoffwirtschaft beauftragen kann. Dazu gehört auch eine
Machbarkeitsstudie für die Wasserstoffanwendung in der urbanen Entwicklung
im Quartier Andershof. Die bei der Wasserstofferzeugung anfallende Wärme
soll direkt im Gebäudesektor genutzt werden und damit der Einstieg in ein
CO2-freies Fernwärmenetz geschaffen werden – So die Idee. Der erzeugte
grüne Wasserstoff könnte dann in einer Wasserstofftankstelle verdichtet
und damit auch zum Beispiel dem regionalen ÖPNV zur Verfügung gestellt
werden.
Eine weitere Studie soll sich mit der Entwicklung im ländlichen Raum in
Gingst auf Rügen beschäftigen, hier könnten aus der Förderung gefallene
Alt-Windkraftanlagen weiter für die Wasserstofferzeugung genutzt werden.
Im Hinblick auf die beiden Seehäfen Stralsund und Mukran soll es in einer
dritten Studie sowohl um die Offshore- als auch Onshore-Versorgung mit
Wasserstoff gehen. Beide Häfen könnten dabei wichtige Umschlagplätze sein.
Hintergrund zum „HyLand“-Programm
Der „HyLand“-Wettbewerb ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms
Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Sie soll dazu beitragen,
Wasserstoff als Energieträger im Verkehrssektor wettbewerbsfähiger zu
machen. In der ersten Phase des Programms war die Region Rügen-Stralsund
bereits als „HyStarter“ in die Regionenförderung aufgenommen worden. Die
Hochschule Stralsund hatte die Hansestadt Stralsund bei der
Antragsstellung für die „HyExpert“-Region unterstützt, Ideen und
Maßnahmenvorschläge eingebracht, die nun in der Region mit einem
umsetzungsorientierten Konzept auf technische und wirtschaftliche
Machbarkeit hin näher untersucht werden sollen. Das IRES ist Teil des
Kernteams und begleitet das „HyExpert“-Projekt wissenschaftlich.
