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Sargassum-Algen: Fluch und Segen der Karibik

Strand in Akumal (Mexiko): Statt weißem Sand und türkisfarbenem Wasser gibt es dort braune, stinkende Haufen der Sargassum-Alge.  Quelle: Laura Otto
Strand in Akumal (Mexiko): Statt weißem Sand und türkisfarbenem Wasser gibt es dort braune, stinkende Haufen der Sargassum-Alge. Quelle: Laura Otto
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Für die Karibik ist die Sargassum-Alge Fluch und Segen zugleich. Das zeigt
eine Sonderausstellung im Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main. Die
Würzburger Professorin Laura Otto hat sie mitgestaltet.

Die Braunalge Sargassum hat zwei Gesichter. Seit 2011 vermehrt sie sich im
Atlantik so stark, dass riesige schwimmende Algenteppiche entstanden sind.
Und die bleiben nicht auf offener See, sondern werden auch an die Küsten
der Karibik und Mexikos gespült.

Die Algenmassen lassen Schildkröten und Korallenriffe sterben. Den
Menschen vor Ort bereiten sie wirtschaftliche und gesundheitliche
Probleme. Draußen auf dem Meer dagegen bilden sie einen einzigartigen
Lebensraum mit hoher Artenvielfalt.

Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt/Main widmet der Alge nun eine
Sonderausstellung, die bis 18. Oktober 2026 zu sehen ist.

Konsequenzen der Algenvermehrung erforscht

Laura Otto, Juniorprofessorin an der Universität Würzburg, hat die
Ausstellung als Kuratorin mitgestaltet. Die Kulturwissenschaftlerin kennt
sich sehr gut mit dem Thema aus: Sie hat die Konsequenzen der Sargassum-
Massenvermehrung in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderten Projekt untersucht. 2025 wurde es abgeschlossen.

„Es bedeutet mir viel, dass meine Forschung nun im Senckenberg-Museum
sichtbar wird und ein breiteres Publikum erreicht“, sagt Laura Otto.

Ihren Co-Kurator Dr. Torben Riehl kennt sie aus der Johanna Quandt Young
Academy der Goethe-Universität: „Dort haben wir festgestellt, dass wir zur
gleichen Alge arbeiten, aber mit ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen
Zugängen. Aus dieser gemeinsamen Perspektive ist die Idee zur Ausstellung
entstanden. Rund zwei Jahre lang haben wir sie gemeinsam entwickelt und
umgesetzt. Besonders wichtig war mir dabei, unterschiedliche Formen von
Wissen zusammenzubringen und für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar
zu machen.“

Auf die Algen wurde Laura Otto im Urlaub aufmerksam

Zu Sargassum kam Laura Otto durch einen Zufall. Als sie nach ihrer
Doktorarbeit Urlaub in Mexiko machte, wurde sie am Strand mit Unmengen
dieser Algen konfrontiert. Die verrottende, nach faulen Eiern stinkende
Masse vertrieb die Touristen und hatte nicht nur deswegen gravierende
Folgen für die heimische Bevölkerung – ein spannendes Forschungsthema für
die Kulturwissenschaftlerin.

Über die Erkenntnisse aus ihrer ethnografischen Forschungsarbeit in Mexiko
und der Karibik berichtet Laura Otto jetzt auch im Podcast „Fluch und
Segen der Karibik“, den das Senckenberg-Museum begleitend zur
Sonderausstellung in seiner Mediathek  veröffentlicht hat. Von der
Biologie der Algen und dem Lebensraum im Algenteppich erzählt Dr. Torben
Riehl von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung.