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Eröffnung Maritimes Technikum

Prof. Dr. Jann Strybny erläutert Minister Björn Thümler (Mitte) und weiteren Gästen die technische Ausstattung des Maritimen Technikums.
Prof. Dr. Jann Strybny erläutert Minister Björn Thümler (Mitte) und weiteren Gästen die technische Ausstattung des Maritimen Technikums.
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Prof. Dr. Jann Strybny erläutert Minister Björn Thümler (Mitte) und weiteren Gästen die technische Ausstattung des Maritimen Technikums.
Prof. Dr. Jann Strybny erläutert Minister Björn Thümler (Mitte) und weiteren Gästen die technische Ausstattung des Maritimen Technikums.

Forschung und Entwicklung für eine nachhaltige Schifffahrt stärken
Maritime Forschung zum Anfassen und auf höchstem technischen
Niveau: Am Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften der Hochschule
Emden/Leer ganz im Nordwesten von Deutschland ist am Freitag (17.
September 2021) das neue Maritime Technikum eröffnet worden. Der vom Land
Niedersachsen mit mehr als sechs Millionen Euro geförderte Neubau soll zum
einen die Lehre und Forschung am Fachbereich in Leer optimieren. Zum
anderen soll das Großlabor als Informations- und Dienstleistungspartner
für die Region und darüber hinaus fungieren.

Im Technikum stehen den Forschenden unter anderem ein Windkanal, ein
Schlepptank sowie ein Labor für Schiffsakustik zur Verfügung (siehe Anlage
Faktenblatt). Durch die moderne Ausstattung können so künftig für die
Schifffahrt relevante Fragen aus dem Bereich Nautik sowie Schiff- und
Wasserbau an einem Ort untersucht werden. Als Hochschule mit dem
Schwerpunkt Nachhaltigkeit könne dabei insbesondere das Thema Green
Shipping noch intensiver in den Fokus genommen werden, wie Prof. Dr.
Marcus Bentin, Dekan des Fachbereichs Seefahrt und Maritime
Wissenschaften, betonte.

Der Umbau der weltweiten Handelsflotte in puncto Klimaneutralität gehört
zu den größten Herausforderungen der Branche in den kommenden Jahrzehnten.
Bis zum Jahr 2050 soll der durch die Schifffahrt verursachte CO2-Ausstoß
um mindestens die Hälfte reduziert werden. Unter anderen wurde dies im so
genannten „Green Deal“ der Europäischen Union festgelegt. „Dieses Ziel
werden auch wir als Hochschule mit unserer langjährigen Erfahrung im
Bereich Green Shipping unter nun noch besseren technischen Voraussetzungen
unterstützen und dabei den maritimen Sektor in der Region und darüber
hinaus stärken“, so Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler betonte in seiner
Begrüßungs-ansprache ebenfalls den Wert des neuen Maritimen Technikums für
die Hochschule und den Forschungsstandort Leer. Aber auch für den
Reedereistandort Leer und für das Land Niedersachsen sei die neue
Einrichtung eine Bereicherung. „Windenergie für die maritime Wirtschaft im
Norden nutzbar zu machen, ist für Niedersachsen von zentraler Bedeutung“,
so der Minister. Auch im Rahmen der Wasserstoff-Strategie der
norddeutschen Länder könne – in Kooperation mit der regionalen maritimen
Industrie und den niedersächsischen Häfen und in anderen Bundesländern ein
großer Beitrag zur Dekarbonisierung geleistet werden. Das Maritime
Technikum stärke diese Vorhaben weiter.

„Das Maritime Technikum bietet der Hochschule modernste Bedingungen für
die maritime Forschung und Lehre“, so die Leiterin des Staatlichen
Baumanagements Ems-Weser, Alexandra Busch-Maaß. „Bei dieser Baumaßnahme
haben wir besonderen Wert auf eine nachhaltige Energieversorgung gelegt
und damit einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet.“

Mit dem Festakt am Freitag wurden zudem zwei weitere Neuerungen am
Fachbereich bekannt gegeben: Ein Team aus Prof. Dr.-Ing. Jan Wenske und
Telsche Nielsen vom Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES in
Bremerhaven und Prof. Kapt. Michael Vahs und Prof. Dr.-Ing. Jann Strybny
vom Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften der Hochschule
Emden/Leer hat eine umfassende Forschungs- und Entwicklungskooperation in
den letzten zwei Jahren vorbereitet. Mit der Gründung der „Fraunhofer
Arbeitsgruppe Nachhaltige Maritime Mobilität“ in Leer und Bremerhaven
unter der wissenschaftlichen Leitung der Hochschulprofessoren Vahs und
Strybny soll eine enge Zusammenarbeit aufgebaut werden. Einen Schwerpunkt
bilden dabei Entwicklung, Bau und Betrieb zukunftsweisender
Windantriebssysteme für die Berufsschifffahrt. „Für die Fraunhofer-
Gesellschaft ist die energetische Transformation der maritimen Branche
wichtig, denn hier entstehen neue Kooperationen zwischen der Forschung und
der Industrie für eine nachhaltige Zukunft“, so Prof. Dr. Raoul Klingner,
Direktor für Forschungsmanagement und -governance der Fraunhofer-
Gesellschaft.

Zum anderen ist die Hochschule ab jetzt Partner der Nationalparkverwaltung
Nieder-sächsisches Wattenmeer. Das in diesem Zusammenhang in den Neubau
integrierte meereskundliche Laboratorium und Ausstellungsflächen sollen
als außerschulischer Lernort entwickelt werden und in sogenannten „Public
Science Events“ über wichtige Fragen zum Lebensraum Wattenmeer aufklären.
Ziel sei es, neben der Bündelung der gemeinsamen Interessen von Hochschule
und Nationalparkverwaltung die Zusammenarbeit im Rahmen von
Veranstaltungen und wissenschaftlichen Projekten mit Natur- und
Nachhaltigkeitsbezug weiter zu stärken, wie Nationalparkleiter Peter
Südbeck erläuterte.