Matthias Wanner gewinnt Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“
Forscher überzeugt Jury mit experimenteller und partizipativer Stadt- und
Quartiersentwicklung
Der mit 25.000 Euro dotierte Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“
des Wuppertal Instituts und der Zempelin-Stiftung im Stifterverband wird
in diesem Jahr zum fünften und letzten Mal verliehen. Matthias Wanner,
Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung, überzeugte die Jury mit seiner
wissenschaftlich fundierten Forschung, die theoretisch als auch methodisch
qualitativ heraussticht, sowie mit seiner langjährigen Praxiserfahrung und
Prozessbeteiligung. Die Preisverleihung findet am 5. Oktober 2021 in
Utopiastadt/Mirker Bahnhof statt.
Wuppertal/Essen, 20. September 2021: Der Forschungspreises richtet sich
schwerpunktmäßig an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie
Forschungsteams, die mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten zu
transformativen Innovationen forschen sowie gesellschaftliche Akteure in
ihre Forschung integrieren. Im Jahr 2021 standen Beiträge zu dem
Themenfeld Transformative Innovationen im Fokus der Ausschreibung.
Transformative Wissenschaft versteht sich als Wissenschaft, die mit inter-
und transdisziplinären Methoden gesellschaftliche Impulse auslöst, diese
wissenschaftlich begleitet und die Zivilgesellschaft miteinbezieht.
Die Jury des Forschungspreises wählte in diesem Jahr Matthias Wanner für
den mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreis „Transformative
Wissenschaft“ 2021 aus. Der Preisträger überzeugte die Jury mit seinen
vielfältigen Beiträgen zur transformativen Forschung. Ein Schwerpunkt von
Wanners Arbeit liegt in Wuppertal, den er als attraktiven
Transformationsort mit viel Potenzial erlebt und hier unter anderem auch
mit dem Wuppertal Institut und dem Zentrum für Transformationsforschung
und Nachhaltigkeit an der Universität Wuppertal (transzent) wichtige
Impulse setzen konnte. Sein Engagement gilt zudem der Stärkung von
Netzwerken und dem inter- und transdisziplinären Austausch.
Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des
Wuppertal Instituts, gratuliert dem Preisträger: „Mit Blick auf den
Transformationsbedarf liegt insbesondere im Bereich der sozialen
Innovationen viel Forschungspotenzial, beispielsweise in Form von
partizipativen und bildungsorientierten Ansätzen. Die Forschung von
Matthias Wanner zeichnet sich besonders durch seinen ganzheitlichen Ansatz
aus, der die Große Transformation voranbringt und Akteure miteinander
vernetzt.“
Matthias Wanner freut sich sehr über den Preis: „Transformative und
transdisziplinäre Forschung haben nach wie vor im wissenschaftlichen
System einen schweren Stand. Umso mehr freue ich mich über die
Auszeichnung und die damit verbundene Wertschätzung. Der Preis ist für
mich auch ein Dank an gesellschaftliche Akteure wie Utopiastadt, die sich
auf langjährige, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte einlassen
und dadurch den urbanen Wandel fördern.“
Verwendung des Preisgeldes und Preisverleihung
Einen kleinen Teil des Preisgeldes wird Matthias Wanner für die
Unterstützung der Arbeiten der lokalen Coforschung nutzen, um etwa
Materialien, Druckkosten oder Reisezuschüsse unbürokratisch zu
finanzieren. „Der größte Teil des Preisgeldes soll den Austausch zwischen
Reallabor-Forschenden, kommunalen Verwaltungsakteuren, Raum- und
Planungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Stadtmacherinnen
und -machern fördern”, sagt Matthias Wanner. Im Herbst 2022 soll in diesem
Zusammenhang – angestoßen durch das Preisgeld – ein Symposium stattfinden,
das die wirkungsvolle, strategische Zusammenarbeit zwischen Forschung,
Verwaltung und Zivilgesellschaft in Richtung einer nachhaltigen
Stadtentwicklung stärkt.
Die Verleihung des Forschungspreises „Transformative Wissenschaft“ findet
am 5. Oktober 2021 als hybrides Event ab 16:30 Uhr im ehemaligen Mirker
Bahnhof, dem Zentrum des Stadtentwicklungsprojekts Utopiastadt in
Wuppertal, statt. Die Preisverleihung dient zudem als Auftakt für den
Austausch mit den Stadtmacherinnen und -machern und somit als Vorbereitung
für das Symposium im Herbst 2022. Alle Interessierten, die die
Preisverleihung mitverfolgen wollen, können sich über den untenstehenden
Link für das Event anmelden. Es ist geplant, die Aufzeichnung im Nachgang
im YouTube-Kanal des Wuppertal Instituts hochzuladen.
Begründung der Jury
Die Jury legte großen Wert auf die gesellschaftliche Relevanz der
Forschung, auf die wissenschaftliche Qualität und den innovativen
Forschungsansatz sowie den Vorbildcharakter und die Auseinandersetzung mit
ihren Akteuren. Die Jury ist sich einig, dass Matthias Wanner mit seiner
Forschung unter anderem im Reallabor Wuppertal auch in Zukunft weiter an
der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis wichtige Impulse setzen
wird. Mit seiner Forschung lege er, so die Jury, eine deutlich erkennbare
Spur in der transformativen Forschung und Bildung.
Zur siebenköpfigen Jury gehören:
• Prof. Dr. Claudia Hornberg
Universität Bielefeld, Professorin Fakultät für Gesundheitswissenschaften;
Umwelt und Gesundheit
• Prof. Dr. Heike Köckler
Hochschule für Gesundheit, Dekanin Department of Community Health,
Professorin Sozialraum und Gesundheit
• Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras
Universität Hildesheim, Professorin am Institut für Biologie und Chemie;
AG Ökologie und Umweltbildung
• Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt
Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich
• Dr. Volker Meyer-Guckel
Stifterverband, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der
Geschäftsführung, Leiter des Bereichs Programm und Förderung
• Prof. Dr. Roland Scholz
Donau-Universität Krems, Chief Senior Scientist und Gastprofessor
• Dr. Steffi Ober
Initiatorin und Leiterin der zivilgesellschaftlichen Plattform
Forschungswende
Über den Preisträger Matthias Wanner
Der Wissenschaftler promoviert seit 2018 als Stipendiat der Heinrich-Böll-
Stiftung zum Thema „Civic engagement and place identity: a Real-world
Laboratory for the transformation of urban well-being in a neighbourhood
in Wuppertal/Germany“ an der Leuphana Universität Lüneburg bei Prof. Dr.
Daniel Lang. Im Projekt „Transformatives Lernen durch Engagement – soziale
Innovationen als Impulse für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige
Entwicklung“ ist er neben seiner Haupttätigkeit als Stipendiat der
Heinrich-Böll-Stiftung in geringem Umfang im Forschungsbereich
Innovationslabore des Wuppertal Instituts tätig.
Der Wissenschaftler studierte Psychologie und Politikwissenschaft an der
Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und war während seines
Studiums Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Neben seiner
Promotion arbeitet Matthias Wanner im Rahmen vielfältiger Projekte im
Reallabor Wuppertal, wie beispielsweise während seiner Tätigkeit als
wissenschaftlicher Mitarbeiter am transzent der Universität Wuppertal
(2015-2018). Dort leitete er im Projekt „Wohlstands-Transformation
Wuppertal“ das Arbeitspaket „Reallabor Mirke“, das die
Quartiersentwicklung im Mirker Quartier analysiert und verschiedene
Interventionen durchführt, um zivilgesellschaftliches Engagement und
Partizipation zu stärken. Wanners Expertise liegt in der experimentellen
und partizipativen Stadt- und Quartiersentwicklung, der Konzeption,
Durchführung und Evaluation von Reallabor-Projekten sowie der Bildung und
dem Lernen in transformativen Settings.
Über den Forschungspreis
Der Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ zielt auf alle Formen
der Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslöst,
gesellschaftlichen Wandel fördert und dabei die Zivilgesellschaft mit
einbezieht. Eine bedeutende Rolle spielen dabei transdisziplinäre
Forschungsdesigns. Dotiert ist der Preis mit 25.000 Euro. Dieses Geld
kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer
transformativen Wissenschaft zugute. Neben dem Preisgeld erhält das
Gewinnerteam eine Skulptur, die aus den Stahl-Schienen der im Jahr 1898
erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde.
