Wie der Windausbau an Fahrt gewinnen kann
Damit der Ausbau der Windenergie gelingt, bedarf es der breiten Einbindung
der Bürgerinnen und Bürger. Ein IASS Policy Brief enthält Empfehlungen,
wie die Politik die Identifikation mit den Zielen der Energiewende
stärken, Kommunen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung unterstützen und
Teilhabemöglichkeiten sozial gerechter gestalten kann.
Um den steigenden Strombedarf zu decken und die Klimaschutzziele der
Bundesregierung zu erreichen, ist ein beschleunigter Ausbau der
Windenergie notwendig. In der deutschen Bevölkerung findet der geplante
Aus- und Neubau von Windkraftanlagen an Land hohe generelle Zustimmung.
Geht es jedoch um die Errichtung von Anlagen im eigenen Wohnumfeld, nimmt
die Ablehnung unter den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern zu.
Damit die Energiewende als Gemeinschaftswerk besser gelingen kann, bedarf
es der breiten Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Sind die Menschen
vor Ort durch den Bau von Windkraftanlagen unmittelbar mit der
Energiewende konfrontiert, ist es deshalb umso wichtiger, dass sie bei der
Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitreden können und auch die Möglichkeit
haben, finanziell und als Gemeinde insgesamt zu profitieren. Durch eine
Ausweitung der Beteiligungs- und Teilhabemöglichkeiten können die Menschen
die Energiewende zu ihrer eigenen Sache machen. Dabei ist es wichtig, die
unterschiedlich gelagerten Gründe für Ablehnung, fehlende Beteiligung und
Teilhabe zu verstehen und zielgruppengerecht zu adressieren.
Der IASS Policy Brief „Windausbau vor Ort – Potentiale erkennen,
Beteiligung und Teilhabe stärken“ enthält Empfehlungen, wie es beim
Windausbau besser gelingen kann, die Identifikation mit den Zielen der
Energiewende zu stärken, Kommunen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zu
unterstützen und Teilhabemöglichkeiten sozial gerechter zu gestalten.
Empfehlung Nr. 1: Energiewende in Kommunen proaktiv zum Thema machen
Konflikte beim Ausbau von Windenergie entstehen unter anderem dann, wenn
die Menschen vor Ort ein Projekt als Eingriff von außen wahrnehmen. Eine
verpflichtende Analyse kommunaler Ressourcen für den Ausbau erneuerbarer
Energien, in deren Folge die Kommunen gemeinsam mit den Bürgerinnen und
Bürgern ihren Beitrag zu dem Transformationsprozess selbst bestimmen, kann
zum Ausgangspunkt einer proaktiven politischen Debatte über die lokale
Energiewende werden.
Empfehlung Nr. 2: Beteiligungsprozesse durch neutrale Fachleute
unterstützen
Die frühzeitige informelle Beteiligung der regionalen Bevölkerung an
Planungsprozessen ist einer der zentralen Faktoren für den erfolgreichen
Ausbau der Windenergie. Um die Beteiligungsverfahren effektiv und an den
Interessen und Bedürfnissen der verschiedenen Akteursgruppen vor Ort
orientiert zu gestalten, sollten neutrale externe Fachleute für
Öffentlichkeitsbeteiligung den Prozess begleiten.
Empfehlung Nr. 3: Finanzielle Teilhabe am Windausbau sozial gerechter
gestalten
Trotz hoher Bereitschaft, die Energiewende zu unterstützen, haben bislang
nicht alle Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit, finanziell an den
Windenergieprojekten zu partizipieren. Um finanzielle
Teilhabemöglichkeiten sozial gerechter zu gestalten und die Energiewende
stärker in den Kommunen und Regionen zu verankern, sollten Investitionen
gezielt durch unterschiedliche Anreizinstrumente gefördert werden.
