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ISIC Nachwuchspreis 2021 zeichnet Forschung zu sozialer Benachteiligung und zur Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse

Prof. Dr. Jens Harbecke
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Prof. Dr. Jens Harbecke
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Dr. Millicent Churcher und Dr. Donal Khosrowi erhielten den Preis, der
junge Forscherinnen und Forscher zu ungewöhnlichen Themen ermutigen möchte

Den ISIC-Nachwuchspreis für Forschung zu sozialen und institutionellem
Wandel 2021 haben Dr. Millicent Churcher vom Sonderforschungsbereich
„Affektive Gesellschaften“ der Freie Universität Berlin und Dr. Donal
Khosrowi vom Philosophischen Institut der Universität Hannover erhalten.
Der Nachwuchspreis wird vom Wittener Institut für sozialen und
institutionellen Wandel (www.uni-wh.de/ppe-isic/) vergeben, das an der
Universität Witten/Herdecke (UW/H) zu Themen im Schnittbereich von
Philosophie, Politik und Ökonomie arbeitet. „Unser Institut hat es sich
zum Ziel gesetzt, transdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von
Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre zu fördern“,
erläutert der Direktor des ISIC, Prof. Dr. Jens Harbecke. „Zugleich geht
es uns darum, junge Forscherinnen und Forscher zu unterstützen, die in
ihrem Feld neue Wege eingeschlagen und unkonventionelle Ideen beigetragen
haben. Der Mut und das Talent, das sich hinter solchen Leistungen
verbirgt, möchten wir mit diesem Nachwuchspreis sichtbar machen.“

Dr. Churcher hat an der University of Sydney promoviert. Ihre
Forschungsschwerpunkte liegen in dem Zusammenhang von sozialen und
institutionellen Ungerechtigkeiten und kollektiv geteilten Bildern und
Vorstellungen, die sie „Imaginäre“ nennt. Ein von Churcher untersuchter
Anwendungsfall sind die Gesetzes-, Verfassungs- und Strukturreformen zur
Minderung institutioneller Ausgrenzung und Diskriminierung der Ureinwohner
Australiens. Diese sind nach Churcher maßgeblich durch die Imaginären
beeinflusst, die nicht-indigene Akteure über indigene Volksgruppen
unterhalten. Nicht zuletzt dadurch bleiben die Maßnahmen oft hinter ihren
Möglichkeiten zurück. Zugleich hängt ihr Erfolg von Selbstzuschreibungen
und Imaginären der Ureinwohner über die Mehrheitsgesellschaft ab. Churcher
erachtet die Bewusstmachung solcher Zusammenhänge als Schlüssel zum Abbau
gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten.

In der Forschung von Dr. Khosrowi, der an der Durham University promoviert
hat, geht es um die kritische Hinterfragung und Verbesserung von Methoden
zur Übertragung wissenschaftlichen Wissens in die Politikgestaltung. Seine
Dissertation zeigt im Detail die verschiedenen Fallstricke und Probleme
auf, die sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie
Politikerinnen und Politikern stellen, wann immer sie Wissen aus
kontrolliertem Experimenten in die komplexe Welt der politischen
Entscheidungen übersetzen wollen. In seinen unterschiedlichen
wissenschaftlichen Beiträgen entwickelt der Forscher eine Reihe
konstruktive methodische Empfehlungen, um Probleme dieser Art in der
Praxis abzumildern.

Die Preisverleihung fand am 18. September im Rahmen der von Wittener
Studierenden organisierten Internationalen PPÖ Konferenz (www.ppe-
conference.org) statt. Zusätzlich wurde der Preis für den besten
studentischen Beitrag zur Konferenz an Lukas Furchs verliehen, der zurzeit
ein Promotionsprojekt am Institute for Innovation and Public Purpose des
University College London verfolgt. Der ISIC Nachwuchspreis ist mit
jeweils 1000,- EUR dotiert, während der beste Konferenzbeitrag mit 500,-
EUR prämiert wird. Die Preise werden seit 2015 aus dem Kuratorium der
Universität Witten/Herdecke gestiftet.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Jens Harbecke, +49 (0)2302 / 926-511,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Für das Presseteam: Malte Langer, 02302/926-931, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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