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Schwalbennestorgel im Paulinum der Universität Leipzig wird vollendet

Die Schwalbennestorgel im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli wird in diesen Tagen vollendet.  Christian Hüller
Die Schwalbennestorgel im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli wird in diesen Tagen vollendet. Christian Hüller
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Die Schwalbennestorgel im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli wird in diesen Tagen vollendet.  Christian Hüller
Die Schwalbennestorgel im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli wird in diesen Tagen vollendet. Christian Hüller

Mit der Fertigstellung der Schwalbennestorgel im Paulinum – Aula und
Universitätskirche St. Pauli schlägt die Universität Leipzig in diesem
Herbst ein neues Kapitel in ihrer Musikgeschichte auf. Das Instrument nach
dem Vorbild einer Renaissanceorgel wird aktuell von der Orgelbaufirma
Metzler mit elf noch ausstehenden Registern vollendet und schließt damit
eine stilistische Lücke in der ostdeutschen Orgellandschaft. Erstmals zu
hören ist die Schwalbennestorgel bei den XII. Leipziger
Universitätsmusiktagen vom 21. bis 28. November 2021. Am 5. Oktober 2021
konnten Medienvertreter:innen einen ersten exklusiven Blick hinter die
Kulissen werfen und sich von der Klangqualität der Orgel überzeugen.

„Mit der Vollendung der Schwalbennestorgel kommt der Neubau des Paulinums
– Aula und Universitätskirche St. Pauli jetzt auch hinsichtlich seiner
Ausstattung mit Musikinstrumenten zum Abschluss," so das Fazit von
Universitätsmusikdirektor Prof. David Timm. Auch Universitätsorganist
Daniel Beilschmidt sieht der Fertigstellung mit wachsender Vorfreude
entgegen: „Ein Instrument wird vollendet, das in Deutschland und auch
international keinen Qualitätsvergleich zu scheuen braucht und dazu noch
konzeptionell und stilistisch einmalig ist.”

Tatsächlich habe es über Jahrhunderte in der Region keine Renaissanceorgel
mehr gegeben, so dass mit der Vollendung der Schwalbennestorgel eine
stilistische Lücke in der ostdeutschen Orgellandschaft geschlossen werde,
erklärt David Timm. „Dem Leipziger Musikwissenschaftler Prof. Dr. Winfried
Schrammek (1929-2017) verdanken wir die Idee, eine Orgel, welche Michael
Praetorius in „Syntagma Musicum“ für die „Paulinerkirchen zu Leipzig“ von
1619 vermerkt, als Grundkonzeption für einen Neubau heranzuziehen. So
wurde die besondere Idee für ein einmaliges Instrument geboren!“

Die Gesamtkosten für die Schwalbennestorgel belaufen sich auf rund 650.000
Euro. Das Instrument wurde über Spenden finanziert, weshalb sie zunächst
nur mit sieben Registern übergeben wurde. Zuletzt war das Spendenvolumen
schließlich – auch dank einer Förderung aus den „Mauerfonds“ – so weit
gewachsen, dass die restlichen Register beauftragt werden konnten.

„Bereits mit den bislang sieben klingenden Registern, deren Disposition
einem Instrument des ausgehenden 15. Jahrhunderts entspricht, ist die
Orgel für den Einsatz in Gottesdiensten und Konzerten ein Kleinod,“
berichtet Daniel Beilschmidt. „Mit der Vervollständigung der ausstehenden
elf Register wird sie die volle Farbpalette der Gotik, Renaissance und des
Frühbarocks in ihrem ganzen Klangreichtum hörbar machen. Ihre mitteltönige
Stimmung konfrontiert moderne Hörgewohnheiten mit völlig neuen
Klangwelten.“

In den fünf Jahren, in denen die Orgel in ihrer ersten Ausbaustufe genutzt
wurde, hat sie sich bereits einen guten Ruf erworben: Die erste CD
„Fortunata desparata” von Universitätsorganist Daniel Beilschmidt wurde
für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Zur Einweihung der fertiggestellten Schwalbennestorgel werden die XII.
Leipziger Universitätsmusiktage vom 21. bis 28. November 2021 dem
Instrument gewidmet. Dabei wird die Musik alter Meister genauso neu zu
entdecken sein wie Neukompositionen, die die Klänge des Mittelalters und
der Renaissance mit denen des 20. und 21. Jahrhunderts verbinden. Mehr
Informationen sind auf  der Webseite der Universitätsmusik zu finden.


Oberwerk:
00:04 Prinzipal 16'
00:42 Prinzipal 8'
01:00 +Oktave 4'
01:15 +Quinte 3'
01:47 +Oktave 2'
02:07 +Rauschpeifzimbel 2', dazu Posaune im Pedal
03:02 Messing-Regal mit Rauschpfeifzimbel 2'
03:33 Großprinzipal + Rohrflöte 8' + Prinzipal 8' + Quinte 3'

Unterwerk:
06:16 Grobgedackt 8' + Subbass 16'
07:03 Mittelgedackt 4'
07:41 +klein Oktävelein 1'
08:10 Grobgedackt 8' + Prinzipal 4' + Zimbel 2' und 1' + Posaune (Pedal)
09:00 groß blechen Kälber Regal (noch nicht fertig intoniert)
10:32 kl. Zimbelstern + Messingregal
13:31 mittl. Zimbelstern + UW
14:56 Volles Werk + großes Glockenrad