Zum Hauptinhalt springen

Hochschule Hof optimiert Nahwärmenetz Nordhalben

Markus Pöhnlein (Bioenergie Nordhalben eG), Prof. Dr. Tobias Plessing (Hochschule Hof/iwe), Dr. Andy Gradel (Hochschule Hof/iwe), Tobias Wirth (Hochschule Hof/iisys), Ulrich Detsch (Redakteur BR), Michael Pöhnlein (1. Bürgermeister Markt Nordhalben);  Hochschule Hof
Markus Pöhnlein (Bioenergie Nordhalben eG), Prof. Dr. Tobias Plessing (Hochschule Hof/iwe), Dr. Andy Gradel (Hochschule Hof/iwe), Tobias Wirth (Hochschule Hof/iisys), Ulrich Detsch (Redakteur BR), Michael Pöhnlein (1. Bürgermeister Markt Nordhalben); Hochschule Hof
Pin It
Markus Pöhnlein (Bioenergie Nordhalben eG), Prof. Dr. Tobias Plessing (Hochschule Hof/iwe), Dr. Andy Gradel (Hochschule Hof/iwe), Tobias Wirth (Hochschule Hof/iisys), Ulrich Detsch (Redakteur BR), Michael Pöhnlein (1. Bürgermeister Markt Nordhalben);  Hochschule Hof
Markus Pöhnlein (Bioenergie Nordhalben eG), Prof. Dr. Tobias Plessing (Hochschule Hof/iwe), Dr. Andy Gradel (Hochschule Hof/iwe), Tobias Wirth (Hochschule Hof/iisys), Ulrich Detsch (Redakteur BR), Michael Pöhnlein (1. Bürgermeister Markt Nordhalben); Hochschule Hof

Das Nahwärmenetz Nordhalben soll bald intelligenter und
effektiver arbeiten. Dafür sorgt ein gemeinsames Forschungsprojekt der
Hochschule Hof und der Bioenergie Nordhalben eG zusammen mit der ENERPIPE
GmbH und der HDG Bavaria GmbH. Zudem sollen die Netzkunden ihre
Verbrauchsdaten zukünftig in Echtzeit abrufen können und individuelle
Anreize für Einsparungen erhalten. Das Projekt kann als Vorbild für viele
weitere Wärmenetze in Deutschland dienen.

Bereits seit dem Jahr 2018 läuft das Projekt „PuLaMa“, das an der
Hochschule Hof zwischen dem Institut für Wasser- und Energiemanagement
(iwe) sowie dem Institut für Informationssysteme (iisys) koordiniert wird.
Gemeinsam arbeitet man daran, im bestehenden Nahwärmenetz der Bioenergie
Nordhalben eG, an dem 43 Gebäude angeschlossen sind, die Verluste im
Gesamtsystem zu reduzieren.

Simulation verdeutlicht Einsparpotentiale

„Wir verwirklichen dies durch die Entwicklung eines innovativen
Pufferspeicher- und Lastmanagements, das sich am Nutzerverhalten
orientiert“, so Professor Dr. Tobias Plessing, Institutsleiter am iwe. Vor
Ort wurden darum in den letzten drei Jahren unzählige Verbrauchsdaten
erhoben und analysiert. „Durch die Installation digitaler
Übergabestationen können wir mit den realen Daten nun unterschiedliche
Regelstrategien und Einstellungen simulieren und so Lösungen für einen
möglichst effizienten Betrieb zu finden“, erläutert der leitende Ingenieur
Dr. Andy Gradel. So kann das Wärmenetz durch eine entsprechend
intelligente Regelung - d.h. durch eine simultane Beladung der
Hausspeicher – häufiger auskühlen und ist daher energieeffizienter.
Zusammen mit seinen Kollegen Tobias Wirth und Matthias Kreuzer hatte
Gradel viele Vor-Ort-Termine in Nordhalben absolviert.

Anreize zum Energiesparen

Parallel dazu erhalten die Abnehmer des Nahwärmenetzes eine digitale
Benutzeroberfläche, welche den individuellen Verbrauch der Haushalte
jederzeit in Echtzeit zugänglich macht. „Dies verschafft einen deutlich
besseren Überblick über die eigenen Verbrauchsspitzen, wodurch
Einsparpotentiale schnell sichtbar werden. Die Genossen erhalten somit
Anreize für geldwerte Einsparungen. Wir unterstützen dies zusätzlich durch
den Zugang zu anonymisierten Vergleichsdaten“, so Prof. Dr. Rene Peinl,
Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys) an der Hochschule
Hof.

Verbesserungspotenzial nutzen

„Als Betreiber möchten wir durch die Kooperation mit der Hochschule Hof
die schon jetzt CO2-neutrale Wärmeerzeugung der Bioenergie Nordhalben eG
mit wissenschaftlichen Methoden weiter optimieren. Die Untersuchungen
haben bereits einige interessante Ansätze erbracht, welche teilweise schon
realisiert wurden. Wir möchten mit einem effektiveren Wärmenetz einen noch
besseren Beitrag zur Energiewende leisten“, so Michael Pöhnlein, Vorstand
der Bioenergie Nordhalben eG. „Das Projekt und seine bisherigen Ergebnisse
zeigen in der Tat bereits einige Erfolge auf. Es kann als Vorbild für
viele weitere Nah- und Fernwärmenetze wirken“, so Prof. Dr. Tobias
Plessing abschließend.

Förderung und Industrieprojektpartner

Das Projekt wird über die Forschungsstelle „Mensch-Maschine-Interface“ für
die Region Kronach vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und
Kunst gefördert. Weitere Partner im Projekt sind die ENERPIPE GmbH und die
HDG Bavaria GmbH. Die ENERPIPE GmbH mit Sitz im fränkischen Hilpoltstein
steht für innovative, energiesparende Wärmesysteme. Das ENERPIPE
Komplettangebot reicht von hochgedämmten Rohrsystemen sowie effizienter
Steuerung der Übergabestation mit intelligenter Heizhaus-Steuertechnik bis
hin zur richtigen Pufferspeichertechnik. Die Firma HDG Bavaria mit Sitz in
Massing (Niederbayern) kann auf eine mehr als vierzigjährige Erfahrung in
der Entwicklung und Produktion von innovativen Heizkesseln für feste
Biomasse zurückblicken.