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„PsyLoCo“: Universitätsklinikum rechts der Isar koordiniert psychosomatische Studie zur Erforschung von Long-COVID

Dr. Christine Allwang  Klinikum rechts der Isar
Dr. Christine Allwang Klinikum rechts der Isar
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Dr. Christine Allwang  Klinikum rechts der Isar
Dr. Christine Allwang Klinikum rechts der Isar

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stärkt die
Erforschung der Langzeitfolgen von COVID-19. Bundesforschungsministerin
Anja Karliczek präsentierte jüngst zehn Forschungsvorhaben, für die das
BMBF insgesamt 6,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt - darunter das
Projekt PsyLoCo, deren Koordinatorin Dr. Christine Allwang ist, Leitende
Oberärztin der Psychosomatik (Klinikdirektor: Prof. P. Henningsen) am
Münchner Universitätsklinikum rechts der Isar der TUM. Sie leitet das
Projekt gemeinsam mit Prof. Florian Junne, Uniklinikum Magdeburg,
Psychosomatik, und Prof. Rafael Mikolajczyk, Institut für Medizinische
Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Universitätsmedizin Halle.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines therapeutischen Ansatzes, der
speziell auf psychische und psychosoziale Bedürfnisse von Patient*innen
mit Long-COVID abzielt. „Anhaltende körperliche und psychische Symptome
gepaart mit einer langsamen Genesung erzeugen großen psychischen und
psychosozialen Distress bei Long-COVID-Betroffenen“, sagt Allwang. Das
wiederum trage zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität
dieser Patient*innen bei. „Auch wenn die möglichen biologischen und
psychosozialen Hintergründe von Long-COVID noch nicht geklärt sind, ist
die Identifikation und Analyse spezifischer Bedürfnisse von Betroffenen
jetzt schon wichtig, um effektive therapeutische Maßnahmen zu entwickeln“,
erklärt Allwang weiter. Damit könne auch die Lebensqualität und die
allgemeine Funktions- und Leistungsfähigkeit verbessert werden.

Modulare Therapie nach einer Art Baukasten-Prinzip

Anhand von zwei spezialisierten Kohorten (CoKoS – Tübingen und DigiHero –
Halle), die gemeinsam mehr als 2000 Teilnehmer*innen mit positivem SARS-
CoV-2-Test umfassen, wollen die Wissenschaftler*innen jetzt unter anderem
eine modulare Therapie entwickeln. Nach einer Art Baukasten-Prinzip soll
diese unterschiedliche Problem- und Symptombereiche von Long-COVID-
Patient*innen adressieren.

Die verschiedenen Elemente der modularen Therapie sind das Erlernen von
Bewältigungsstrategien und ein „ressourcenorientiertes Distressmanagement“
– vereinfacht ausgedrückt: Wie schaffen es Betroffene, vorhandene
Ressourcen bestmöglich für das eigene Wohlergehen einzusetzen? Weiterhin
steht im Fokus der Umgang mit anhaltenden Körperbeschwerden und
Schmerzsymptomen sowie die Verbesserung affektiver Symptome und
chronischer Erschöpfung.  Zudem geht es in der Intervention um die
Bereiche Sozial- und Arbeitsleben sowie die Unterstützung zu einer
Rückkehr an den Arbeitsplatz („return to work“).

Digitales Programm nach Pilotstudie geplant

Die Wirksamkeit dieser Therapie soll zunächst in einer Pilotstudie
getestet werden. Danach ist geplant, ein digitales Programm zu entwickeln,
um eine weitaus größere Zahl von Betroffenen zu erreichen. Neben den
Unikliniken in München, Magdeburg und Halle sind auch die Unikliniken
Tübingen (Prof. Katrin Giel, Psychosomatik, Prof. Peter Martus, Institut
für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie), Ulm (Prof. Harald
Gündel, Psychosomatik) und Freiburg (Prof. Claas Lahmann, Psychosomatik)
an dem Projekt beteiligt.