Intelligente und cloudbasierte Sound-Bibliothek für die Musikproduktion
Start-up der TH Köln entwickelt Sample-Library-Tool
Musikproduzentinnen und -produzenten besitzen häufig eine große Menge an
Soundbausteinen, die auf dem eigenen Computer-Laufwerk gespeichert sind.
Um solche Sound-Bibliotheken besser zu strukturieren und jederzeit darauf
zugreifen zu können, entwickelt das von der TH Köln unterstützte Start-up
aptone eine cloudbasierte Sample-Library, bei der künstliche Intelligenz
zum Einsatz kommt. Das Projekt wird gefördert durch ein EXIST-
Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
(BMWi).
„Sound-Sammlungen müssen sortiert und gepflegt werden, damit das richtige
Sample – das ist ein Ausschnitt aus einer Tonaufnahme – bei Bedarf schnell
gefunden werden kann. Über herkömmliche Anwendungen oder Ordnerstrukturen
ist das kaum möglich“, sagt Johannes Giani von aptone. „Indem wir die
Vorteile von künstlicher Intelligenz und Cloud kombinieren, wollen wir das
mühsame Sortieren und Auffinden von Sounds erleichtern. So sollen sich
Musikschaffende auf das Wesentliche konzentrieren und kreativer arbeiten
können.“ Giani und aptone-Mitbegründer Bastian Werner haben an der TH Köln
ihren Master in Medientechnologie absolviert und sind mit ihrer
Gründungsidee als Alumni an die Hochschule zurückgekehrt und werden noch
bis Ende November 2021 gefördert.
Mit Hilfe von „aptone“ können Audioausschnitte in einer Cloud-Bibliothek,
also auf internetbasiertem Speicherplatz, archiviert werden. „Dadurch
müssen Musikproduzentinnen und -produzenten nicht immer einen Laptop oder
eine Festplatte mit sich führen, um auf ihre Samples zugreifen zu können“,
so Werner. Mittels künstlicher Intelligenz werden die Sounds klassifiziert
und automatisch nach Instrument und Klangcharakter organisiert. Das soll
die spätere Suche in der Sample-Library erleichtern.
Fachlich begleitet werden Giani und Werner von Mentor Prof. Dr. Ulrich
Reiter vom Institut für Medien- und Phototechnik (IMP) der TH Köln. „Von
der Idee hinter ,aptone‘ bin ich absolut überzeugt“, so Reiter. „Ein KI-
gestütztes System ist dafür grundsätzlich sehr hilfreich. Wenn dieses am
Ende mit einer gut bedienbaren Benutzeroberfläche kombiniert wird, räume
ich dem Team gute Chance ein, auf dem Markt zu bestehen.“
Vielfältige Möglichkeiten für Gründende
Die TH Köln unterstützt Start-ups und bietet Gründungsteams eine
individuelle Beratung bei der Realisierung ihres Vorhabens. An allen
Standorten der Hochschule sind Inkubatoren eröffnet worden oder stehen
kurz vor der Fertigstellung, in denen die künftigen Unternehmerinnen und
Unternehmer ihre Ideen verfolgen können. Diese Möglichkeiten stehen nicht
nur Studierenden und weiteren Hochschulangehörigen, sondern auch Alumni
zur Verfügung.
So hat das Team von aptone die Angebote des hochschulinternen
Gründungsservice am Campus Deutz in Anspruch genommen. Die Gründer haben
ihren Arbeitsplatz im „Coworking Space“ des Inkubators des
Gründungsservice der TH Köln in direkter Nachbarschaft zur
Prototypenwerkstatt „Maker Space“ des StartUpLab@TH Köln.
Unterstützt wird das Team zudem durch die weiteren vielfältigen Angebote
zum Thema Entrepreneurship wie zum Beispiel dem »Fit for Invest« Booster,
der Gründungsteams dabei unterstützt, die geeignete Anschlussfinanzierung
zu finden. „Für uns war es eine tolle Möglichkeit, mit unserer Idee zurück
an die Hochschule zu kommen“, sagt Werner. „Die Unterstützung durch den
Gründungsservice und der Austausch mit unserem Mentor sind bei der
Umsetzung unserer Idee sehr hilfreich.“
Die TH Köln zählt zu den innovativsten Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-,
Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-,
Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind rund 27.000 Studierende
in etwa 100 Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die TH Köln
gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den
Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinäres Denken und
Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten
machen uns in vielen Bereichen zur geschätzten Kooperationspartnerin und
Wegbereiterin.
