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Historische Parks und Bauwerke als Klimaschützer sichtbar machen

Historische Bauten und Parks leiden unter dem Klimawandel. Dabei verfügt der Kultur- und Naturerbesektor über ein großes Klimaschutz-Potenzial. Wie diese zwei Seiten derselben Medaille angegangen werden können, diskutiert die DBU in ihrer Reihe DBUdigital  Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Historische Bauten und Parks leiden unter dem Klimawandel. Dabei verfügt der Kultur- und Naturerbesektor über ein großes Klimaschutz-Potenzial. Wie diese zwei Seiten derselben Medaille angegangen werden können, diskutiert die DBU in ihrer Reihe DBUdigital Deutsche Bundesstiftung Umwelt
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Historische Bauten und Parks leiden unter dem Klimawandel. Dabei verfügt der Kultur- und Naturerbesektor über ein großes Klimaschutz-Potenzial. Wie diese zwei Seiten derselben Medaille angegangen werden können, diskutiert die DBU in ihrer Reihe DBUdigital  Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Historische Bauten und Parks leiden unter dem Klimawandel. Dabei verfügt der Kultur- und Naturerbesektor über ein großes Klimaschutz-Potenzial. Wie diese zwei Seiten derselben Medaille angegangen werden können, diskutiert die DBU in ihrer Reihe DBUdigital Deutsche Bundesstiftung Umwelt

DBU-Online-Salon zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Kultur- und
Naturerbe
Für das Weltkulturerbe ist der Klimawandel eine der größten,
aber bisher unterschätzten Risiken. National bedeutsame Bauwerke,
Kunstobjekte in Kirchen und Schlössern sowie alte Baumbestände in
historischen Parks leiden unter Hitzesommern, anhaltender Trockenheit und
Starkniederschlägen. Dabei verfügt gerade der Kultur- und Naturerbesektor
über ein immenses Klimaschutz-Potenzial, etwa durch Gebäudesanierung,
Kreislaufwirtschaft und als Kohlenstoffspeicher. Ob und wie es ihm
gelingt, diese zwei sprichwörtlichen Seiten einer Medaille gleichzeitig
anzugehen, diskutiert morgen (15.10.) die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(DBU) mit Fachleuten aus Forschung und Politik in ihrer Reihe DBUdigital.
Wer möchte, kann beim Online-Salon mit dem Titel „Kulturerbe und
Klimawandel – wo stehen wir?“ von 13:30 bis 15 Uhr live dabei sein:
https://www.dbu.de/@OnlineSalonKulturerbe.

33 Prozent des Weltnaturerbes massiv vom Klimawandel bedroht

„Die Auswirkungen des Klimawandels auf unser Kultur- und Naturerbe sind
heute deutlicher denn je“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.
„Gleichzeitig gibt es ein immenses Potenzial, über diesen Sektor den
Klimaschutz voranzutreiben und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und
klimaresistenten Gesellschaft zu unterstützen.“ Trotz entsprechender
Berücksichtigung in politischen Grundsatzdokumenten wie den Zielen der
Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung habe der Zusammenhang von
Klimawandel und Kulturerbe nach Bondes Worten bisher wenig Beachtung im
globalen Klimadiskurs gefunden. Hinzu kommt: Nach Angaben der
Weltnaturschutzunion (IUCN) sind 33 Prozent des Weltnaturerbes massiv vom
Klimawandel bedroht – ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber 2017. Bereits
heute seien, so der DBU-Generalsekretär, alte Baumbestände in historischen
Gärten durch Extremwetter massiv geschädigt. Doch gerade die
landschaftlich wertvollen Parkanlagen verfügen nicht nur über eine hohe
Artenvielfalt, sondern binden in Boden und Bäumen auch Kohlenstoff, der
ansonsten als Kohlendioxid freigesetzt zur Erderwärmung beitragen würde.
„Die Herausforderungen im Kultur- und Naturerbe-Bereich, aber auch der
Mehrwert müssen in der aktuellen Klimapolitik sichtbar gemacht werden“, so
Bonde.

Belange des Kulturerbes in der internationalen Klimaagenda berücksichtigen

„Außerdem benötigen wir für die Arbeit in der Praxis mehr Austausch und
Forschung zu Schadauswirkungen und Schutz- und Anpassungsmaßnahmen“, sagt
Constanze Fuhrmann, Leiterin des DBU-Referats Umwelt und Kulturgüter und
Moderatorin des Online-Salons. Hier setzt ein von der Stiftung fachlich
und finanziell gefördertes Projekt des Internationalen Rats für
Denkmalpflege (Icomos), der Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur
und Kommunikation der Vereinten Nationen (Unesco) und des Weltklimarats
(IPCC) an. Um Belange des Kulturerbes in der internationalen Klimaagenda
zu berücksichtigen, erarbeitet ein internationales Team erstmalig
strategische Empfehlungen. Außerdem sollen die Projekterkenntnisse in die
zukünftige Weltklimarat-Berichterstattung einfließen. Zwei beteiligte
Expertinnen werden auch beim Online-Salon referieren: Dr. Johanna
Leissner, Wissenschaftliche Repräsentantin der Fraunhofer-Gesellschaft und
Forschungsallianz Kulturerbe, Fraunhofer-EU-Büro Brüssel, sowie Dr.
Birgitta Ringbeck, Leiterin der Koordinierungsstelle Welterbe im
Auswärtigen Amt. Zudem wird eine der führenden Autorinnen des fünften
IPCC-Sachstandsberichts, Prof. Dr. Daniela Jacob, Direktorin des Climate
Service Center Germany, Helmholtz-Zentrum Hereon, bei der virtuellen
DBUdigital-Veranstaltung über neue Herausforderungen mit Blick auf
Klimaprognosen informieren.

Neben dem genannten Beispiel fördert die DBU seit Langem
Forschungsprojekte und innovative Modellvorhaben zur Bewahrung des
nationalen Kultur- und Naturerbes. Im Online-Salon der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt referieren außerdem Prof. Dr. Michael Rohde,
Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-
Brandenburg, und Dr. Ulrike Wendland, Geschäftsführerin des Deutschen
Nationalkomitees für Denkmalschutz bei der Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien. Eine Diskussion mit den
Teilnehmenden schließt sich an.