Grubenwasseranstieg: Von der Stiftung Forum Bergbau und Wasser veranstalteter Online-Dialog stärkt Wunsch nach Austausch
Die Herausforderungen des Grubenwassermanagements im Ruhrgebiet, in
Ibbenbüren und im Saarland sollten breiter in der Öffentlichkeit
diskutiert werden. Das ist ein wichtiges Ergebnis des Online-Dialogs
„Grubenwasser: Nachhaltige Lösungen entwickeln“, den die unabhängige
Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“ am 7. Oktober 2021 veranstaltet hat.
Die rund 75 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik,
Wirtschaft und Bürgerinitiativen waren sich zudem in einem weiteren Aspekt
einig: Das von Klaus Kuntz, kompass 21, moderierte Online-Format hat einen
fairen und wertschätzenden Dialog aller Beteiligten ermöglicht, der „Lust
auf mehr“ macht.
In zwei Dialogrunden diskutierten die Teilnehmenden fast vier Stunden lang
über Themenfelder wie Verunreinigungen durch Grubenwasser, Chancen eines
Grubenwasseranstiegs, das Vertrauen in Prognosen, mögliche Auswirkungen
des Grubenwasseranstiegs an der Erdoberfläche, Ewigkeitsaufgaben und das
wichtige Thema Wissenstransfer. Dabei unterstrichen mehrere Teilnehmende,
dass die Thematik seit den Hochwasser-Ereignissen im Sommer in Deutschland
besonders in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sei. Wichtig sei zudem,
die Besorgnis der Menschen vor Ort ernst zu nehmen und offen über die
Thematik Grubenwasseranstieg zu informieren.
Bürgerinnen und Bürger mehr mitnehmen
„Informationen müssen unbedingt transparent, breit gestreut und
verständlich vermittelt werden – auch an und für Bürgerinnen und Bürger
ohne Fachwissen“, findet beispielsweise Ulrich Behrens, Vorstandssprecher
des Landesverbands der Bergbaubetroffenen (LVBB), der einen Themenworkshop
als externer Moderationspartner inhaltlich unterstützt hat. Er richtet den
Blick bereits nach vorn: „Der Online-Dialog hat es uns allen ermöglicht,
unterschiedliche Standpunkte auszutauschen und diese besser zu verstehen.
Aber eine reine Expertenrunde reicht nicht aus. Ziel muss sein, dass alle
Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden, es braucht mehr
öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zum Thema“, so Behrens.
Wissenstransfer sicherstellen
Die Notwendigkeit, regelmäßiger zu kommunizieren, belegte auch die
abschließende Diskussion der Ergebnisse aus den einzelnen Themenworkshops.
Hier machten Teilnehmende des Online-Dialogs beispielsweise darauf
aufmerksam, wie wichtig das Thema Wissenstransfer beim Thema
Grubenwasseranstieg sei. Denn in vielen Institutionen bei Kommunen,
Verwaltungen und auch Unternehmen würden zunehmend Wissensträger in den
Ruhestand gehen. Die Gefahr: Erfahrungen und Know-how gingen sukzessive
verloren. Daher sei ein intensiver Austausch zwischen unterschiedlichen
Beteiligten wichtig, um Wissen künftig zu sichern.
„Forum Bergbau und Wasser“ will Impulse setzen
Der Online-Dialog habe diesen Austausch vorangetrieben, meint Dr. Wilhelm
Struckmeier,
Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“. „Ich
bin davon
begeistert, wie offen, fair und konstruktiv Beteiligte unterschiedlicher
Institutionen und
Regionen online diskutiert haben. Das innovative Online-Format mit Plenum,
Themenworkshops und externen Moderationspartnern hat uns allen gezeigt:
Der Dialog
zum Thema Grubenwasser muss auch künftig aufrechterhalten werden. Das
„Forum
Bergbau und Wasser“ will dazu in Kürze weitere Impulse geben“, so
Struckmeier.
Nach bisheriger Planung stehen die Forschungsprojekte, die die Stiftung
initiiert hat, kurz
vor dem Abschluss. Ihre wissenschaftlich fundierten Ergebnisse werden die
Diskussionen
zum Thema Grubenwasser und Grubenflutung sicherlich bereichern sowie den
Wunsch
nach mehr Kommunikation, mehr Austausch und mehr Informationen erhöhen.
Die
Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“ kommt diesem Wunsch nach: Im Frühjahr
2022 ist
eine Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geplant, die über die
Thematik
Grubenwasser und die Forschungsergebnisse informiert.
Über die Stiftung Forum Bergbau und Wasser
Zweck der Stiftung Forum Bergbau und Wasser ist es, Wissenschaft und
Forschung auf dem Gebiet der Hydrogeologie zu fördern. Besonders
berücksichtigt werden sollen dabei die Chancen und Risiken eines
Grubenwasseranstiegs nach Einstellung des Steinkohlenbergbaus sowie deren
ökologische und ökonomische Konsequenzen. Entscheidungsgremium der
Stiftung ist ein Kuratorium mit sechs anerkannten wissenschaftlichen
Experten auf dem Gebiet der Hydrogeologie sowie einem Vertreter des
Stifterverbandes: Dr. Wilhelm Struckmeier, Dir. und Prof. a.D., Prof. Dr.
Christian Melchers (Technische Hochschule Georg Agricola, Bochum), Prof.
Dr. Sylke Hilberg (Universität Salzburg), Prof. Dr. Maria-Theresia
Schafmeister (Universität Greifswald), Prof. Dr. Georg H.E. Wieber
(Universität Mainz), Prof. Dr. Christian Wolkersdorfer (Tshwane
Universität of Technology, Südafrika) und Rainer Lüdtke (Stifterverband).
http://www.forum-bergbau-wasse
