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Corona-Bilanz: Wunsch nach sozialen Kontakten

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Bayernweite Studie zur Hochschullehre während COVID-19

Die Studie „Corona-Bilanz. Studieren. Lehren. Prüfen. Verändern.“ zieht
ein Resümee des vergangenen Sommersemesters in der Corona-Pandemie. Dazu
wurden Studierende und Lehrende an bayerischen Hochschulen für angewandte
Wissenschaften befragt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass der
Wunsch nach persönlicher Begegnung ausgesprochen hoch ist. Zudem schafft
die Studie einen Ausblick auf die Zukunft der digitalen Lehre und das
Zusammenspiel mit dem praxisorientierten Studium.

Seit über eineinhalb Jahren hält die COVID-19 Pandemie deutsche
Bildungsinstitute in Atem. An den Hochschulen für angewandte
Wissenschaften (HAW), die den Studierenden ein hohes Maß an Praxisbezug
ermöglichen, wirkten sich die Pandemiemonate besonders auf die Lehre aus.
Dennoch nutzte die TH Nürnberg zusammen mit weiteren bayerischen HAW diese
Zeit zur Weiterentwicklung und um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Die jetzt erschienene Studie „Corona-Bilanz. Studieren. Lehren. Prüfen.
Verändern.“ unter Leitung von Prof. Dr. Christina Zitzmann,
Vizepräsidentin für Bildung an der TH Nürnberg, Prof. Dr. Klaus Kreulich,
Vizepräsident der Hochschule München und Dr. Benjamin Zinger vom
Forschungs- und Innovationslabor Digitale Lehre ermöglicht einerseits
Einblicke in den Studienalltag des vergangenen Sommersemesters sowie
andererseits in eine veränderte, weiterentwickelte und erstarkte
Hochschullandschaft in Bayern. „Die Studie schafft für uns einen
bedeutenden Ausblick in die Zukunft der Lehre an den Hochschulen für
angewandte Wissenschaften in Bayern. Wir freuen uns sehr, einen
wesentlichen Beitrag zu dieser Untersuchung geleistet zu haben“, sagt
Prof. Dr. Christina Zitzmann.
Die Studie zeigt beispielsweise, dass die positive Einstellung zur
digitalen Lehre trotz großer Belastungen weiterhin vorhanden ist. Die
Hälfte der Studierenden ist Blended-Learning-Veranstaltungen gegenüber
offen, unter den Lehrenden sind es sogar 83 Prozent. Dennoch ist der
Wunsch nach sozialen Kontakten sehr hoch, Hochschulen seien laut Zitzmann
„Katalysatoren für soziale Einbindung“. Die Zukunft des Studierens könnte
demnach in einer Kombination der Vorteile aus digitaler und Präsenzlehre
bestehen. In jedem Fall müsse jedoch die Qualität der Lehre im Vordergrund
der Bestrebungen stehen.
Anlässlich der offiziellen Überreichung der Studie lud Bernd Sibler,
Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, die
Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten für Bildung aller bayerischen HAW
in das Ministerium ein. Zudem fand eine Präsentation der Studienergebnisse
im Wissenschaftsausschuss im bayerischen Landtag statt. „Mit viel
Flexibilität, bahnbrechender Innovationskraft und hohem
Verantwortungsbewusstsein haben unsere Hochschulen die Ausnahmesituation
der Corona-Pandemie in den vergangenen drei Semestern gemeistert“, sagte
Bernd Sibler,
Rund 12.000 Studierende und über 2.000 Lehrende hatten an der Untersuchung
teilgenommen und zum Beispiel Fragen zu ihrer Zufriedenheit mit der
digitalen Lehre beantwortet. Hierbei unterscheidet die Studie zwischen den
Erfahrungen der Studierenden und der Lehrenden. Zudem liefert die
Untersuchung Aufschlüsse in Bezug auf den veränderten Prüfungsbetrieb und
dessen Akzeptanz bei den Betroffenen. Ein Zukunftsausblick sowie
Einschätzungen von Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten und von E
-Learning-Expertinnen und -Experten an den bayerischen HAW hinsichtlich
der längerfristigen Auswirkungen runden die Untersuchungsergebnisse ab.