digitize!
In einem Pilotprojekt werden bis Ende April 2022 im Museum für Naturkunde
Berlin 500.000 Insekten konservatorisch aufgearbeitet und digitalisiert.
„digitize!“ macht die neue Digitalisierungsstraße ab 27. Oktober 2021 zum
Teil des Besuchserlebnisses und verbindet Ausstellung mit Arbeitsraum.
Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft hat die Firma
Picturae den Prototyp einer Digitalisierungsstraße für Insekten
entwickelt, die nun erstmals am Museum zum Einsatz kommt. Im
Hochdurchsatzverfahren können damit bis zu 5.000 Tiere pro Tag mit einer
Größe von maximal acht Zentimeter über ein bildgebendes Verfahren
erschlossen werden, schneller als je zuvor. Und das ist erst der Anfang.
Der Klimawandel beeinflusst, wie wir auf der Erde leben – der Erhalt der
Vielfalt des Lebens bestimmt, ob wir auf der Erde leben können. Die
Vielfalt des Lebens ist in den naturkundlichen Sammlungen der Welt
dokumentiert. Viele Antworten auf Fragen der Gegenwart und Zukunft liegen
in den weltweiten naturkundlichen Sammlungen. Antworten erhalten wir aber
nur, wenn die Sammlungen für die Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft
offen und digital zugänglich ist.
Das Museum für Naturkunde Berlin wird seine 30 Millionen Objekte im Rahmen
des Zukunftsplanes erschließen. Die Sammlungserschließung ist ein
ganzheitlicher Prozess, der die konservatorische Aufbereitung, Erfassung,
Digitalisierung, Kontextualisierung sowie die Schaffung von Zugängen und
Informationsvernetzung umfasst. Dies erfolgt auf der Basis international
anerkannter Standards und entlang von vielfältigen Nutzungsinteressen. Die
Sammlung am Museum für Naturkunde Berlin wird damit zu einer modernen und
weltweit vernetzten Forschungsinfrastruktur und das Museum zum Motor für
Innovation und gesellschaftlichen Wandel.
Um in den nächsten Monaten eine halbe Million von insgesamt 15 Millionen
Insekten in der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin zu erschließen,
arbeitet das Museum mit einem der führenden Dienstleister in der
Digitalisierung naturkundlichen Sammlungen zusammen - der Firma Picturae.
Es ist ein weltweit einmaliges Pilotprojekt, von der beide Seiten
profitieren, geprägt von gegenseitigem Lernen. Im Team sind verschiedenste
Expertisen gebündelt aus den Bereichen Sammlungsmanagement,
Datenmanagement, Digitalisierung und Technologieentwicklung. Die
Ergebnisse werden in einem öffentlichen Datenportal, die Insekten selbst
in modernen Unterbringungssystemen zugänglich gemacht. Dies ist eine
essentielle Grundlage für die Erforschung des Lebens und unseres Planeten!
In der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin sind mehr als 200 Jahre
spannender Geschichten rund um Insekten und der Forschung an
naturkundlichen Sammlungen gespeichert: Welcher Insektenstich ist der
schmerzhafteste? Was können uns Laufkäfer über den Zustand der Stadtnatur
sagen? Wie helfen 100 Jahre alte Hummeln das Insektensterben zu
erforschen? Was haben Mücken mit Schokolade zu tun und warum braucht man
überhaupt Insekten?
„digitize!“ macht die Digitalisierungsstraße gleichzeitig zum Teil des
Ausstellungserlebnisses und schafft so eine authentische Begegnung mit der
digitalen Transformation. Besuchende können live dabei sein, wenn Bienen,
Wespen und Ameisen über das Fließband laufen und Teil der digitalen
Datensammlung des Museums werden.
Eine raumhohe Installation zeigt ab dem 27. Oktober einen Ausschnitt der
riesigen Insektensammlung des Museums. Besuchende können Insekten aus
nächster Nähe betrachten und sich von ihrer enormen Vielfalt und Ästhetik
faszinieren lassen. Darüber hinaus spielt die Ausstellung mit
Möglichkeiten des Digitalen. Besuchende können die
Digitalisierungsstationen und den Raum mit Augmented Reality erkunden oder
in hochaufgelöste Insekten-Scans hineinzoomen. „digitize!“ verwendet dabei
die Digitalisate aus dem Projekt, um für Natur zu begeistern.
