„Stellenwert des Arbeits- und Infektionsschutzes hat in der Pandemie zugenommen“
Die überwiegende Mehrheit der Betriebe und Einrichtungen in Deutschland
hat während der Pandemie die notwendigen Maßnahmen zum Arbeits- und
Infektionsschutz umgesetzt. Das ergab eine Befragung des Instituts für
Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (IPA).
Das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (IPA) befragte knapp 450 Fachkräfte für
Arbeitssicherheit aus verschiedenen Branchen wie Industrie, Öffentlicher
Dienst, Finanzsektor, Einzelhandel und Öffentlicher Personennahverkehr
sowie weitere Personen, die mit Sicherheit und Gesundheit in Betrieben und
Einrichtungen betraut sind. Die Befragung sollte zum einen den Status quo
der Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstanda
anderen Perspektiven für weiterführende Maßnahmen aufzeigen.
Es zeigte sich, dass zum Zeitpunkt der Befragung von Dezember 2020 bis Mai
2021 die Beschäftigten in nahezu allen Betrieben und Einrichtungen zu den
eingeleiteten Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen informiert und
unterwiesen waren. In den meisten Betrieben und Einrichtungen lag ein
überarbeiteter oder neu eingeführter Pandemieplan vor und häufig wurde
bereits vor dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 auf die SARS-
CoV-2-Pandemie reagiert.
Zur Kontaktreduktion wurde, soweit möglich, häufig die Anzahl der Personen
vor Ort durch Regelungen zum mobilen Arbeiten eingeschränkt. Auch für
Präsenzveranstaltungen wurden technische Alternativen angeboten. Dort, wo
die persönliche Anwesenheit notwendig ist, wurden Trenn- und
Spuckschutzwände angebracht. In der Regel erhielten die Beschäftigten eine
persönliche Schutzausrüstung.
Branchenspezifische Unterschiede
Bei den ergriffenen Maßnahmen konnten branchenspezifische Unterschiede
hinsichtlich der Kontaktreduktion und der Schutzausrüstungen festgestellt
werden. „An diesem Ergebnis sieht man, wie wichtig die branchenspezifische
Anpassung von Schutzmaßnahmen ist“, so Dr. Swaantje Casjens,
Projektleiterin.
„Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Stellenwert des Arbeits- und
Infektionsschutzes in der Pandemie zugenommen hat“, führt Prof. Thomas
Behrens, stellv. Institutsdirektor des IPA, aus. „Bemerkenswert ist auch,
dass bereits zu Beginn der Pandemie schon viele Betriebe und Einrichtungen
Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen hatten“.
Die Frage nach den langfristigen Konsequenzen der Pandemie wurde je nach
Branche unterschiedlich bewertet. So geht man in Branchen, in denen eine
Präsenz am Arbeitsplatz für die Ausübung der Tätigkeit notwendig ist,
davon aus, dass sich hinsichtlich des mobilen Arbeitens im Vergleich zu
Vorpandemie-Zeiten nur wenig ändern wird. Fachkräfte für Arbeitssicherheit
aus Branchen mit vorwiegender Bürotätigkeit gaben dagegen an, dass mobiles
Arbeiten und eine Reduzierung von Dienstreisen auch noch nach der Pandemie
bleiben werden.
Eine Kurzfassung der Ergebnisse wurde bereits in einem IPA aktuell
veröffentlicht. Ein ausführlicher Beitrag dazu, ist in der Zeitschrift
Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin erschienen.
