TU Berlin: Einladung zur digitalen Queen’s Lecture – Frauen in Krieg und Frieden Die unsichtbare Kraft Einladung zur digitalen Queen’s Lecture am 1. November 2021
Nach wie vor sind Frauen die Hauptleidtragenden von sozialen Konflikten
wie Kriegen. Doch als Ehefrauen, Mütter und Soldatinnen, als Lehrerinnen
und Politikerinnen haben sie einen großen Einfluss – sie seien die
unsichtbare, aber die zentrale Kraft, vor allem in der Anbahnung des
Friedens, sagt Sanam Naraghi Anderlini. Die Rechtsanwältin,
Friedensstrategin und Direktorin des Centre for Women, Peace and Security
der London School of Economics ist auch Autorin der UN-Resolution 1325
über Frauen, Frieden und Sicherheit sowie Member of the Order of the
British Empire (MBE). Sie wird die diesjährige Queen’s Lecture an der TU
Berlin halten. Darin beschäftigt sie sich mit der zentralen Rolle, die
Frauen bei der Friedensbildung in internationalen Konflikten spielen. In
den Fokus nimmt sie dabei auch die aktuelle Situation der Frauen in
Afghanistan.
„Kriege finden in Dörfern statt, in den Häusern der Menschen – wie viele
unterschiedliche Akteure auf der großen Bühne auch immer beteiligt sind“,
sagt Sanam Naraghi Anderlini. Jahrelang hat sie sich mit der Rolle von
unbewaffneten Akteuren in Krieg und Frieden beschäftigt: mit Frauen. Mehr
als 20 Jahre ist es her, dass der UN-Sicherheitsrat die „Resolution 1325
über Frauen, Frieden und Sicherheit“ verabschiedet hat. Darin wurden die
Mitgliedstaaten erstmals aufgefordert, Frauenrechte zu schützen, Frauen
gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, die Schlichtung von Konflikten
und den Wiederaufbau zerstörter Regionen einzubeziehen sowie Straftäter zu
verfolgen. Verfasserin war Sanam Anderlini. Doch auch 20 Jahre nach der
als Durchbruch gefeierten Resolution werden weltweit Frauen unterjocht,
vergewaltigt, getötet, nur, weil sie sich für ihre Rechte einsetzen.
Wir laden Sie herzlich ein zur
Digitalen Queen’s Lecture 2021:
„Blueprint for Peace in C21st: So little done, but it’s not too late”
Die Rolle von Frauen in friedensbildenden Prozessen in Konfliktzonen
Sanam Naraghi Anderlini, Member of the British Empire (MBE),
Direktorin des Centre for Women, Peace and Security
der London School of Economics and Political Science
Zeit: Montag, 1. November 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr (Livestream)
Ort: Die Queen’s Lecture 2021 findet digital statt
Nähere Informationen unter: <www.tu.berlin/go33060>
Der Vortrag wird live auf dem YouTube-Kanal der TU Berlin gestreamt.
Anschließend kann das Publikum im Chat Fragen stellen.
Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.
Bitte weisen Sie in Ihren Medien auf diese Veranstaltung hin.
Besonders sorgt sich Sanam Anderlini momentan um die Frauen in
Afghanistan. „Der Rückzug der Amerikaner aus dem Land am Hindukusch, hat
die Situation für Frauen extrem verschärft. Sie fürchten, alles zu
verlieren, was sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten aufgebaut haben,
ihre Rechte, ihre Freiheit – am Ende sogar ihr Leben.“
Unbequeme Wahrheiten – Lösungen werden dringend benötigt
Sanam Naraghi Anderlini ist in Teheran aufgewachsen. Sehr genau weiß sie
um die Situation von Frauen in Systemen, die diktatorisch von fanatischen
Männern regiert werden. Heute ist sie weltweit anerkannt als
Friedensstrategin, die sich mit Konflikten, Krisen und gewalttätigem
Extremismus auseinandersetzt, und als wichtige Playerin in der globalen
Frauenpolitik, als Fürsprecherin und Kämpferin für die Sicherheit von
Frauen in Konfliktzonen. Viele internationale Preise sind ihr zuerkannt
worden. Sie zeugen von der zunehmenden internationalen Achtung ihres
Anliegens. Dennoch scheint die Welt weit entfernt von praktikablen
Lösungen. In der diesjährigen Queen’s Lecture an der TU Berlin wird Sanam
Anderlini politische, soziale und wirtschaftliche Faktoren analysieren,
die zu der derzeitig verfahrenen Situation des Multilateralismus geführt
haben. Sie wird unbequeme Wahrheiten ansprechen und dringend benötigte
Lösungsansätze präsentieren, die sich aus der feministischen Perspektive
ergeben. Dabei wird sie die wichtige Rolle von Frauen in friedensbildenden
Prozessen aufzeigen.
Über Sanam Naraghi Anderlini:
Sanam Naraghi Anderlini, MBE, ist Direktorin des Centre for Women, Peace
and Security der London School of Economics. Sie gründete das Netzwerk
ICAN (International Civil Society Action Network) und hat dort eine
Allianz ins Leben gerufen, die unabhängige, von Frauen geführte
Organisationen in mehr als 40 Ländern verbindet, die Women’s Alliance for
Security Leadership (WASL). In Ländern wie dem Jemen, in Äthiopien,
Ruanda, in Namibia, Syrien, Kambodscha, in Nepal und Afghanistan sind
diese aktiv, um Gewalt zu verhindern, Frieden, Recht und Pluralismus zu
fördern. Sie verfasste die „Resolution 1325“ zu Frauen, Frieden und
Sicherheit, die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2000
verabschiedete. Ende 2011 wurde sie die erste Senior Expertin für Gender
und Inklusion im Mediation Standby Team der Vereinten Nationen, das sich
damals vor allem mit Somalia, Libyen und Syrien befasste. Sie gründete und
leitete weltweit weitere Initiativen, unter anderem leitete sie für den
Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in Nepal das erste
Bewertungsteam in maoistischen Regionen. Sie gehört zum Lenkungsausschuss
des britischen „National Action Plan on Women Peace and Security“ sowie
zum Expertengremium des Commonwealth, das sich gegen gewalttätigen
Extremismus einsetzt. An der Columbia University in New York hält sie
außerordentliche Professur.
Unter anderem erhielt sie 2014 den UN Association Perdita Huston Award für
Menschenrechte und 2016 den Greeley Peace Scholar der US-University of
Massachusetts. Sie ist Autorin vieler Artikel und Publikationen zum Thema
Friedensbildung, internationale Frauenpolitik und Menschenrechte sowie als
Rednerin und Interviewpartnerin von Wissenschaftseinrichtungen ebenso wie
von den Medien gefragt.
Queen’s Lectures an der TU Berlin – Tradition seit 1965
Zur Queen’s Lecture lädt jährlich der Präsident der TU Berlin ein. Sie
wird unterstützt durch die Britische Botschaft Berlin und den British
Council, Großbritanniens und Nordirlands internationale Organisation für
Kulturbeziehungen. Die Vorträge, die ein hochrangiger britischer
Wissenschaftler oder eine hochrangige britische Wissenschaftlerin hält,
beschäftigen sich mit wirtschaftlichen, kulturellen sowie
naturwissenschaftlichen Themen und sind ein Bestandteil des Wissenschafts-
und Kulturprogramms der TU Berlin. 1965 erhielt Berlin diese Vortragsreihe
als Geschenk von der englischen Königin anlässlich ihres Besuches in der
Stadt. Im Jahr 2015 besuchte Ihre Majestät Königin Elizabeth II.
persönlich die TU Berlin, anlässlich des 50. Jubiläums der Lecture. Als
Ehrengäste waren der damalige Bundespräsident Joachim Gauck,
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Michael Müller, Regierender
Bürgermeister von Berlin, anwesend (Infos und Fotorückblick: <www.tu-
berlin.de/?id=160641>).
Auch in diesem Jahr findet die Queen’s Lecture im Rahmen der Berlin
Science Week statt, die vom 1. bis 10. November 2021 zu mehr als 200
virtuellen Diskussionsveranstaltungen, Workshops und Ausstellungen einlädt
und die innovativsten und führenden Wissenschaftsinstitutionen und
Forscher*innen zum Austausch zusammenbringt. <berlinscienceweek.com>
