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Stimmen zur Weltklimakonferenz / Augsburger Zentrum für Klimaresilienz

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Wie die drohende Klimakatastrophe noch abgewendet werden, ist Thema der
UN-Klimakonferenz vom 31. Oktober bis 12. November 2021 in Glasgow. Die
Folgen der Erderwärmung werden immer sichtbarer und beeinflussen das Leben
der Menschen. Wie die Verwundbarkeit von Lebewesen und Umwelt reduziert
und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den unterschiedlichsten Folgen des
Klimawandels gestärkt werden kann, steht im Fokus des neuen Zentrums für
Klimaresilienz an der Universität Augsburg.

„Trotz aller Klimakonferenzen, Reduktionsvereinbarungen und Gesetzgebungen
hat die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration einen neuen Höchststand
in der jüngeren Erdgeschichte erreicht. Gleichzeitig haben in Deutschland
die Häufung extrem trockener Jahre einerseits und die
Hochwasserkatastrophen im Sommer andererseits gezeigt, dass auch unsere
Region nicht verschont bleiben wird von den Auswirkungen der globalen
Erwärmung. Sowohl Emissionsminderung als auch Anpassungsmaßnahmen zur
verbesserten Klimaresilienz müssen weit konsequenter und verpflichtender
als bisher umgesetzt werden. Hoffentlich gibt die UN-Klimakonferenz in
Glasgow den dazu notwendigen entscheidenden Impuls“, meint der
Umweltforscher Prof. Dr. Harald Kunstmann, Direktor des Zentrums für
Klimaresilienz. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Regionales Klima und
Hydrologie an der Universität Augsburg sowie stellvertretender Leiter des
Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie.

Die Expertin für Umwelt und Gesundheit, Prof. Dr. Elke Hertig, erklärt:
„Der Klimawandel stellt weltweit ein hohes Risiko für die Gesundheit der
Menschen dar. Die deutliche Zunahme extremer Wetterereignisse wie
Hitzewellen sowie erhebliche Veränderungen in Ökosystemen, die zur
weiteren Ausbreitung vektorübertragener Krankheiten führen können,
verdeutlichen die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen und
Anpassungsstrategien zur Erhöhung der Klimaresilienz. Um die Gesundheit
der gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerung zu schützen, sind schnelle
und entschlossene Maßnahmen unerlässlich." Elke Hertig ist Inhaberin der
Professur für Regionalen Klimawandel und Gesundheit.

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Axel Tuma merkt an: „Es ist
essenziell, dass alle Länder sich zum globalen Ziel der
Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts verpflichten. Die
erforderlichen Transformationsprozesse im Energie-, Gebäude- und
Mobilitätssektor dauern lange und erfordern deswegen schon jetzt
einheitliche Rahmenbedingungen. Diese sind Voraussetzung für einen  fairen
Wettbewerb und ermöglichen den Unternehmen damit Investitionen in
Klimaschutz und die Schaffung resilienter Strukturen.“ Axel Tuma ist
Inhaber des Lehrstuhls für Production & Supply Chain Management.

Das Zentrum für Klimaresilienz ist als zentrale Einrichtung der
Universität Augsburg gegründet und bündelt die mit dem
Forschungsschwerpunkt Klimaresilienz zusammenhängenden Expertisen. Konkret
verfolgt das Zentrum das Ziel, ganzheitliche und umsetzbare Strategien zur
Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimawandels zu entwickeln, und
zwar auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Es ist
fakultätsübergreifend und interdisziplinär aufgebaut. Beteiligt sind die
Fakultäten für Angewandte Informatik, Medizin und
Wirtschaftswissenschaften, sowie die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche
Fakultät und die Juristische Fakultät. Die bereits vorhandene
interdisziplinäre und internationale Expertise im Bereich Klimaresilienz
an der Universität Augsburg wird komplementiert durch insgesamt zehn neu
geschaffene Professuren.