Kampf gegen die Klimakrise: Wege schaffen für Energiewende DBUdigital: Diskussion mit jungen Promovierenden
Um die ökonomischen und ökologischen Folgen von Klimawandel und
Erderwärmung zu begrenzen, soll nach internationalem Konsens der
Treibhausgasausstoß weltweit minimiert werden. Die Energiewende spielt
dabei eine entscheidende Rolle. Sie kann zwar angesichts des Ausbaus
erneuerbarer Energien, der Ernährungssicherung und des Artenschutzes so
manches Dilemma mit sich bringen. Möglichkeiten, um einvernehmlich zu
realisierbaren Wegen zu kommen, gibt es aber. Dem gehen morgen (Dienstag)
junge Promovierende des Stipendienprogramms der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU) auf den Grund. Der Titel der DBUdigital-Veranstaltung: „Die
Energiewende – eine überkomplexe Herausforderung?“. Wer will, kann von 16
bis 17:30 Uhr live dabei sein:
https://www.dbu.de/@DBUdigital
Anstrengungen für Klimaschutz vergrößern
Ein jüngst veröffentlichter Bericht des Umweltprogramms der Vereinten
Nationen (UN), kurz Unep, lässt keinen Zweifel daran, dass dringender
Handlungsbedarf besteht. Demnach müssten die Staaten der Welt ihre
Anstrengungen für mehr Klimaschutz um das Siebenfache vergrößern – wenn
die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens aus dem Jahr 2015 überhaupt
noch erreicht werden sollen. Der Beschluss seinerzeit sah eine Begrenzung
der Erderwärmung auf mindestens zwei Grad Celsius und möglichst 1,5 Grad
Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor.
Nachhaltige Landnutzung als Schlüssel für Lösung aktueller globaler Krisen
Die Klimakrise kann nach Auffassung der DBU nicht für sich allein
betrachtet werden. „Wir müssen zugleich auch den teils dramatischen
Artenrückgang sowie Trinkwasserversorgung, Nahrungsmittelmittelproduktion
und vieles mehr im Blick behalten“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander
Bonde. Das werde sicher auch Thema der heute (Montag) beginnenden UN-
Klimakonferenz in Glasgow sein. „Der Schlüssel für die Lösung aktueller
Herausforderungen liegt in einer nachhaltigen Landnutzung“, so Bonde.
Durch die Klimakrise werde besonders deutlich, dass funktionierende
Ökosysteme eine zentrale Rolle spielen. Um die Folgen der Klimakrise zu
vermindern, sind nach seinen Worten Böden als Wasserspeicher in der
Landschaft, Wälder als Klimaanlagen und Moore als riesige
Kohlenstoffdepots notwendig. Bonde: „Derartige Ökosystemleistungen müssen
aufrechterhalten werden.“ Davon profitiere auch die Artenvielfalt.
Energiewende braucht ein „Sowohl-als auch“
Bei der Energiewende gibt es nach Ansicht von Dr. Volker Wachendörfer,
DBU-Fachreferent Naturschutz sowie Koordinator des Energiewende-Kollegs,
„kein Entweder-Oder, sondern nur ein Sowohl-als auch“. Getroffene
Entscheidungen sollten auf wissenschaftlichen Fakten basieren. Das kommt
nach Wachendörfers Worten in mancher Erörterung zu kurz. Auch müsse
anerkannt werden, dass die Datenlage oft von Unsicherheiten geprägt sei.
„Dennoch muss man kurzfristig entscheiden, da der fortschreitende
Klimawandel nicht mehr die Zeit erst dann für Beschlüsse lässt, bis
wissenschaftlich fundiertere Erkenntnisse vorliegen“, so der Naturschutz-
Experte. Eminent wichtig sei es jedoch auch, Akzeptanz zu schaffen und
alle Akteure zu beteiligen.
Konkurrierende Nachhaltigkeitsziele unter einen Hut bringen
Unter den Diskutierenden morgen ist DBU-Stipendiatin Jessica Weber. Sie
befasst sich in ihrer Doktorarbeit an der Technischen Universität (TU)
Berlin mit der Frage, wie man mit einer sogenannten multikriteriellen
Planungsmethode konkurrierende Nachhaltigkeitsziele sowie ökologische,
gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzungsansprüche bei der
Standortsuche etwa von Windenergieanlagen alle „unter einen Hut bekommen
könnte und gleichzeitig die Energiewende realisiert“. Antworten auf diese
und andere Fragen soll es morgen in der DBUdigital-Veranstaltung geben.
Nach Begrüßungen durch DBU-Generalsekretär Bonde und Professor Dr. Johann
Köppel, Leiter des Fachgebiets Umweltprüfung und Umweltplanung an der TU
Berlin, wird DBU-Stipendiat Leonard Missbach das DBU-Kolleg Energiewende
vorstellen. Danach steuern die DBU-Promotionsstipendiatinnen und
-stipendiaten Sara Baumann, Jessica Weber, Frauke Theuer, Julian Jüchter
und Franziska Riedel Impulsvorträge zum Thema bei.
