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Mainz neu entdecken: Ein Stadtrundgang zum Thema Krieg

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Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler beleuchten aus
verschiedenen fachlichen Perspektiven die Erinnerung an Krieg aus 2.000
Jahren Mainzer Stadtgeschichte

Durch Mainz führt ein neuer Stadtrundgang, der Krieg und
Kriegserinnerungen zum Thema hat und sich an acht Stationen auf ganz
unterschiedliche Weise damit auseinandersetzt. Die Besucherinnen und
Besucher können von der ersten Station an der Christophskirche bis zur
letzten Station am Fanshop des 1. FSV Mainz 05 die Domstadt aus einem
neuen Blickwinkel entdecken: Sie kommen an Orte, die zeigen, wie
unterschiedlich an Krieg erinnert wird, und folgen den Spuren der langen,
seit römischer Zeit stark militärisch geprägten Geschichte der Stadt. Der
Stadtrundgang wurde von Doktorandinnen und Doktoranden der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz (JGU) entworfen und umgesetzt. Die Stationen
können einzeln besucht oder bei einem Rundgang von etwa fünf Kilometer
Länge miteinander verbunden werden. Eine 50-seitige Broschüre begleitet
den historischen Stadtspaziergang und zeigt Geschichte und Hintergründe
der einzelnen Denkmäler auf.

Bekannte Orte neu entdecken

Einen neuen Blickwinkel auf eine – scheinbar – so vertraute Stadt und ihre
Plätze, dies möchte der neue Stadtrundgang vermitteln. Elf Promovierende
des Graduiertenkollegs 2304 „Byzanz und die euromediterranen
Kriegskulturen“ haben sich dazu in den vergangenen eineinhalb Jahren
intensiv mit der Stadtgeschichte auseinandergesetzt und sie unter dem
Aspekt des Themas Kriegserinnerungen betrachtet. „Mainz ist als Kastell
gegründet worden. Der Stadt kam in römischer Zeit und im Mittelalter große
Bedeutung zu, auch in militärischer Hinsicht“, erklärt Dr. Sabine
Reichert, Koordinatorin des Graduiertenkollegs. Das DFG-geförderte
Graduiertenkolleg wurde 2018 eingerichtet und ist stark interdisziplinär
ausgerichtet mit Promovierenden aus zehn verschiedenen Fächern von Alter
Geschichte über Archäologie bis zu Musikwissenschaft.

Diese fachliche Breite spiegelt sich auch in dem Themenrundgang wider: Von
der Christophskirche, einer Stätte zum Nachdenken über Krieg und einem
Signal für die Bewahrung des Friedens, geht es zum Beispiel auf kurzem Weg
zum nachgebildeten Dativius-Victor-Bogen, der an die Zeit der Antike
erinnert, aber auch an den Beginn der Neuzeit, als antike
Architekturformen Eingang in die barocke Opernszenerie fanden. Bei der
Schlussstation, dem Fanshop des 1. FSV Mainz 05, geht es dann um die
Darstellung von Jubiläen auf Münzen und Medaillen.

Kriegskultur statt Militärgeschichte im Fokus

„Mainz war historisch stark vernetzt und hatte eine Art Metropolstellung
inne“, sagt die Doktorandin Andrea Stabel. „Wir wollten die Stadt vor
diesem Hintergrund nicht mit ihrer Militärgeschichte zeigen, sondern
darüber hinausgehen und den Bezug zu Kriegskulturen herstellen, also einen
größeren Bogen schlagen. Krieg ist mehr als die reine Kriegshandlung und
kann alle Bereiche einer Kultur berühren.“ Dementsprechend werden
Denkmäler nicht im herkömmlichen Sinn aufgefasst, beispielsweise als
Statuen, sondern als Erinnerungsorte. Mit ihrem Rundgang durch Mainz
wollen die Promovierenden nach eigener Darstellung Orte erschließen, die
erst auf den zweiten Blick zeigen, dass zu verschiedenen Zeiten
unterschiedlich an Krieg erinnert wurde.

Interessierte, die sich auf den neuen Stadtrundgang begeben, erhalten
detaillierte Informationen über einen QR-Code an den jeweiligen Stationen
oder können am Startpunkt bei der Christophskirche, im Römisch-
Germanischen Zentralmuseum und im Schifffahrtsmuseum die Broschüre einer
Box entnehmen. Künftig sollen auch Bodenaufkleber die einzelnen Stationen
anzeigen. Der Rundgang kann ab sofort besucht werden, Infos dazu sind auf
der Seite https://grk-byzanz-kriegskulturen.uni-mainz.de/stadtrundgang-
mainz-erinnert/
zu finden.

Bildmaterial:
https://download.uni-
mainz.de/presse/07_historisches_seminar_byzanz_grk2304_01.jpg
Kurfürstenzyklus am Rheinufer – die dritte Station des Rundgangs
Foto/©: Julia Sophia Hanelt / JGU

https://download.uni-
mainz.de/presse/07_historisches_seminar_byzanz_grk2304_02.jpg
Fanshop 1. FSV Mainz 05 – die letzte Station des Rundgangs
Foto/©: Julia Sophia Hanelt / JGU

https://download.uni-
mainz.de/presse/07_historisches_seminar_byzanz_grk2304_03.jpg
Doktorandinnen und Doktoranden, die den Rundgang durch Mainz entworfen und
umgesetzt haben.
Foto/©: GRK 2304

https://download.uni-
mainz.de/presse/07_historisches_seminar_byzanz_grk2304_04.jpg
Logo des Graduiertenkollegs 2304
Abb./©: Vera Kassühlke / RGZM

Weiterführende Links:
https://grk-byzanz-kriegskulturen.uni-mainz.de/ - Graduiertenkolleg 2304
„Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und
Rezeption“
https://grk-byzanz-kriegskulturen.uni-mainz.de/stadtrundgang-mainz-
erinnert/
- Mainzer Stadtrundgang „Kriegskulturen“

Lesen Sie mehr:
https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/8209_DEU_HTML.php -
Pressemitteilung „Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz wird für weitere vier
Jahre mit über 1,1 Millionen Euro gefördert“ (16.04.2019)
https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/5468_DEU_HTML.php -
Pressemitteilung „Byzanz als Schlüssel zum Verständnis der
euromediterranen Kriegskulturen“ (21.06.2018)