Hochschule Anhalt startet interdisziplinäres Solarparkprojekt mit Unternehmenspartnern
Passen Naturschutz und regenerative Energien zusammen? Ein neues
Forschungsprojekt „Biodiversität im Solarpark - Innovative Konzepte und
Aufbau von Demonstratoren zur besseren Vereinbarkeit von Photovoltaik-
Freiflächenanlagen, Naturschutz und Landwirtschaft“ an der Hochschule
Anhalt soll das zeigen. Ziel des Projektes ist es, die Erzeugung
regenerativer Energie in Photovoltaik-Freiflächenanlage
Naturschutz zu verbinden und dabei auch ökonomische Belange nicht
auszuklammern.
Das Projekt wird von Dr. Sabine Tischew, Professorin für
Landschaftsökologie an der Hochschule Anhalt - unter Mitwirkung des
Fachbereichs Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen -
geleitet. Das Vorhaben umfasst drei Kernpunkte. Es verknüpft eine
effektivere Förderung der Biodiversität in den Solaranlagen
interdisziplinär mit energiewirtschaftlichen Optimierungen. So werden zum
einen für sechs Modell-Solarparks in Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Brandenburg gebietsheimische, blütenreiche und insektenfördernde
Wildpflanzenmischungen entwickelt und verschiedene Pflege- und
Nutzungsmodelle getestet. Zweitens werden die Auswirkungen verschiedener
Aufständerungen und Modulreihenabstände sowie die Auswirkungen
verschiedener Pflanzenbestände auf den Energieertrag analysiert. Als
dritter Projektpunkt wird die Landwirtschaft bewusst in neue
Wertschöpfungsmodelle integriert. Um diese Aspekte zu untersuchen sowie
Solarmodule erfolgreich in den Feldfruchtanbau zu integrieren und mit
Wildpflanzenstreifen zu kombinieren, wird am Standort Bernburg eine
Testanlage errichtet.
Für Photovoltaik-Anlagenplaner und Betreiber steht im Ergebnis des
Projektes ein frei zugängliches webbasiertes Planungstool zur Verfügung,
mit dessen Hilfe biodiversitätsfördernde Anlagenkonzepte zusammengestellt
werden können. Die fünf beteiligten Unternehmenspartner, namentlich die
Energieunternehmen EVH, enviaTHERM und TOTAL SE, der Photovoltaik-
Modulhersteller Sunset Energietechnik sowie der Photovoltaik-
Anlagenentwickler Next2Sun, zeigten bereits in der Planungsphase großes
Interesse für ein erfolgreiches ökologisches und ökonomisches
Gesamtkonzept für Solarparks.
Das kooperative Projekt wird gefördert durch das BMBF im Programm FH-
Kooperativ.
