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DGIMTalk am 8. November: ein Jahr „App auf Rezept“ – wie weit ist die Digitalisierung im Gesundheitssystem?

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Damit der Rauchstopp gelingt, die Blutzuckerwerte konstant gut bleiben
oder starkes Übergewicht sinkt, müssen Patienten die eigene Krankheit
dauerhaft im Blick haben. Dabei helfen inzwischen erstattungsfähige
digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs). Wie steht es um die sogenannte
„App auf Rezept“ nach einem Jahr der Einführung? Eine Einschätzung und
einen Ausblick geben Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin e.V. (DGIM) beim DGIMTalk am 8. November 2021. Sie
diskutieren zudem, wie der medizinische Nutzen der Apps in Studien
untersucht werden kann und was wir zur Digitalisierung im Gesundheitswesen
von den europäischen Nachbarn lernen können.

Nachdem die Bundesregierung vor über einem Jahr den Weg für „smarte
Hilfsangebote“ mit Handy, Tablet und Computer – die DiGAs – frei gemacht
hat, drängen immer mehr Anbieter digitaler Produkte auf den Markt.
Inzwischen sind 24 Apps zumindest vorläufig vom Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen und
können etwa Menschen mit Diabetes oder Schlaganfallpatientinnen und
-patienten verschrieben werden. Inwieweit die digitalen Anwendungen den
Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer Erkrankung im Alltag
helfen, gilt es allerdings zu prüfen. „Die in Apps systematisch erfassten
Gesundheitsdaten stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Ihren
Nutzen zu belegen, ist daher eine Herausforderung für die klinische
Forschung“, sagt Professor Dr. med. Friedrich Köhler, stellvertretender
Vorsitzender der DGIM-Kommission Digitale Transformation in der Inneren
Medizin, Ärztlicher Leiter des Arbeitsbereichs Kardiovaskuläre Telemedizin
an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie am
Campus Charité Mitte.

Gemeinsam mit Professor Dr. med. Martin Möckel, dem Ärztlichen Leiter der
Notfallmedizin am Campus Charité Mitte und Virchow-Klinikum, moderiert
Prof. Köhler den DGIMTalk am 8. November 2021, der im Zeichen des am 3.
Dezember stattfindenden Health Innovation Day steht. Möckel ist Professor
für kardiovaskuläre Prozessforschung und Vorsitzender der DGIM-
Arbeitsgruppe Digitale Gesundheitsanwendungen/KI in Leitlinien.

Im Rahmen des DGIMTalk blicken die Expertinnen und Experten auch auf
Vorbilder im europäischen Ausland – so gilt beispielsweise Schweden schon
seit vielen Jahren als Vorreiter in Sachen E-Health. Welche Erfahrungen
und Anwendungen lassen sich ins deutsche Gesundheitssystem transferieren?
„Gerade in Skandinavien sehen wir eine große Offenheit in der Bevölkerung
für innovative E-Health-Produkte, auch weil bereits positive Erfahrungen
in dem Bereich, etwa mit digitalen Patientenakten und Rezepten, gesammelt
werden konnten“, so Möckel. Es gelte sorgfältig zu prüfen, welche Schlüsse
wir für unser Gesundheitssystem daraus ziehen können. Gemeinsames Ziel
müsse es sein, die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben,
dabei aber den Nutzen für Anwenderinnen und Anwender – auf Arzt- wie auch
auf Patientenseite – stets im Blick zu behalten.