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Statement – Industrie kommt nicht in die Gänge

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Dr. Nils Jannsen (https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/nils-jannsen/),
Leiter Konjunktur Deutschland am IfW Kiel, kommentiert die aktuellen
Zahlen zur Industrieproduktion des Statistischen Bundesamtes:

„Die Industrie kommt nicht in die Gänge. Die Lieferengpässe stehen
weiterhin einer durchgreifenden Erholung im Weg. Im September ging die
Industrieproduktion um 1,5 Prozent zurück, nachdem sie bereits im August
um mehr als 4 Prozent gesunken war. Insgesamt liegt die
Industrieproduktion um rund 10 Prozent unter ihrem Vorkrisenniveau trotz
der weiter recht guten Auftragslage. Die Auftragseingänge haben zuletzt
zwar an Dynamik eingebüßt, insbesondere nach dem deutlichen Rücksetzer im
August. Insgesamt liegen sie jedoch weiter deutlich oberhalb ihres
Vorkrisenniveaus. In der Folge schwellen die Auftragsbestände, die sich
bereits auf Rekordniveau befinden, immer weiter an.

Eine Trendwende ist noch nicht in Sicht. Zwar ist der Anteil der
Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, die von Produktionsstörungen
aufgrund von Materialmängeln berichten, im Oktober etwas zurückgegangen.
Mit rund 70 Prozent liegt er jedoch immer noch auf außerordentlich hohem
Niveau. Die Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die
Industrieproduktion im Oktober etwas zulegen könnte. Allerdings wird die
Produktion vorerst weiter deutlich hinter den Auftragseingängen
hinterherhinken.

Insgesamt dürften die seit Beginn des Jahres aufgetretenen Lieferengpässe
die Industrieproduktion derzeit mindestens um 10 Prozent drücken. Wenn die
Engpässe bis zum Jahresende in etwa auf dem derzeitigen Niveau bleiben,
gehen in der Industrie wohl rund 7 Prozent bzw. mehr als 40 Mrd. Euro
Wertschöpfung verloren. Sofern sich die Lieferengpässe im Verlauf des
kommenden Jahres nach und nach lösen, wird es zu einem kräftigen Rückprall
bei der Industrieproduktion kommen. Die Unternehmen werden ihre Produktion
dann so rasch wie möglich über ihr normales Niveau hinaus hochfahren, um
die hohen Auftragsbestände abzuarbeiten.“