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Innovative, tierversuchsfreie Methoden für die Risikobewertung von Chemikalien im Fokus

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Internationales Symposium des Bundesinstituts für Risikobewertung und des
Umweltforschungszentrums Leipzig/Halle findet vom 15. bis 17. November
2021 statt

Täglich kommen Menschen mit einer Vielzahl chemischer Stoffe in Kontakt.
Vor der Verwendung werden sie toxikologisch untersucht und ihre Risiken
für die menschliche Gesundheit bewertet. In den letzten Jahren wurden
dafür vielfältige alternative, tierversuchsfreie Methoden wie In-vitro-,
In-silico- und Omics-Methoden entwickelt. Der aktuelle Stand der Forschung
und die Anwendung dieser Methoden in der regulatorischen Risikobewertung
sind Thema eines internationalen Symposiums, das Mitte November in Berlin
stattfindet. Die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem
Umweltforschungszentrum Leipzig/Halle (UFZ) organisierte Veranstaltung
bringt Fachleute aus Wissenschaft, Regulierungsbehörden und Industrie
zusammen. „Die methodischen Fortschritte bieten die Chance, bestehende
Lücken in der Risikobewertung von Chemikalien zu füllen,“ sagt BfR-
Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die Forschung an menschlichen
Zellmodellen und computergestützte Verfahren sind zukunftsweisend für den
gesundheitlichen Verbraucherschutz und den Tierschutz.“

Nach wie vor beruhen Test- und Bewertungsstrategien häufig auf
Tierversuchen. Neben ethischen Bedenken hat dieses System auch Schwächen,
etwa bei der Bewertung vieler Stoffe in kurzer Zeit. Teilweise bestehen
Unsicherheiten bei der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen.
Vor diesem Hintergrund werden zunehmend alternative, tierversuchsfreie
Methoden und Konzepte (engl. New Approach Methodologies, NAMs) entwickelt.
NAMs können bereits jetzt wichtige Informationen für die Gefahren- und
Risikobewertung von Chemikalien liefern. Dabei kommt eine Vielzahl
unterschiedlicher Methoden zum Einsatz, wie Hochdurchsatz-Screening-
Techniken und „Omics“-Methoden. NAMs nutzen in der Regel menschliche
Zelllinien oder Gewebeäquivalente. So können direkt gesundheitsschädigende
Effekte im Menschen gezeigt werden, auch mithilfe von „Organ-
on-a-Chip“-Modellen, die den menschlichen Organismus nachbilden.
Computergestützte Vorhersagen und die Nutzung künstlicher Intelligenz
stellen einen weiteren Anwendungsbereich dar. Der breiten Verwendung von
NAM-basierten Daten in der regulatorischen Toxikologie stehen allerdings
noch ungeklärte Fragen zur Aussagekraft, Validität und Reproduzierbarkeit
entgegen. Hier setzt die Veranstaltung des BfR und UfZ an und fördert den
internationalen Austausch zwischen verschiedenen Akteuren.

Das Internationale Symposium zu neuen toxikologischen Methoden und
Konzepten in der regulatorischen Risikobewertung findet im Rahmen der BfR-
Veranstaltung „Herausforderungen für den öffentlichen Gesundheitsschutz im
21. Jahrhundert“ vom 15. bis 17. November 2021 als Hybridveranstaltung im
Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin sowie online statt. Interessierte können
sich noch bis zum 8. November 2021 für die Teilnahme anmelden:

- <https://www.bfr-akademie.de/deutsch/nam-omics.html>

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.