Informatikstudierende decken Sicherheitslücken auf
Studierende der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Studiengang IT Security)
haben sich mit Sicherheitslücken eines Druckers von einem bekannten
japanischen Hersteller befasst. Die Ergebnisse waren überraschend.
IT-Schwachstellen betreffen nicht nur Computer, Smartphones oder Software,
sondern können auch von Druckern ausgehen – damit hat sich jetzt eine
Studierendengruppe des Studiengangs IT Security an der Hochschule
Albstadt-Sigmaringen beschäftigt. Geleitet wurde das Projekt von Prof.
Holger Morgenstern und Simon Malik in Zusammenarbeit mit der Tübinger SySS
GmbH. Die Studierenden erhielten ein aktuelles Multifunktionsgerät eines
bekannten japanischen Herstellers und prüften es mithilfe eines
sogenannten Penetrationstest auf Schwachstellen.
Die 13-köpfige Gruppe teilte sich in ein Software- und ein Hardwareteam
auf. „Wir waren überrascht, wie einfach es ist, eine Schwachstelle zu
finden“, sagt einer der Studierenden, Bastian Buck. Neben üblichen
Webangriffen war es beispielsweise möglich, Daten von eingesteckten USB-
Sticks abzufangen und an sich selbst zu senden. „So konnten wir selbst
Daten einsehen, die eigentlich gar nicht gedruckt werden sollten.“
Die aus solchen Sicherheitsrisiken resultierende Bedrohung sei groß.
Erschwerend komme hinzu, dass „Multifunktionsgeräte bei der
Sicherheitsanalyse in Organisationen meistens gar nicht berücksichtigt
werden“, sagt Bastian Buck. „Sie werden vergessen, haben aber großes
Schadenspotential, da sie meist von überall aus im Unternehmen erreichbar
sind.“
Auch nach einem Upgrade waren die meisten Schwachstellen nicht behoben.
Aus Sicherheitsgründen informierten die Studierenden daher frühzeitig den
Hersteller und gaben ihm eine angemessene Zeit bis zur Veröffentlichung
ihrer Erkenntnisse. „So hat der Hersteller Zeit, die Probleme zu beheben
und Lösungen zu veröffentlichen“, sagt Bastian Buck. „Er antwortete zügig
und interessiert auf unseren Bericht.“ Zudem habe er zugesichert, eine der
Schwachstellen schnell zu beheben und eine weitere in zukünftigen Geräten
berücksichtigen zu wollen.
„Für uns Studierende war dieses Projekt eine sehr interessante Erfahrung“,
sagt Bastian Buck. „Keiner von uns hat zuvor Drucker auf Schwachstellen
untersucht, und wir hätten auch nicht gedacht, dass wir derart fündig
werden.“
