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Sekundärrohstoffe zur Ressourcen- und CO2-Einsparung: IN4climate.NRW entwickelt Lösungen für eine Circular Economy

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Eine Circular Economy kann wesentlich zur Defossilisierung und zur
Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens beitragen. Gleichzeitig
spart sie wertvolle Ressourcen ein. In ihrem aktuellen Diskussionspapier
„Circular Economy in der Grundstoffindustrie: Potenziale und notwendige
Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation“ gibt die
Landesinitiative IN4climate.NRW einen Überblick über den aktuellen Stand
und zeigt eine Vision der Circular Economy in der energieintensiven
Industrie auf. Darauf aufbauend leitet sie konkrete Maßnahmenvorschläge
sowie regulatorische und politische  Handlungsempfehlungen zur weiteren
Schließung der Stoffkreisläufe ab.

Dabei richtet sie ihren Fokus auf die verstärkte Nutzung von Sekundär-
gegenüber Primärrohstoffen in der Grundstoffindustrie. Inhaltlich getragen
wird das Papier von 21 Partnern aus Unternehmen und Verbänden
energieintensiver Branchen sowie namhaften Forschungseinrichtungen.

„Global betrachtet herrscht in den meisten Sektoren noch eine lineare
Wirtschaftsweise vor“, erklärt Dr. Henning Wilts, Abteilungsleiter
Kreislaufwirtschaft beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und
Mitautor des Diskussionspapiers. „Die Circular Economy bietet als
Gegenmodell gleich mehrere Vorteile: Sie hat das Potenzial, emissionsärmer
und damit klimaschonender zu sein. Gleichzeitig reduziert sie den
Ressourcenverbrauch – und verringert damit die Rohstoffabhängigkeit aus
dem Ausland und wirkt steigenden Rohstoffpreisen entgegen.“

Industrielle Symbiosen ausbauen und an die Transformation anpassen

Zwar werden in der Industrie bereits heute Sekundärrohstoffe – also
Reststoffe und Nebenerzeugnisse aus der Grundstoffindustrie sowie
recycelte Abfälle – als Rohstoffe eingesetzt. Gerade in Industrieländern
wie Nordrhein-Westfalen sind die Stoffströme vieler Industriezweige lokal
eng vernetzt. Dennoch könnten ihre Nutzungspotenziale in vielen Branchen
noch viel effektiver ausgeschöpft werden, um den Materialkreislauf zu
schließen. Dazu bedarf es industrieller Symbiosen, also sektor- und
branchenübergreifender Kooperationen, entlang der gesamten
Wertschöpfungskette.

„Dort, wo Circular-Economy-Modelle bereits etabliert sind, steht die
Grundstoffindustrie vor der Herausforderung, sich an neue
Produktionsprozesse anzupassen“, erläutert Dr. Iris Rieth,
Projektmanagerin bei IN4climate.NRW und Mitautorin des aktuellen Papiers.
„Denn die Stoffströme zwischen den Branchen werden sich im Zuge der
industriellen Transformation in Richtung Klimaneutralität verändern.“ Ein
Beispiel hierfür ist die Verzahnung von Stahl- und Zementindustrie:
Bislang nutzt die Zementindustrie den Hüttensand aus der Stahlherstellung
als Sekundärrohstoff. Im Zuge der Transformation fällt dieses Nebenprodukt
weg, sodass für die Zementindustrie alternative Hauptbestandteile
ähnlicher Güte erschlossen werden müssen.

Konkrete Empfehlungen und Forderungen an Industrie und Politik

Das aktuelle Diskussionspapier von IN4climate.NRW gibt einen Überblick
über die gegenwärtigen Stoffströme in bzw. zwischen den verschiedenen
Grundstoffbranchen Chemie und Petrochemie, Stahl, Aluminium, Energie,
Papier, Glas, Zement und Kalk. Potenziale zur Schließung der
Stoffkreisläufe sehen die AutorInnen einerseits in der technologischen
Entwicklung der Materialtrennung und des Recyclings sowie im Ausbau der
Nutzung von Nebenerzeugnissen und Reststoffen. Die größten Hemmnisse
liegen ihrer Einschätzung nach auf politischer und regulatorischer Seite.
Denn die Circular Economy ist als Mittel zur Rohstoffsicherung und zum
Klimaschutz noch nicht ausreichend politisch verankert. So gilt es
beispielsweise, ihr in Förderprogrammen für die energieintensive Industrie
ein höheres Gewicht zu geben. Daher formulieren die VerfasserInnen in
ihrem Diskussionspapier auch politische Handlungsempfehlungen.  „Zur
Etablierung einer Circular Economy ist eine Strukturierung in Politik und
Verwaltung erforderlich, die Abfall- und Umweltwirtschaft,
Wirtschaftskonzepte und Rohstoffsicherung zu einer ganzheitlichen Lösung
verbindet. Nach kurzfristigen Anreizsystemen brauchen wir die
Rahmenbedingungen für einen sich selbsttragenden Markt“, fasst Samir
Khayat, Leiter der Initiative IN4climate.NRW, die Voraussetzungen zur
Erreichung einer funktionierenden Circular Economy zusammen.

Originalpublikation:
https://www.in4climate.nrw/fileadmin/Nachrichten/2021/Diskussionspapier_CE
/in4climatenrw-diskussionspapier-circular-economy-sekundaerrohstoffe-
grundstoffindustrie.pdf