Für sichere Tätowiermittel: BfR-Veranstaltung fördert Austausch zwischen Wissenschaft, Gesetzgebung und Praxis
2. Internationale Konferenz zur Sicherheit von Tätowiermitteln findet vom
18. bis 19. November 2021 in Berlin statt
Tätowierungen liegen im Trend. Laut einer repräsentativen Befragung des
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind rund 12 Prozent der
deutschen Bevölkerung tätowiert. Für viele Menschen gelten Tattoos als
gesundheitlich unbedenklich. Gleichzeitig wird eine Bandbreite
gesundheitlicher Risiken im Zusammenhang mit Tätowiermitteln diskutiert,
vom Auftreten krebserzeugender Stoffe bis hin zu Allergien und
Infektionen. Die notwendigen Anforderungen für eine umfassende Bewertung
der gesundheitlichen Risiken sind Thema der 2. Internationalen Konferenz
zur Sicherheit von Tätowiermitteln. Die vom Bundesinstitut für
Risikobewertung (BfR) organisierte Veranstaltung bringt Expertinnen und
Experten aus den Bereichen Toxikologie, Gesetzgebung und Herstellung
zusammen. „Tätowiermittel und die Langzeitwirkung von Farbpigmenten im
Körper sind bisher noch wenig erforscht,“ sagt BfR-Präsident Professor Dr.
Dr. Andreas Hensel. „Nur Körperschmuck oder ein Risiko, das unter die Haut
geht? Diese Frage muss dringend geklärt werden.“
Ab Januar 2022 werden schrittweise bestimmte Stoffe, die in
Tätowiermitteln und Permanent Make-up verwendet werden, in der
Europäischen Union beschränkt. Trotz Fortschritten bei der Erkennung von
Gesundheitsrisiken durch Tätowierungen benötigen viele Aspekte wie die
Toxizität von Abbauprodukten noch Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Die
2. Internationale Konferenz zur Sicherheit von Tätowiermitteln bietet
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Toxikologie,
gesetzgebenden Institutionen sowie Herstellern eine Plattform, um
Kriterien für die toxikologische Bewertung von Tätowiermitteln und ihre
Herstellungsqualität zu definieren. Hierfür sollen Forschungsergebnisse
aus toxikologischer Sicht bewertet sowie Datenlücken herausgefunden und
Ideen entwickelt werden, um sie zu schließen. Darüber hinaus werden die
aktuellen Entwicklungen bei der Regulierung von Tätowiermitteln durch die
Europäische Chemikalienverordnung (REACH) mit Vertreterinnen und
Vertretern der Branche diskutiert.
Die 2. Internationale Konferenz zur Sicherheit von Tätowiermitteln findet
im Rahmen der BfR-Veranstaltung „Herausforderungen für den öffentlichen
Gesundheitsschutz im 21. Jahrhundert“ vom 18. bis 19. November 2021 im
Museum für Naturkunde Berlin statt. Interessierte können sich noch bis zum
17. November für die Online-Teilnahme anmelden:
<https://www.bfr-akademie.de/d
konferenz.html>
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
