Medien und Feminismus – Ein komplexes Zusammenspiel
Am 23. November öffnet die erste digitale Ausstellung des Deutschen
Historischen Instituts London. Sie zeigt, wie Feministinnen die Medien im
20. Jahrhundert genutzt haben, um Frauenrechte zu stärken und
Geschlechterstereotype anzufechten.
Bonn/London, 16. November 2021 - Die Ausstellung „Forms, Voices, Networks:
Feminism and the Media“ konzentriert sich auf das Zusammenspiel von
Feminismus und Medien in Großbritannien, Deutschland und Indien. Durch
mosaikförmig angelegte Fallbeispiele lenkt sie die Aufmerksamkeit der
Besucherinnen und Besucher dabei auf wenig bekannte und bisher ungehörte
Stimmen.
DIE MASSENMEDIEN: FREUND ODER FEIND DER FEMINISTINNEN?
Jane Freeland, Koordinatorin des Forschungsprojekts, erklärt: „Wir sind
daran gewöhnt, die Medien und den Feminismus als Gegenspieler zu
betrachten, dabei waren die Medien für Feministinnen sowohl Feind als auch
Freund: Einerseits protestieren Frauenrechtlerinnen schon lange gegen die
Darstellung und Objektivierung von Frauen in den Medien. Andererseits
haben die Medien Aktivistinnen eine Plattform geboten und Kampagnen für
Frauenrechte unterstützt.“
Maya Caspari, Kuratorin der Ausstellung, hebt besonders die Aktualität des
Themas hervor: „Obwohl einige der frühesten Exponate in der Ausstellung
über 100 Jahre alt sind, fällt auf, dass sie sich mit Themen beschäftigen,
die immer noch sehr aktuell sind.“
Die digitale Ausstellung wird durch verschiedene online Veranstaltungen
begleitet. Die erste Veranstaltung „The Politics of Photography: Feminist
Activisms in India and Britain“ untersucht den Einsatz von Fotografie als
Instrument feministischen Protests. Die Diskussion mit den Künstlerinnen
und Aktivistinnen Sheba Chhachhi und Mary-Ann Kennedy sowie der
Diskutantin Na'ama Klorman-Eraqi findet am 23. November um 14 Uhr MEZ
statt. Weitere Veranstaltungen folgen im Dezember 2021 und Januar 2022.
Die MAX WEBER STIFTUNG – DEUTSCHE GEISTESWISSENSCHAFTLICHE INSTITUTE IM
AUSLAND fördert die Forschung mit Schwerpunkten auf den Gebieten der
Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in
ausgewählten Ländern und damit das gegenseitige Verständnis. Sie unterhält
zurzeit weltweit elf Institute sowie weitere Forschungsgruppen und Büros.
Durch eine unmittelbare Nähe zu den Forschungsgegenständen und im
Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Herangehensweisen bietet die
Max Weber Stiftung beste Voraussetzungen für exzellente geistes- und
sozialwissenschaftliche Forschung.
Das DEUTSCHE HISTORISCHE INSTITUT LONDON gehört zur Max Weber Stiftung.
Dank seiner vielfältigen Beiträge zur Geschichte Großbritanniens, zur
Geschichte des Britischen Empires und Commonwealth, zur Geschichte des
deutschbritischen Verhältnisses sowie zur vergleichenden europäischen
Geschichte ist das DHI London fest in der akademischen Landschaft der
beiden Länder verankert. Es ist Zentrum für deutsche Geschichte in
Großbritannien und Anlaufstelle für deutsche Historikerinnen und
Historiker, die in britischen Archiven und Bibliotheken arbeiten.
