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Der chinesische Dichter Yang Lian zu Gast am Forschungskolleg Humanwissenschaften

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Yang spricht in der Vortragsreihe „Sinophone Classicism. Chinese Cultural
Memories in a Global Space“ über die Ästhetik der modernen
chinesischsprachigen Lyrik.

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Yang Lian zählt zu den renommiertesten chinesischen
Dichtern der Gegenwart. Seine Werke, die Gedichte, Prosagedichte und
Essays umfassen, sind innerhalb und außerhalb Chinas bekannt; sie wurden
in viele Sprachen, auch ins Deutsche, übersetzt. 1989 wurden seine Werke
wegen seiner Solidarität mit den Demonstranten am Tiananmen Platz
verboten. Seither lebt er im Exil, zunächst in Australien und Neuseeland,
seit 1993 in Europa, hauptsächlich in London und Berlin.

Zum englischsprachigen Vortrag von Yang Lian mit dem Titel „A Tower Built
Downward: The Creative Transformation of Chinese Classical Lyric
Aesthetic“ lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-
Universität

am Freitag, 26. November 2021, 16 Uhr
ins Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg
oder auf der Konferenzplattform Zoom unter
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZMvcemgqD4pHtwbv3Xm1wsOHWP42K7I_RkN

sehr herzlich ein. Charakteristisch für Yangs Lyrik sind die Werke „Yi“,
„Where the Sea Stands Still“ (dt. 1996), „Concentric Circles“ (dt. 2013),
„Narrative Poem“ und „Anniversary Snow“. Er zeigt darin sein tiefes
Verständnis für die klassische chinesische Dichtung.

In seinem Vortrag thematisiert Yang die Ästhetik der modernen
chinesischsprachigen Lyrik vor dem Hintergrund der überlieferten
klassischen Dichtung. Diese stellt ein ganzheitliches begriffliches
Konstrukt mit vielen verschiedenen (philosophischen, stilistischen,
linguistischen) Dimensionen dar, dessen lyrische Formen in der Visualität,
der Musikalität und den bildlichen Assoziationen der chinesischen Sprache
wurzeln. Fremde, vor allem westliche Begriffe, die seit dem 20.
Jahrhundert in die Sprache eindringen, können einen Bruch zwischen den
Schriftzeichen und den Wörtern hervorbringen, die im klassischen
geschriebenen Chinesisch oft identisch sind. Die zeitgenössische Lyrik
baut auf diese, als tiefe Krise empfundene linguistische Realität auf,
indem sie sich auf die Klassik bezieht, sie tief „durchdenkt“ und kreativ
transformiert.

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe „Sinophone Classicism. Chinese
Cultural Memories in a Global Space“, die von Prof. Dr. Zhiyi Yang,
Professorin für Sinologie an der Goethe-Universität und derzeit Goethe-
Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften, entwickelt wurde. Die
Reihe lädt Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler dazu ein, anhand
von Fallbeispielen aus ihrer Forschung oder der Darstellung ihrer eigenen
ästhetischen Praxis die Bedeutung chinesischer Traditionen für das moderne
China und die chinesischen communities außerhalb Chinas herauszuarbeiten.

Die Vortragsreihe ist auf mehrere Jahre angelegt. Sie wird im YouTube-
Kanal des Forschungskollegs unter
https://www.youtube.com/c/ForschungskollegHumanwissenschaften/videos der
Öffentlichkeit und interessierten Studierenden auch im Nachhinein
zugänglich sein. Weitere Referenten im Wintersemester sind der Soziologe
Marius Meinhof (17.12.2021), der Kulturwissenschaftler Jeroen de Kloet
(21.1.2022) und der Filmwissenschaftler Markus Nornes (10.2.2022).

Teilnahme vor Ort
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und nur nach vorheriger Anmeldung möglich
(anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de). Sie erhalten eine
Teilnahmebestätigung.

Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von Corona:
- “2 G Regel”: Vor Beginn der Veranstaltung ist ein Impf- oder
Genesenennachweis
vorzuzeigen.
- Die Kontaktdaten werden gesammelt.
- Das Tragen einer medizinischen Maske ist verpflichtend.
- Der Veranstaltungsraum wird auch bei kaltem Wetter gelüftet
(Stoßlüftung).

Teilnahme am Zoommeeting
Registrierungslink:
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZMvcemgqD4pHtwbv3Xm1wsOHWP42K7I_RkN